29.06.2018

Ich glaub ich schlaf im Maiensäss

Der Walliser Architekt Olivier Cheseaux rettete alte Maiensässe im Val d‘ Herens vor einem traurigen Schicksal und baute sie in Forclaz wieder auf. Ein Besuch in seiner Anako Lodge.


Der Walliser Architekt Olivier Cheseaux rettete alte Maiensässe im Val d‘ Herens vor einem traurigen Schicksal und baute sie in Forclaz wieder auf. Ein Besuch in seiner Anako Lodge.

29. Juni 2018

Ich glaub ich schlaf im Maiensäss

In Forclaz ist die Welt zu Ende, könnte man denken. Doch ein holpriger Weg führt noch weiter zu einer Gruppe von Maiensässen. Äusserlich wirken sie auf den ersten Blick so wie die früheren Scheunen und Kornspeicher, die sie mal waren und sie sehen aus, als wären sie schon immer da gestanden. Doch bei näherem Hinsehen entdeckt man Glasfenster und den einen oder anderen bunten Gartenstuhl vor den Holzbauten. Willkommen in der Anako Lodge im ruhigen Val d‘ Herens.

Neues Leben

Das Projekt des Architekten Olivier Cheseaux, der sein Büro in Grimisuat bei Sitten hat, könnte man als Maiensäss reloaded bezeichnen. Während an vielen Orten im Bünderland oder im Wallis Maiensässe zerfallen, rettete der Sittener Architekt sechs alte Holzbauten vor diesem traurigen Schicksal und hauchte ihnen neues Leben ein. Er entdeckte sie im ganzen Val d‘ Herens, liess sie abbauen und beim Weiler Forclaz um ein bereits bestehendes Maiensäss behutsam wieder aufstellen. Während er das Äussere relativ unangetastet liess, baute er sie innen hochmodern um. So schuf er mitten im Nirgendwo ein kleines Paradies für Naturfreunde mit hohen ästhetischen Ansprüchen, die gute Architektur zu schätzen wissen.

Designer Maiensäss

Olivier, Etienne, Jean, Madeleine, Pierre, Joseph und Henri heissen die Maiensässe, die alle unterschiedlich eingerichtet sind. Je nach Grösse bieten sie Platz für zwei bis maximal zwölf Personen. Drinnen dominiert moderne Einfachheit. Cheseaux verwendete hauptsächlich Holz und Beton als Baumaterialien. Geschickt eingesetzte Farben und Stoffe sorgen für Wärme und Resopaltische mit den passenden Stühlen aus den 1950er-Jahren verleihen schicken Retro-Touch. Die Maiensäss wären es wert, für angesagte Designmagazine und -blogs fotografiert zu werden.
Wer in die Anako Lodge kommt, kann sich selbst verpflegen. Jedes Häuschen besitzt eine kleine Küche, die mit allem Nötigen ausgestattet ist. Einkaufen kann man beim Lebensmittelhändler in Forclaz, der auf Bestellung auch Körbchen mit Frühstück oder mit Zutaten für ein Fondue vorbereitet. Oder man kehrt in den Restaurants im Weiler oder im nahen Dorf Evolène ein. Es ist Cheseaux ein Anliegen, lokale Anbieter miteinzubeziehen 

Slow Living in Forclaz

Drei Hotpots gibt es auf dem Gelände, die alle Gäste benutzen können. Das Wasser müssen sie allerdings selbst aufwärmen. Holz dafür steht zur Verfügung.
Ein Wochenende hier verheisst Entschleunigung pur vor der Kulisse von Dent de Veisivi, Dent Blanche et Mont de l' Etoile. Die Gegend ist ein beliebtes Wanderparadies. Aber die Gäste können auch einen Tandemflug mit dem Gleitschirm buchen (Cheseaux ist einer der Piloten), auf geführten Wanderungen Pflanzen pflücken, die dann zubereitet werden oder einen Achtsamkeitsworkshop besuchen. Erholung soll beim Aufenthalt im Vordergrund stehen.
Zwei Nächte (Minimum) für zwei Personen kosten ab 360 Franken. Nur im kleinen Maiensäss Henri können zwei Personen zwei Nächte bereits ab 250 Franken verbringen.
Wer einmal in der Anako Lodge übernachtet hat, will wiederkommen. Seine treuen Anhänger belohnt der Architekt 2018 mit einem besonderen Angebot "Pass": Noch bis Ende des Jahres können sie jeweils vier Aufenthalte, die entweder zwei Nächte oder eine Woche umfassen, für den Preis von drei Aufenthalten buchen.
anakolodge.ch

Text: Juliane Lutz
Fotos: Nicolas Sedlatchek

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