18.03.2019

Alternative Antriebe: Raus aus der Nische

Elektromotor, Wasserstoff Brennstoffzelle und Erdgas: die Nachfrage nach Autos mit alternativen Antrieben ist markant gestiegen.

18. März 2019

Die Zeitenwende scheint eingeläutet. 21 591 Zulassungen: Noch nie sind in einem Jahr so viele neue Personenwagen mit alternativen Antrieben auf unsere Strassen gekommen wie 2018. Im Vergleich zum Vorjahr ist ihre Zahl um rund 23 Prozent markant gestiegen. Der Anteil von Elektro-, Hybrid-, CNG- und Wasserstoffahrzeugen am Gesamtmarkt betrug 7,2 Prozent. Fast die Hälfte der Alternativ-Immatrikulationen entfiel auf Elektroautos und Plug-in-Hybride, ihr Marktanteil lag bei 3,2 Prozent, wie eine Auswertung von Auto-Schweiz zeigt. 

Automarkt gesamthaft um 4,6 Prozent zurück

Doch nicht nur bei der Nachfrage in der Schweiz gibt es eine klare Tendenz. Für 87 Prozent der deutschen Autobauer und Zulieferer sind neue Antriebsstrategien der grösste Wachstumstreiber der Branche. Die Umsatzbringer der kommenden Jahre werden gemäss der Studie «Branchenkompass Automotive 2019» in den Antriebsarten Elektromotor, Wasserstoff Brennstoffzelle und Erdgas gesehen. Noch herrsche jedoch Unsicherheit darüber, welcher Antrieb sich durchsetzen werde, schreiben die Studienautoren.

Während alle Formen der Alternativantriebe im letzten Jahr zulegen konnten, ging der Gesamtmarkt um 4,6 Prozent zurück. Insgesamt wurden rund 300 000 Fahrzeuge verkauft. Für Auto- Schweiz-Mediensprecher Christoph Wolnik kein Grund zur Traurigkeit: «Wie im Sport geht auch am Automarkt jede Serie einmal zu Ende. Der Rückgang ist mit der Einführung des neuen, deutlich aufwendigeren Testzyklus WLTP für sämtliche neuen Personenwagen im vergangenen September erklärbar. Viele Fahrzeugauslieferungen mussten auf das neue Jahr verschoben werden». Auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt wurde ein leichter Rückgang festgestellt. Rund 856 000 Handänderungen wurden registriert, was 1,9 Prozent unter dem Vorjahr liegt.

Grössere Auswahl an Fahrzeugen mit alternativen Antrieben

Woran aber liegt es, dass sich die Modelle mit alternativen Antrieben wachsender Beliebtheit erfreuen? Für den Branchenverband Auto-Schweiz gibt es dafür verschiedene Gründe: Die Auswahl an Modellen mit entsprechenden Motorisierungen sei spürbar gewachsen und werde dies auch weiterhin tun. Zudem würden sich Herr und Frau Schweizer zunehmend für diese Thematik interessieren und auch entsprechende Fahrzeuge kaufen. Für Auto-Schweiz ist deshalb klar: «Alternative Antriebe haben die Nische definitiv verlassen.» 

Klar ist aber auch, dass noch viel nötig ist, wenn die Schweiz ihre ambitionierten Ziele bei der CO2-Absenkung im Bereich Verkehr erreichen will. Bereits im kommenden Jahr sinkt der durchschnittliche Zielwert für Personenwagen auf 95 Gramm CO2 pro Kilometer, heute liegt er bei 130 Gramm. Ohne einen weiterhin stark steigenden Anteil alternativer Antriebe am Gesamtmarkt ist die angestrebte Absenkung nicht zu realisieren. Deshalb hat sich Auto - Schweiz vor rund einem Jahr mit dem Projekt «10/20» das Ziel gesetzt, dass im Jahr 2020 jeder zehnte neue Personenwagen ein reines Elektroauto oder ein Plug-in-Hybrid sein soll. Nur mit emissionsärmeren und -freien Fahrzeugen besteht die Chance, die Absenkungsziele im Strassenverkehr zu erreichen.

Sichere, saubere und leise Zukunft

Angesichts der Entwicklung bei alternativen Antrieben zeigt sich Auto-Schweiz - Präsident François Launaz optimistisch für die Zukunft: «Wir sehen eine positive Entwicklung auf zahlreichen Ebenen. Die Fahrzeughersteller überschlagen sich mit Modellankündigungen mit alternativen Antrieben. Gleichzeitig werden Verbrennungsmotoren immer öfter mit einem Elektromotor kombiniert und so zu einem hybriden Antriebssystem entwickelt.» Dabei tragen alle Bestrebungen in diese Richtung zur CO2-Absenkung bei, so François Launaz weiter. 

«Der Autoverkehr der Zukunft wird sicher, sauber und leise sein. Wir dürfen uns zu Recht auf die Mobilität der Zukunft freuen, die wir gemeinsam mit den vielen helfenden Händen in der Roadmap Elektromobilität vorbereiten wollen. Wenn wir nun noch mit Investitionen in die Strasseninfrastruktur die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, können wir die Effizienz erheblich steigern und so unserer Volkswirtschaft jährlich zwei Milliarden Franken Schaden durch Stau ersparen.»

Text: Dino Nodari
Foto: Emanuel Freudiger

Share Funktionen:
durckenE-MailFacebookGoogle +Twitter

Mehr Artikel aus der Touring-Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Angebote des TCS

Newsletter
Social Media
Neue Produkte & Jubiläen
 
Bitte haben Sie einen Moment Geduld
Wir optimieren gerade unsere Website, und es kann zu längeren Ladezeiten kommen.