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17.05.2021

Soziale Vielfalt beim TCS

«Die Konzentration auf das Geschlecht wird dem Thema Diversität nicht gerecht»
17. Mai 2021

Diversity, die soziale Vielfalt der Mitarbeitenden, gilt als wichtiger Faktor für Erfolg und Innovation bei Unternehmen. Ein Gespräch mit Human-Resources Leiterin Nicole Aerni darüber, wie der breit aufgestellte TCS das Potenzial seiner Mitarbeitenden nutzt und fördert. 

Wo steht der TCS in Sachen Vielfalt?
Nicole Aerni: Er ist meiner Meinung nach bereits heute äusserst divers. Schon aufgrund der dezentralen Struktur und der enormen Palette an Produkten und Dienstleistungen, die wir an bieten, sind die unterschiedlichsten Menschen für das Unternehmen tätig. Für uns arbeiten unter anderem Mechatroniker, Juristen und Versicherungsexperten. Von dieser Vielfalt profitieren wir täglich.

Gibt es Bereiche, die besonders im Fokus stehen?
Für ein gesamtschweizerisches Unternehmen wie den TCS ist das Thema Gleichgewicht der beiden grossen Sprachregionen sehr wichtig. Bei der Planung unserer Stellen achten wir darauf, dass die Deutschschweiz und die welsche Schweiz gleichermassen vertreten sind. Ich finde es schön, dass wir die Sprachen, welche die Schweiz mit auszeichnen, pflegen und nicht wie andere grosse Unternehmen auf Englisch umgestellt haben. Allerdings wird die Zweisprachigkeit oft zur Herausforderung. Mit der blossen Übersetzung von Inhalten ist es nicht getan. Die kulturellen Unterschiede erfordern viel Achtsamkeit.

Was unternimmt der TCS, um gerade Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern?
Chancengleichheit ist ein grosses Thema. Wir suchen jedoch bei der Besetzung von Funktionen nicht explizit nach Frauen oder Männern, sondern wer am besten geeignet ist. Punkto Führungsentwicklung will ich aber dafür sensibilisieren, dass das Führen von vielfältigen Teams auch vielfältige Führung verlangt. Also zum Beispiel bei Beförde­rungen vermehrt kompetente Frauen in Betracht zu ziehen, die zwar gute Arbeit leisten, aber nicht ständig für sich die Werbetrommel rühren. Und notfalls diese Frauen auch zu bestärken, die Position zu ergreifen. Generell finde ich aber, dass die Konzentration auf das Geschlecht dem Thema Diversität nicht gerecht wird, denn es gibt weitere wichtige Faktoren, die dazu beitragen. Zum Beispiel, ob jemand aufgrund seines Backgrounds oder als Quereinsteiger einen sehr breiten Horizont hat und so Input bringen kann, der einem Team noch fehlt.

Im Dezember 2020 lag bei den Managern des TCS der Frauenanteil bei 33 Prozent. Da ist noch Luft nach oben.
Beim TCS sind mehr als 40 Prozent der Mitarbeitenden Frauen und mehr als 30 Prozent Kader. Das ist doch nicht schlecht.

Nein, aber sicher geht noch was.
Derzeit bieten wir keine Förderprogramme für Frauen oder Männer, welche eine Vereinbarkeit von Beruf und F amilie erleichtern, aber wir sind offen für Teilzeit­ und Jobsharing­Modelle, auch in Führungspositionen, wenn die Voraussetzungen stimmen. Der TCS könnte meiner Meinung nach hier aber vielen Mitarbeitenden ohne viel Aufwand weiter entgegenkommen, wenn Arbeitszeitmodelle kritisch auf ihre Familien freund­ lichkeit überprüft würden. Wer Kinder hat, dem kann man – je nach Job – auch mal zugestehen, dass die Mittagspause bis 14.30 Uhr dauert oder um elf Uhr beginnt. Dafür arbeitet die Person abends, wenn sich der Partner um die Kinder kümmert, noch ein, zwei Stunden. Auch bei den Jahresarbeitszeitmodellen läge noch etwas drin.

Wie steht es mit das Thema LGBTQ?
Im Wertebild des TCS ist festgeschrieben, dass Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund der sexuellen Orientierung inakzeptabel ist. In den vorhandenen Personalreglementen und IT­Systemen aber besteht Optimierungsbedarf. Es müsste dringend angepasst werden, sodass die Partner von Mitarbeitenden im Versicherungsfall, egal in welchen Beziehungen oder familiären Verhältnissen sie leben, in den Reglementen gleichberechtigt berücksichtigt werden. Zudem sind unsere IT­Personalsysteme nicht dafür ausgerichtet, neben Frauen und Männern noch weitere Geschlechtsi dentifikationen korrekt abzubilden. Doch dies ist kein TCS­s pezifisches Problem.

Ältere Mitarbeitende tragen viel zur Diversität in einer Firma bei. Was tut der TCS, um sie etwa in Sachen Digitalisierung à jour zu halten?
Wir haben viele langjährige und ältere Mitarbeitende und versuchen, sie bis ans Ende ihres Arbeitslebens zu halten, auch, da wir ihnen gegenüber Verpflichtungen haben. Wir wollen sie nicht wie anderswo vielleicht irgendwann gegen Jüngere austauschen. Auch ist ihr Know­ how, das sie sich im Laufe der Zeit bei uns angeeignet haben, enorm wertvoll. Zudem ist der Anteil älterer TCS­Mitglie­ der relativ hoch. Schon allein, um deren Bedürfnisse abschätzen zu können, sind Mitarbeitende mit einer gewissen Seniorität für den TCS nötig. Da der Wissenstransfer zwischen den Generationen bei uns auch so gelingt, gibt es keine Extraprogramme. Wenn wir aber feststellen, dass der Job für ä ltere Angestellte zur Herausforderung wird, etwa aufgrund von unregelmässigen Arbeitszeiten, versuchen wir, die Stelle entsprechend anzupassen.

Text: Juliane Lutz
Foto: Emanuel Freudiger

ZUR PERSON

Nicole Aerni leitet seit Oktober 2020 die Division Human Resources beim TCS. Die studierte Betriebsökonomin und ausgebildete Personalfachfrau ist 47 Jahre alt, stammt aus Rubigen (BE) und ist alleinerziehende Mutter eines 13-jährigen Sohnes.

Nicole Aerni
 
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