22.01.2018

Jaguar E-Pace, erster Kontakt

Wenn der erste Kompakt-SUV von Jaguar den Absatz der britischen Marke ankurbeln soll, dann muss er schon ziemlich durchgestylt sein. Das ist beim neuen, schön proportionierten und technisch fortschrittlichen E-Pace genau der Fall.


Wenn der erste Kompakt-SUV von Jaguar den Absatz der britischen Marke ankurbeln soll, dann muss er schon ziemlich durchgestylt sein. Das ist beim neuen, schön proportionierten und technisch fortschrittlichen E-Pace genau der Fall.

22. Januar 2018

Ian Callum, mittlerweile ist es sein neunter Jaguar, betont nachdrücklich: der kompakte E-Pace muss sich designtechnisch klar von seinem Bruder, dem äusserst erfolgreichen SUV F-Pace, unterscheiden. Um den 4,40 Meter langen Allradler zu designen, hat sich der Chefdesigner von Jaguar stattdessen vom Coupé F-Type inspirieren lassen. Es gibt Schlimmeres: die muskulösen Schultern, die mandelförmigen Scheinwerfer und die gestreckten Rücklichter wurden übernommen und anstelle des üblichen versenkbaren Drehschalters in der Mittelkonsole wurde sogar ein klassischer Schalthebel verbaut.

Auf hohen Beinen gebaut, zeichnet sich der E-Pace vor allem durch seine schmalen, seitlichen Fensterflächen aus, die nach hinten tropfenförmig auslaufen. Der Baby-Jag macht eine überaus gute Figur und wird keine grossen Schwierigkeiten haben, das für ihn vorgesehene Ziel, 80% Neukunden erobern, zu erfüllen.

Ein starker Hang zum Vortrieb

Abgesehen vom 4x2-Basismodell basiert der Jaguar E-Pace auf einem Allradantrieb, für den viel Aluminium verwendet wurde, unter anderem auch für die kompakte Mehrlenker-Hinterachse. Das Standardgetriebe verteilt das Drehmoment kontinuierlich entsprechend den Strassenbedingungen. Doch der SUV kann auch mit einem aktiven Allradantrieb ausgestattet werden: Bei gleichmässigem Gleiten wird das Drehmoment nur auf die Vorderachse übertragen, bei normaler Fahrweise begünstigt das Getriebe aber die Hinterachse. Die hecklastige Ausrichtung erlaubt trotzdem kein ausgeprägtes Übersteuern. Das System reagiert innerhalb 300 Millisekunden und kehrt beim kleinsten Schlenker in den Allradantrieb zurück.

Der Jaguar E-Pace will weniger ein angriffslustiger, sondern eher ein kompakter, solider SUV sein. Das ist auch seinem respektablen Gewicht (bis zu 1,9 Tonnen) zu verdanken. Sein dynamisches Gesicht zeigt der E-Pace aber mit dem Benzinmotor mit 300 PS, der ein etwas gekünsteltes, aber für einen Vierzylinder dennoch sehr beeindruckendes Brummen von sich gibt. Die Diesel-Version mit 240 PS überzeugt vor allem durch ihr solides Drehmoment von 500 Nm. Beides sind 2,0-l-Turbomotoren, die Automatik-Versionen sind an ein 9-Gang-Getriebe gekoppelt.

Unerwartete Allrad-Fähigkeiten

Trotz seiner Wattiefe von 50 cm und einer Bodenfreiheit von 20,4 cm macht dieser Baby-Jaguar äusserlich eher den Eindruck eines Salon-SUV. Falsch! Auch ohne den «Regen, Eis und Schnee»-Modus erkennt die Elektronik verschiedene Strassenverhältnisse und überwindet auch schwierigere Strecken mit Bravour. Ausserdem kann man das System bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h automatisch arbeiten lassen. Das Markenzeichen von Jaguar Land Rover.

In erster Linie ist der Jaguar E-Pace aber ein kompakter, einladender und komfortabler SUV. Das Armaturenbrett beherbergt den 10-Zoll-Touchscreen des Hauses, eine virtuelle Instrumentierung (ab Ausstattungsniveau hse) und ist mit einer hochwertigen, geschäumten Oberfläche überzogen. Die Kunststoffauskleidungen im unteren Bereich des Innenraums sind weniger hochwertig, doch der Gesamteindruck bleibt gut. Ausserdem erlaubt die hintere Sitzbank viel Beinfreiheit. Lediglich die Kopffreiheit leidet etwas an der abfallenden Dachform. Der Kofferraum verkündet stolze 577 l. Besonders schätzenswert ist seine rechteckige Auslegung. Weniger gefällt der leicht abfallende Kofferraumboden bei runtergeklappter Rücksitzbank.

Zeitgemässe Ausstattung

Als Zeichen seiner Zeit ist dieser kompakte SUV überaus vernetzt: Bis zu acht mobile Geräte lassen sich mit seinem bordeigenen Wi-Fi verbinden. Sicherheitstechnisch ist der SUV gut ausgestattet und bietet serienmässig sogar einen Fussgänger-Airbag. Und auch sonst ist die Ausstattung anständig. Das hindert den Preis dieses Baby-Jaguar aber nicht daran, in Premium-Höhen hinaufzusteigen.

Technisches Datenblatt

Länge: 4,40 m, Breite: 1,99 m, Kofferraum: 577 bis 1234 l; Motoren: Diesel mit 150/180/240 PS, Benziner mit 249/300 PS, 6-Gang-Schaltgetriebe und 9-Gang-Automatikgetriebe, per-manenter 4x2 und 4x4 Antrieb, 0 bis 100 km/h: ab 6,4 s; Kraftstoffverbrauch (gemischt): ab 4,7 l/100 km, CO2: ab 124 g/km; Anhängelast: max. 1800 kg; Preis: CHF 39'500.- bis CHF 73'900.-.

Share Funktionen:

Das könnte Sie auch interessieren

Angebote des TCS

Newsletter
Social Media
Touring Magazin
Neue Produkte & Jubiläen
 
Bitte haben Sie einen Moment Geduld
Wir optimieren gerade unsere Website, und es kann zu längeren Ladezeiten kommen.