So viel «China Speed», ein in der europäischen Autobranche ehrfürchtig herumgereichtes Schlagwort für kurze Entwicklungszyklen, ist selbst im Reich der Mitte nur im Rahmen bestehender Strukturen zu schaffen. Zeekr gehört zur GeelyGruppe, in der auch Volvo, Polestar, Lotus und Smart zu Hause sind. Man sieht sich als «globale Premiummarke». Damit könnte man hausintern Polestar in die Quere kommen, doch sind die Schweden-Chinesen erstens teurer und zweitens auffällig gestylt. Derweil tritt der 7X auffällig unauffällig auf, gefällig modern aussen, eher traditionell (aber digital) im Innern. Dabei werden die Zeekr in unmittelbarer Nachbarschaft von Polestar in Göteborg designt.
Das Prädikat Premium verdient sich der geräumige SUV in diversen Bereichen. In Sachen Motor- und Ladeleistung sowieso, dazu kommen wir gleich. Das Fahrwerk ist ebenfalls von guten Eltern, mit Zutaten wie Luftfederung, elektronisch geregelter Dämpfung und Mehrlenkerachse hinten. Auch im Innern gibt sich der 7X keine Blössen. Angenehme Materialien finden sich auch in (tieferen) Bereichen des Innenraums, wo andere gerne sparen. Ein Headup-Display kostet keinen Aufpreis, und elektrische Türen erwartet man eher in der höheren Luxus- denn in der tieferen Premiumklasse, bei Preisen von gut 54 000 bis knapp 70 000 Franken.
Die elektrischen Türen öffnen und schliessen betulich, doch sonst geht es im 7X schnell. Der getestete Allradler mobilisiert 475 Kilowatt, doch selbst die einmotorigen Varianten sausen dank 310 Kilowatt (422 PS) los wie Odermatt am Lauberhorn. «China Speed» gilt auch beim Nachladen, wo maximal 480 Kilowatt Ladeleistung möglich sein sollen, die wir allerdings in zwei Anläufen nicht annähernd erreichten – aber auch mit weniger spektakulären Werten schafft es der Zeekr 7X, ausgesprochen zügig Strom zu bunkern.
Text: Daniel Riesen