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16.02.2026

150 Geisterfahrer auf Schweizer Autobahnen

2025 wurden rund 150 Meldungen zu falsch fahrenden Fahrzeugen auf der Autobahn im Radio ausgestrahlt.
16. Februar 2026

Ein seltenes, aber äusserst gefährliches Risiko

Was eben noch eine routinierte Heimfahrt war, wird schlagartig zur Gefahrensituation. «Wir unterbrechen für eine dringende Verkehrsmeldung», tönt es aus dem Radio. «Achtung, falsch fahrendes Fahrzeug! Auf der A1 zwischen Schönbühl und Lyssach ist ein falsch fahrendes Fahrzeug unterwegs.» Geisterfahrer, offiziell falsch fahrendes Fahrzeug genannt, gehören zu seltenen, aber äusserst gefährlichen Risiken auf Schweizer Autobahnen. 

Auf Anfrage gibt der Verkehrsinformationsdienst Viasuisse bekannt, dass im letzten Jahr rund 150 Meldungen zu falsch fahrenden Fahrzeugen veröffentlicht wurden und über öffentlich-rechtliche und private Radios gesendet wurden. Jeder einzelne Vorfall löst einen Wettlauf gegen die Zeit aus: zwischen Polizei, Warnmeldungen und Verkehrsteilnehmenden.

Wendemanöver auf der Autobahn

Eine Geisterfahrt findet in etwa der Hälfte der Fälle statt, weil jemand eine Autobahnausfahrt mit einer Einfahrt verwechselt. Die andere Hälfte der Falschfahrer ist auf ein Wendemanöver auf der Autobahn zurückzuführen. Solche Manöver finden häufig unter Alkoholeinfluss in der Nacht statt oder sie sind auf erhöhtes Alter der Lenkerinnen und Lenker zurückzuführen.

Entscheidende Sekunden

In diesen Fällen und auch, wenn sich etwa Objekte und Personen auf der Fahrbahn befinden oder es in einem Tunnel zu einem Brand kommt, muss es besonders schnell gehen. Nur so können Autofahrerinnen und Autofahrer die Gefahren einschätzen und sich richtig verhalten. 

«Für die Verkehrssicherheit auf Autobahnen ist die Verkehrsinformation von enormer Wichtigkeit und vor allem die unmittelbare Bereitstellung über das Radio. Nur mit diesem Medium können diejenigen sofort erreicht werden, welche die Informationen gerade dringend benötigen», sagt Christophe Nydegger, Leiter Verkehrssicherheit beim Touring Club Schweiz.

Die Rolle von Viasuisse

Zum Glück sind Unfälle bei Geisterfahrten bedeutend seltener als die Warnungen davor im Radio. Es gibt im Durchschnitt rund zehnmal mehr Meldungen, als es tatsächlich Unfälle gibt. Es zeigt sich also, dass die Radiowarnungen sehr wirksame Massnahmen gegen solche Unfälle sind. Gegründet wurde die Verkehrsinformationszentrale Viasuisse 2001 von TCS, SRG, SBB und Lions Air Skymedia in Biel. 

Am Zweck hat sich seit der Gründung nichts geändert: Die Verkehrsteilnehmenden sollen so schnell wie möglich, so genau wie möglich und so einfach wie möglich, heisst im Radio, auf der TCS-App, auf der TCSWebseite oder auf Nummer 163 über die Situation auf den Strassen informiert werden – nicht nur über Staus. 

Der Nutzen ist konkret: Aktuelle Informationen verhindern Staus, ermöglichen Ausweichrouten und warnen frühzeitig vor Gefahren wie Unfällen oder Geisterfahrern. Damit sorgen Verkehrsinformationen nicht nur für flüssigeren Verkehr, sondern leisten einen direkten Beitrag zur Verkehrssicherheit – oft in genau den Sekunden, die entscheidend sein können.

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So verhalten Sie sich richtig bei einem falsch fahrendes Fahrzeug

  • Hören Sie im Auto Verkehrsmeldungen übers Radio. 
  • Bei einer Meldung über ein falsch fahrendes Fahrzeug: Fahren Sie auf der rechten Spur, und überholen Sie nicht. 
  • Wenn Sie einen Geisterfahrer sehen, melden Sie dies bitte unverzüglich der Polizei.
  • Abonnieren Sie die Push-Benachrichtigungen in der TCS-App und erhalten Sie aktuelle Infos zu Verkehr, Strassenzustand und Sperrungen.

Text: Dino Nodari
Bild: Emanuel Freudiger

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