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09.12.2020

Sportlicher Spass abseits der Massen

Aktiv sein, aber möglichst nicht im Pulk, so lautet diesen Winter die Devise. Da erweist sich die Schweiz als höchst ideal.
09. Dezember 2020

Eine kurze Übersicht und Tipps der «Touring»-Redaktion.

Druesenberg
Zur Druesberghütte geht es nicht mit der Bergbahn, sondern zu Fuss

Wer in diesen Monaten sportlich unterwegs sein will, hat die Qual der Wahl. Sehr viele Aktivitäten sind möglich abseits der Massen, was einem in Zeiten des Coronavirus nur gelegen kommt. So hat beispielsweise die Schweiz mit insgesamt 5150 Kilometern* das grösste Netz an markierten Winterwanderwegen im Alpenraum. Wer gern bei Kälte und Schnee zu Fuss unterwegs ist, kann nach Angaben des Verbands Schweizer Wanderwege unter 750 verschiedenen Touren wählen: Ein mit 3,2 Kilometern eher kürzeres Vergnügen ist beispielsweise eine Wanderung auf dem Simplonpass, während die Route von Davos Frauenkirch durch das Sertigtal nach Sertig Dörfli mit knapp vier Stunden etwas mehr Schnauf erfordert.

Neue Gipfel und Landschaften entdecken
In unberührter Natur aus eigener Kraft dem Gipfel zustreben, den Panoramablick geniessen und anschliessend erste Spuren durch den Schnee ziehen – es erstaunt nicht, dass Skitouren immer mehr Anklang finden. Und faszinierende Routen gibt es zuhauf: 2500 sind auf einer von SAC und Swisstopo erarbeiteten Karte verzeichnet. So schwärmen Insider etwa von einer Tour für Fortgeschrittene, die von der Berg­station Engstligenalp bei Adelboden auf den Wildstrubel führt. 1300 Höhenmeter gilt es, auf der anspruchsvollen vier bis fünf Stunden dauernden Tour zu überwinden.

Schneeschuhläufer finden unter 2300 Kilometern an ausgeschilderten Routen ebenfalls das Passende für sich und ­können immer wieder neue Gebiete entdecken. Schon mal vom Intyamon-Tal in den Freiburger Voralpen gehört? Es wird gleich von mehreren Schneeschuhpfaden durchzogen. Eine besonders schöne Tour führt vom Weiler Les Sciernes d’Albeuve am Fuss des Dent de Lys vorbei an La Belle Gîte und zurück nach Les Sciernes d’Albeuve. Dabei haben Wanderer den Vanil Noir im Blick, den höchsten Gipfel des Kantons.

160 Langlaufgebiete – von familiär klein bis ganz gross
Langlauf ist Entschleunigung pur, bietet faszinierende Naturerlebnisse und wird daher auch in der Schweiz immer beliebter. Fans des nordischen Skisports können sich hierzulande auf 5500 Loipenkilometern auspowern. Wer dabei vor allem an die Region ­Engadin / St. Moritz oder an das Obergoms denkt, wird überrascht sein: Auch in Kalthof-Wiliberg oder Les Plans-sur-Bex kann man klassisch langlaufen oder skaten. Es gibt insgesamt 160 Gebiete, verteilt auf das ­Tessin, die Deutschschweiz und die ­Romandie – selbst wenn die Loipen in manchen Orten vielleicht nicht allzu lang sind, führen sie doch durch hinreissende Landschaften und werden von Freiwilligen mit viel Herzblut unterhalten.

Aufstieg zu Fuss, rasante Talfahrt auf dem Rodel
Mit rund 620 Kilometern Schlittelpisten kann sich die Schweiz auch in dieser Kategorie sehen lassen. Wer lieber für sich bleibt, wählt diejenigen, wo der Bergtransport aus eigener Kraft erfolgt. So erreichen Outdoorfans das Hörnli im Zürcher Oberland nach einem etwa 90-minütigen Fussmarsch. Und auch die Abfahrt von der Druesberghütte nach Weglosen in der Zentralschweiz muss man sich erst mit einer rund zweistündigen Wanderung verdienen.

Der Schwarzsee, der Lac de Joux oder der Eisweg Sur En nahe Scuol begeistern so ziemlich jeden Winter Eisläuferinnen und Eisläufer. Doch wenn es bei langanhaltend tiefen Temperaturen zu einer Seegfrörni kommt, dann verwandeln sich weitere unzählige Gewässer in fast jedem Kanton in Natureisbahnen und bestätigen aufs Neue den Ruf der Schweiz als Winterwunderland.

* Daten zum Wintersportangebot: Schweiz Tourismus 

Tipps der Redaktion

Lac des Taillères

Sibirische Erfahrungen im Neuenburger Jura
Der Lac des Taillères ist von Dezember bis Februar zugefroren. Er liegt auf 1039 Metern Höhe im Tal von La Brévine. Die Region wird wegen den extremen Temperaturen von bis zu –40 Grad Celsius oft als Sibirien der Schweiz bezeichnet. Auf dieser Natureisbahn, die 1,9 Kilometer lang und etwa 100 Meter breit ist, können Sie Eishockey spielen oder Pirouetten drehen (Schlittschuh­miete vor Ort, 5 Fr./Std.). Aber auch ein einfacher Spaziergang auf dem gefrorenen Wasser wird die Wanderer dank der bezaubernden Polarlandschaft begeistern. Bevor man sich jedoch dorthin begibt, muss man sich vergewissern, dass die Eisschicht genug dick ist. La Brévine ist auch eines der Langlaufparadiese der Schweiz. Also, sind Sie bereit für den grossen Nervenkitzel?
j3l.ch
Aline Beaud, Redaktorin

