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23.11.2021

Neuer Auftrieb fürs Schneeschuhlaufen

Während Skigebietsbetreiber und Langlaufveranstalter letzten Winter mit ­Unsicherheit leben mussten, konnte sich das Schneeschuh­laufen als idealer «Corona-Sport» profilieren, da es ohne Restriktionen ausgeübt werden kann.
23. November 2021

Fachleute sind sich einig, dass dieser Sport auch diesen Winter boomt.

Seit Jahren gewinnt das Schneeschuh­laufen immer mehr an Beliebtheit. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Es braucht nur wenig Schnee und keine Pisten, es ist günstig, nachhaltig und gesund dazu. Der Sport trainiert die gesamte Mus­kulatur, stärkt Herz und Kreislauf und fördert das Gleich­gewicht. Je nach ­Intensität kann es sogar als sehr sportives Training betrieben werden.

3000 Kilometer Trails

Schneeschuhlaufen
Schön, unaufwendig und nachhaltig. Viele Gründe sprechen für diesen Sport.

Mit der Nachfrage ist auch das Routennetz gewachsen: Heute gibt es gegen 500 signalisierte Trails mit rund 3000 Kilometern Länge. Im offiziellen Langsamverkehrsnetz Schweiz Mobil sind allerdings auch im fünften Jahr seit Schaffung der vier Wintersparten erst gut 200 Trails aufgeschaltet; demgegenüber listen die parallel bestehenden drei privaten Organisa­tio­nen Global Trail, Schneeschuh-Verband Schweiz und Sentiers Raquettes ein mehr als doppelt so grosses Netz auf, das sie in Zusammen­arbeit mit den örtlichen Tourismusorganisationen auch selbst markieren. Und auf dem Kartenwerk Snowtrailmaps und der deutschen Plattform Outdooractive ist die Trailauswahl nochmals viel grösser. Wäre angesichts dieser verwirrenden Vielfalt nicht eine Vereinheitlichung sinnvoll? 

Michael Bur von Schweiz ­Mobil erklärt: «Bei der Lancierung des Winterlands war klar, dass wir kein vollstän­diges Routennetz abbilden ­können, solange nationale Datensätze für Winterrouten fehlen; deshalb beschränken wir uns wie zu Beginn auf Best-of-Routen, welche auch als einzige durch alle Instanzen abgesegnet und touristisch relevant sind.» In naher Zukunft sei jedoch eine Vereinheitlichung geplant, ja ­sogar die Schaffung eines ­Basisnetzes wie beim Wanderland: Seit letztem Jahr ist nämlich das Schneeschuh­laufen wie auch das Winterwandern der fachlichen ­Hoheit der Schweizer Wanderwege unterstellt. Damit sollten die Ressourcen bereitstehen, um qualitativ hochstehende Routen mit ein­heitlichen Qualitätskriterien wie etwa Signalisierung zu schaffen. 

Kein Spaziergang

Erfahrenere Schneeschuhgänger wundern sich allerdings, ob überhaupt so viele markierte Trails nötig sind – wie Skitourenläufern ziehen sie lieber ihre eigene Spur, als einem Trampelpfad nachzulaufen. Reinhard Lutz, Schweizer Schneeschuhpionier und Herausgeber des ersten Führers «50 Schneeschuhtouren» pflichtet dem bei, räumt aber ein: «Für die vielen Neueinsteiger bieten Trails die nötige Sicherheit und Orientierung. Man muss sich bewusst sein, dass eine Schneeschuhtour kein Spaziergang ist; das bedeutet, dass man nicht nur Karten und einen Tourenführer studieren muss, sondern auch das Gelände und allfällige Gefahren ‹lesen› kann – und natürlich die Wildruhezonen beachtet. An die seit der vor einem Jahrzehnt lancierten Kampagne ‹RespekTiere deine Grenzen› nicht nur auf Tafeln an Waldrändern, sondern auf allen offiziellen Kartenwerken mit eigenen Layern gemahnt wird.»

Neue Routen – grösste Reviere

Schweiz Mobil wird Anfang Dezember im Schneeschuhland neunzehn neue Routen aufschalten: in den Kantonen Graubünden, Tessin, Wallis, Waadt, Bern, Nidwalden und St. Gallen. Grösste Reviere: Toggenburg, Zentralschweiz, Jura, Goms, Région Fribourg. Das voralpine Freiburgerland ist mit seinen vierzig Trails noch ein Geheimtipp. 

Minimale Ausrüstung

Schneeschuhlaufen

Bei den Schneeschuhen lohnt sich die Anschaffung eines hochwertigen Markenprodukts, da sie sehr langlebig sind. Zu Anfang mag ein Wanderschuh genügen; eigentliche Schneeschuhmodelle bieten aber eine wintergerechte Isolation und einen höheren Schaft. Bei den Stöcken sind auch Skitouring- oder Wandermodelle brauchbar. Nachdem 2020 viele Modelle ausverkauft waren, wurde mehr Ware geordert; gleichwohl wird zu einem baldigen Kauf geraten, denn sobald Schnee bis in die Niederungen fällt, wird mit einem ähnlichen Run ­gerechnet. 

Text: Peter Hummel
Fotos: Toggenburg Tourismus, ALD

INFOS

Führer
Der SAC-Verlag deckt mit einem Dutzend Schneeschuhtouren-­Führern alle Reviere der Schweiz.
sac-cas.ch/shop

Karten
Swisstopo hat die 33 Skitourenkarten mit Schneeschuhrouten ergänzt, abgestimmt auf die SAC-Führer.
shop.swisstopo.admin.ch

Die Snowtrailmaps verzeichnen auch Routen, die nicht durch eine der erwähnten Organisationen signalisiert sind. Von den einst 32 Kartenblättern sind noch 23 erhältlich.
snowtrailmap.ch

Fünfzehn eigene Karten für seine Routen bietet der Schneeschuh-Verband Schweiz, Massstab
1:25 000.
s-v-s.ch

Routen
schweizmobil.ch/de/schneeschuh
wandern.html

globaltrail.ch; sentiers-raquettes.ch

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