Crashtest mit einem Minibus

Zusammen mit PostAuto Schweiz AG und der Sendung «Kassensturz» hat der TCS Crashtests bei 35 km/h mit einem Minibus durchgeführt.


Der Minibus war zum einen mit Längsbänken und zum andern mit einer herkömmlichen Sitzanordnung ausgerüstet. Passagiere, die in Fahrtrichtung blicken sind gut geschützt. Jene auf Längsbänken hingegen sind grossen Gefahren ausgesetzt. Der TCS fordert deshalb ein Verbot von Längsbänken für Kindertransporte. Der Test zeigte auch wie wichtig es ist, sich in Minibussen anzuschnallen.

Zu den Crash-Tests wurden verschiedene Positionen von Kindertransporten simuliert: Zwei Crash-Puppen, sogenannte «Dummys» wurden auf Längsbänken positioniert und zwei auf Sitzen mit Blickrichtung in Fahrtrichtung. 

Die Ergebnisse lassen keine Zweifel offen: Das Kind auf dem seinem Körper angepassten Kindersitz erlitt nur geringfügige Verletzungen an Hals und Kopf, und auch das mit einem Dreipunkt-Gurt auf dem verkleinerten Sitz angeschnallte Kind war gut geschützt. Die gemessenen Werte lagen bei beiden Puppen deutlich unter den biomechanischen Grenzen.

Für die beiden Kinderdummies auf der Längsbank fielen die Ergebnisse trotz der relativ tiefen Geschwindigkeit viel ungünstiger aus. «Die eine Puppe, die trotz vorhandener Zweipunkt-Gurte bewusst nicht angeschnallt wurde, flog buchstäblich durch den Minibus. Sie erlitt schwere Verletzungen an Hals, Brust, Becken und Kopf. Die Überlebenschancen sind in so einer Situation gering», erläutert Anton Keller, Ingenieur der Abteilung Mobilitätsberatung des TCS. Auch die mit einem Beckengurt gesicherte Puppe wurde schwer verletzt, da der Rückhalt bedingt durch einen Defekt des Gurtrollers während des Aufpralls mangelhaft ausfiel. Die Puppe prallte kopfüber auf den Boden und auch der Beckenbereich wurde durch den Aufprall stark in Mitleidenschaft gezogen. 

Ein Blick auf die Unfallstatistik

Gemäss der bfu ist die Zahl der Unfälle von Kindern im Alter von 10 bis 14 Jahren in einem Minibus eher niedrig: 22 Verletzte und 2 Tote waren in den letzten zwanzig Jahren zu beklagen. In Privatfahrzeugen verunfallten in den letzten zehn Jahren (2002-2011) 5'181 Kindern derselben Altersgruppe.

Auch wenn sich die Verkehrssicherheit in diesem Zeitraum deutlich verbessert hat, so waren 2011 doch immer noch 394 verletzte Kinder und ein Todesfall in Privatfahrzeugen zu verzeichnen. Berücksichtigt man alle Verkehrsunfälle (Fussgänger, Fahrräder, etc.), so wurden 2011 1'555 verletzte Kinder und 10 Todesopfer registriert. 

Geltende Vorschriften

Obwohl seit dem 1. Januar 2008 keine derartig ausgestatteten Fahrzeuge mehr immatrikuliert werden können, sind Kindertransporte auf Längsbänken in der Schweiz noch zulässig. Seit dem 1. Januar 2010 müssen ferner alle noch zugelassenen Fahrzeuge mit Beckengurten ausgerüstet sein. Der Test des TCS zeigt aber, dass diese Massnahmen nicht ausreichen und dass sich ein Verbot von Kindertransporten auf Längsbänken als weiterer Schritt aufdrängt. Alle geltende Bestimmungen für Schulbusse sind im PDF in der rechten Spalte unter «Downloads» zusammengefasst. 

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