Lombachalp

Schneeschuhlaufen wie in Kanada
Auf dem Weg von der Lombachalp hinauf zur Winterröschthütte stehen ein paar knorrige Bergföhren, die ab und zu das Panorama auf die umliegenden, tief verschneiten Gipfel versperren. Wer hier auf einem der markierten Schneeschuhtrails unterwegs ist, wird den Eindruck nicht los, irgendwo in ­Kanada zu sein. Lichte Wälder wechseln sich mit offenen Moorlandschaften ab. Ausgangspunkt ist die Lombachalp oberhalb von Habkern im Berner Oberland. Hier können beim Jägerstübli die Schneeschuhe gemietet werden. Tourendauer: 1,5 bis 3,5 Stunden.
habkern.ch/schneeschuhtouren
Felix Maurhofer, Chefredaktor

Piancabella

Langlauf im Bleniotal
In diesem sonnigen Tal auf der Südseite des Lukmanierpasses zeigt sich das Tessin von einer überraschend nordischen Seite. Das Langlaufzentrum Campra bietet Fans des Sports über 30 Kilometer Loipen, die abwechselnd über Lichtungen führen oder unter ­Nadelwäldern hindurch. Anfänger kommen ebenso auf ihre Kosten wie Fortgeschrittene. In normalen Zeiten trainieren hier viele italienische ­Spitzensportler. Wer sich genug verausgabt hat, kann sich auf der Restaurant­terrasse des Zentrums sonnen oder
geht auf den Eisplatz. Langlaufausrüstungen und Schlittschuhe können ­gemietet werden.
campra.ch
Michela Ferrari, Redaktionsassistentin

Doubs

Zu Fuss von Sainte-Ursanne nach Soubey
Mit Raureif bedeckte Bäume, gefrorene Spinnennetze in Büschen und Eisflächen auf dem Wasser – bei einer Tour entlang des Doubs taucht man ein ins ­Winterwunderland Schweiz. Hier wird es noch klirrend kalt, deshalb darf eine Thermoskanne mit Tee in Rucksack nicht fehlen, ebenso wie ein Picknick, da es unterwegs keine Verpflegungsmöglichkeiten gibt. Vier Stunden lang folgt man dem sich durch die Landschaft mäandernden Fluss und kann seinen Gedanken nachhängen, bevor die schöne Tour in Soubey endet. Von dort geht es mit dem Postauto zurück nach Sainte-Ursanne zum Parkplatz oder nach Hause.
j3l.ch
Emanuel Freudiger, Fotograf  

Randen

Wintersport im nördlichsten Zipfel
Mit Randen ist in Schaffhausen nicht nur die beliebte rote Knolle gemeint, sondern auch ein Ausflugsberg und Nah­erholungsgebiet. Der Randen ist der äusserste Kalkausläufer des Juras und mit 912 Metern über Meer die höchste Erhebung im Kanton. Sobald der erste Schnee im nordöstlichsten Zipfel der Schweiz fällt, bietet der ­Höhenzug vielseitige Möglichkeiten zum Langlaufen, Schlitteln, Spazieren oder Wandern. Dank seiner Lage im «Regenschatten» des Schwarzwaldes gehört der Randen zu den trockensten Gebieten der Schweiz und ist oft ein Garant für gutes Wetter, wenn der Rest der Schweiz im Trüben liegt.
schaffhauserland.ch
Dominic Graf, Redaktor 

Grand Saint Bernard

Schlittenfahrten mit Barry
Die Bernhardinerhunde der Fondation Barry, Martigny, verbringen jeden ­Winter im auf 1470 Metern über Meer ge­legenen Nachbarort Champex-Lac. Dies erfreut besonders Familien, denn Kinder unter zehn Jahren können in ­einem von einem Bernhardiner ge­zogenen Schlitten Platz nehmen. Die Eltern führen den Hund an der Leine. Dieser kurzweilige Spaziergang von etwa ­einer Stunde durch eine wunderschöne, hoch gelegene Seenlandschaft ist bei jedem Wetter durchführbar. Und wenn nicht genug Schnee liegt, können Sie die Strecke zu Fuss mit dem Hund an der Leine zurücklegen.
champex.ch; fondation-barry.ch
Jérôme Lathion, rédacteur

Text: Juliane Lutz
Fotos: Schweiz Tourismus, Emanuel Freudiger, C. Iris Kürschner Powerpresse, Schaffhauserland Tourismus/Bruno Sternegg, Interlaken Tourismus, Nicola Vanzetti, Wegwandern.ch

GUT ZU WISSEN

Winterwanderwege / Schneeschuhrouten: schweizer-wanderwege.ch

Langlaufinfos: langlauf.chromandieskidefond.ch

Die App «SchweizMobil» listet neu 160 Langlaufloipen, 194 Schneeschuhtouren, 96 Schlittelpisten, 159 Winterwanderwege und 178 Skitouren auf.
Website: schweizmobil.ch

Schlittelwege (ohne Bergbahnen)
Graubünden: Arosa Litzirüti,
Dros–Lohn im Naturpark Beverin,
Lü–Tschierv im Val Müstair, Tenna
im Safiental
Ostschweiz: Sücka–Steg bei Malbun, Brülisau im Appenzellerland
Zentralschweiz: Unteriberg im Hoch-Ybrig
Berner Oberland: Sparenmoos ob Zweisimmen, Alp Nessleren–Saxeten
Westschweiz: Col du Marchairuz–
Le Brassus im Vallée du Joux

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