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20.03.2020

Das Leben nach der gelben Flotte

Durchschnittlich sieben Jahre und 250 000 Kilometer ist ein Einsatzfahrzeug der TCS Patrouille im Dienst. Aber was geschieht nach ihrer «Pension»?
20. März 2020

Ein Besuch in der Zentralgarage des TCS zeigt es

Es hat irgendwie etwas Symbolisches, wenn Thomas Schnider das grosse TCS-Logo auf der Motorhaube zuerst mit dem Föhn erwärmt und dann langsam abzieht. So, als verlöre das Auto seine Identität, seine Seele. Doch das bedeutet nicht etwa das Ende des Chevrolet Captiva, der sechseinhalb Jahre auf den Strassen im Tessin im Einsatz war. Es ist vielmehr der Beginn eines neuen Lebens. Aber dazu später mehr.

Wertvolle Ersatzteile

Nach und nach «befreit» Thomas Schnider das TCS-Patrouillenfahrzeug von den Beschriftungen und den Logos. Auch ein Teil der Elektronik und sogar eine Tür werden fein säuberlich entfernt. «Wertvolle Ersatzteile», sagt der 32-jährige Automobildiagnostiker. Sein Chef, Luigi Esposito, der bereits seit 24Jahren für den TCS tätig ist, erklärt ergänzend einen wichtigen Verwendungszweck der ausrangierten Einsatzfahrzeuge: «Zuerst nutzen wir sie als Ersatzteillager. Kotflügel, Türen, Motoren oder Automatikgetriebe können wir hier immer gut gebrauchen. So können wir andere Fahrzeuge schneller und effizienter reparieren und dabei gleichzeitig noch einiges an Geld sparen», sagt der Leiter der Zentralgarage des TCS. Dieses Ersatzteillager besteht aus sieben bis acht alten Fahrzeugen, die im Fuhrpark hinter der Garage, sozusagen griffbereit, anei- nandergereiht sind. Als «alt» gilt ein TCS-Patrouillenfahrzeug ab etwa sieben Jahren oder 250 000Kilometer. Dann wird es ausgetauscht.

Praktischerweise stehen die brandneuen Pa- trouillenfahrzeuge – seit 2015 setzt der TCS auf den VW Caddy – eine Reihe hinter den alten schon bereit für ihren Einsatz. Die Zentralgarage Emmen (LU) ist, wie der Name schon sagt, der zentrale Dreh- und Angelpunkt, wenn es um sämtliche Fahrzeuge des TCS geht. «Nebst dem Rückbau und grösseren Reparaturen nehmen wir hier auch jedes neue Auto entgegen, beschriften es und passen es den spe- zifischen Ansprüchen des TCS an», so Esposito. Ein neues Patrouillenfahrzeug erhält unter anderem einen hochmodernen Bordcomputer, einen massgeschreinerten Wekzeugkasten, sowie eine neue Anhängerkupplung mit stärkerer Anhängelast. Nach den Modifikationen und inklusive Werkzeug beläuft sich das Gesamtgewicht auf knapp 2500 Kilogramm. Zurzeit beinhaltet die «gelbe Flotte» des TCS über 200Einsatzfahrzeuge. Und die werden auch benötigt, wie die Zahlen im Kasten eindrücklich zeigen.  

90 Prozent Wiederverwertung

Zurück zu den ausgedienten Fahrzeugen: Finden die Mechaniker in der Zentralgarage keine Verwendung mehr, führt der letzte Weg zu einer Recyclingfirma in der Schweiz. Dort fliesst es, sozusagen, als Jungbrunnen wieder in den Materialkreislauf zurück und kann zum Beispiel ein neues Leben als Baustahl oder Aludose beginnen. Dazu wird das Fahrzeug zunächst trockengelegt, sprich, das Öl, die Kühlflüssigkeit und der restliche Treibstoff werden entfernt. Noch intakte Ersatzteile wie Aggregate, Karosserieteile, Scheiben, Elektronik oder die Inneneinrichtung werden entnommen und weiterverkauft. Schliesslich geht es in den Schredder, wodurch auch wertvolle Metalle zurückgewonnen werden. Dank dieses Prozesses liegt die Verwertungsquote eines Autos bei fast 90 Prozent.

Jedoch findet nur jedes zweite TCS-Altauto den direkten Weg ins Recycling. Was geschieht mit dem Rest? «Um den Fuhrpark überschaubar zu halten und weil wir nicht aus jedem Fahrzeug Ersatzteile benötigen, werden sie an Garagen oder Private verkauft», erklärt Luigi Esposito. Zwar würden sie den hohen Ansprüchen des TCS an seine Flotte nicht mehr genügen, aber viele seien noch in gutem Zustand und könnten problemlos noch einige Kilometer als Privatfahrzeug abspulen. «Hier ist es aber besonders wichtig, dass wir die Beschriftungen und Erkennungsmerkmale zuvor ent- fernen. Nicht, dass später ein offizielles TCS-Fahrzeug als Privat-wagen herumfährt», sagt der Leiter der Zentralgarage.

Text: Dominic Graf
Fotos: Emanuel Freudiger

Réutilisation Une porte peut servir de pièce de rechange

Wiederverwendung Eine beschriftete Tür kann als wertvolles Ersatzteil dienen

Recyclage Patrouille

Ruhestand Zuvor war der Chevrolet Captiva über sechs Jahre im Tessin im Einsatz

DER BESTE PANNENDIENST DER SCHWEIZ

Pro Jahr leistet die TCS- Pannenhilfe zusammen mit ihren Partnern über 330 000 Einsätze – das sind mehr als 900 am Tag. Mit einer durchschnitt lichen Wartezeit von 35 Minuten und einer Weiterfahrquote von 82 Prozent sorgt der TCS für eine rasche und effektive Hilfe bei einer Panne oder einem Unfall in der Schweiz und in Liechtenstein.

Ab sofort sind TCS-Mitglieder auch bei Velo- oder E-Bike-Pannen geschützt. Ein Anruf genügt, und die TCS-Patrouilleure eilen zu Hilfe. Sollte die Reparatur vor Ort nicht gelingen, wird das Zweirad in die Wunschwerkstatt transportiert – und das Mitglied und seine Familie ans Ziel gebracht.

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