Minimalismus auf Reisen im Van

Tipps und Ratschläge für das Packen für Reisen auf kleinstem Raum


Autoren: Die Vanabundos – Gabriella Hummel, Journalistin, und Sandro Alvarez, Marketingberater, reisen seit Juli 2016 mit ihrem VW-Bus von Nord- nach Südamerika. 

Du willst mit einem Van verreisen? Dem Sonnenuntergang entgegen? Ein paar Abenteuer erleben? Eine schlechte und eine gute Nachricht für dich. Die Schlechte: du wirst zu wenig Platz haben für alles, was du mitnehmen möchtest. Die Gute: du wirst aber mehr dabei haben können als ein Backpacker.

Hier kommen unsere Tipps und Ratschläge zum Thema Minimalismus im Van. Denn mit ein wenig Vorbereitung und dem nötigen Mindset, ist es gar nicht so schwierig.

Beginnen wir mal mit der Definitionsfrage. Was bedeutet Minimalismus? Das ist natürlich dir überlassen. Einige kommen klar mit einer Gabel, einem Löffel, einem Messer, einem Topf und einem Teller in der Van-Küche. Das ist natürlich super, die meisten von uns werden aber mit Sicherheit ein, zwei Dinge mehr brauchen.

Wir definieren unseren Van-Minimalismus so: Wir haben nur Dinge dabei, die wir entweder wirklich, wirklich brauchen — oder solche, die wir sehr, sehr lieben und die uns viel Freude bereiten. Das heisst in unserem Fall, dass wir immer Geschirr für vier Personen mitfahren, weil wir eben gerne Menschen einladen. Auf einer zweiwöchigen Ferienreise ist das vielleicht überflüssig, aber auf unserer 1000-Tage-Reise war es uns wichtig. 

Brauche ich das wirklich, wirklich?

Minimalismus - was brauche ich wirklich
Das Schöne ist, im Van finden auch Hobbies ihren Platz: in unserem Fall Bücher, Gitarren und Handarbeiten.

Es lohnt sich, vor der Abreise alles, was in den Van soll, nebeneinander auf den Boden zu legen und das Ganze mit etwas Abstand zu betrachten. 

Dann nimmt man eine Sache nach der anderen in die Hand, fragt sich: Brauche ich das wirklich, wirklich? Wenn nein, dann stellt man sich die Frage: Bereitet es mir nachhaltig Freude, für die Dauer meiner Reise lang? Wenn nein, dann kann es weg.  

Welche Art von Reise mache ich?

Für einen Kurztrip braucht man vielleicht gar nicht so viel, wie man meint. Wichtig ist, dass man dann vielleicht genügend Kleidung mitnimmt, wenn man etwa nicht waschen möchte. Insgesamt ist es immer sinnvoll, Kleidung einzupacken, die miteinander kombinierbar ist. 

Wer sich für einen Langzeittrip vorbereitet, dem soll gesagt sein: Man muss sich nicht für jede Eventualität vorbereiten. Wir hatten zum Beispiel Regenponchos dabei, die wir genau einmal in fast drei Jahren genutzt haben. Da hätten wir locker drauf verzichten können. Und wenn man unterwegs merkt, dass man diese eine Sache doch braucht, dann besorgt man sie eben. Wichtig ist zu wissen: Wenn man etwas an einem Ort braucht (etwa Moskitonetze im Moskitogebiet oder Regenschutz im Regenwald, Wanderstöcke im Wandergebiet), dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr gross, dass man den Gegenstand vor Ort angeboten bekommt.  

Wie spare ich maximal Platz?

Wie spare ich maximal Platz
Zwei Töpfe (einer klein, einer gross) und eine mittelgrosse Pfanne reichen uns in der Van-Küche völlig aus.

Dinge, die viel Raum einnehmen, gehören nicht in einen Van. Ich weiss, die Pick-Nick-Wolldecke ist wirklich cool und alles, aber sie verbraucht einen ganzen Quadratmeter Platz! Eine Decke aus Baumwolle tut es auch und die kann man dann auch gleich für den Strand nutzen. 

Gerade grössere Sachen sollten im besten Fall mehrere Zwecke erfüllen: die grosse Tasche für Dreckwäsche und Grosseinkäufe, der Eimer zum Geschirr waschen und Wäsche waschen und zum Wasser auffüllen. In der Vanküche lohnt es sich vielleicht, Campinggeschirr zu organisieren, das sich platzsparend ineinander verstauen lässt. 

Man muss übrigens wirklich nicht sämtliche Stauräume füllen. Nichts Schlimmeres, als den Überblick zu verlieren oder wenn einem bei jedem Öffnen die Kleidung ins Gesicht fällt. Ist es nicht viel schöner, Platz zu lassen und diesen dann vielleicht für das eine oder andere Mitbringsel zu nutzen? 

Die richtige Einstellung

Man macht schliesslich eine Reise im Van (im Gegensatz zum Luxus-Camper oder im Hotel), um für eine zeitlang ein einfacheres Leben zu führen. Eines, das einen näher zur Natur bringt oder zu sich. Für beiden braucht man eigentlich keine Gegenstände. Dinge nehmen ja nicht nur Raum im Van ein, sondern auch in unserem Kopf. Wenn wir sie also gar nicht eingepackt haben, können sie das gar nicht — und man kann sich voll und ganz auf sich selbst konzentrieren. 

Wenn die kommende Reise nicht deine erste im Van ist, dann weisst du bereits, dass man überraschenderweise gar nicht so viel braucht zum leben.  

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