Neues Atem-Alkoholmessgerät

Seit dem 1. Oktober 2016 ist auf unseren Strassen eine neue Messmethode für die Atem-Alkoholkontrolle eingeführt worden.


Das neue Atem-Alkoholmessgerät vereinfacht die Kontrollen sowohl für die Polizei als auch für die Fahrzeuglenkenden. Die Messeinheit hat sich geändert, und die erhaltenen Werte können als gesetzlicher Beweis dienen, was in den meisten Fällen die Blutprobe unnötig macht. Der Alkoholgrenzwert, ab dem Sanktionen angewandt werden, ist jedoch unverändert auf 0.5 ‰ (Promille) geblieben.

Messmethode

Einer der Punkte des eidgenössischen Verkehrssicherheitsprogramms «Via Sicura» bestand in der systematischen Einführung der Alkoholkontrolle mittels Atem-Alkoholmessgerät auf unseren Strassen. Dieses neue Instrument liefert zuverlässigere Werte als die bisher eingesetzten, kleinen Atem-Alkoholtestgeräte und macht die Blutprobe in den meisten Fällen unnötig.

Als rechtliche Beweise verwendbare Werte

Wer bisher ins «Röhrchen» blies und 0.8 ‰ Alkohol oder mehr im Blut hatte, musste sich im Spital oder beim Arzt eine Blutprobe nehmen lassen. Seit dem 1. Oktober 2016 ist das nicht mehr nötig: Die mit dem Atem-Alkoholmessgerät erhaltenen Werte sind beweiskräftig. Sie können also unabhängig vom Alkoholpegel und folglich auch für hohe Blutalkoholspiegel vor Gericht verwendet werden. Die Blutentnahme wird nur in Ausnahmefällen vorgenommen.

Neue Messeinheit

Das Atem-Alkoholmessgerät misst und gibt die Alkoholkonzentration pro Liter Ausatemluft an, nicht die Alkoholmenge im Blut wie bisher mit den Atem-Alkoholtestgeräten. Die neue Messmethode gibt die Milligramm Alkohol pro Liter Ausatemluft an (mg/l), statt der üblichen Promille (‰).

Äquivalenz von Messwerten des Alkoholkonzentration im Blut und in der Ausatemluft

Allgemeiner Alkoholgrenzwert

Alkohol im Blut

0.5 ‰

Alkohol in der Ausatemluft

0.25 mg/l

Allgemeiner Alkoholgrenzwert

Alkohol im Blut


0.5 ‰

Allgemeiner Alkoholgrenzwert

Alkohol in der Ausatemluft


0.25 mg/l

Für die folgenden Personengruppen gilt das vollständige Verbot des Fahrens unter Alkoholeinfluss (gesetzlich festgelegte Limite von 0.05 mg/l = 0.1‰):

  • Neulenker (Inhaber eines Führerausweises auf Probe)
  • Fahrschüler
  • Fahrlehrer
  • Berufschauffeure
  • Begleitpersonen bei Lernfahrten
Alkoholgrenzwert für Fahrzeuglenker mit Alkoholverbot

Alkohol im Blut

0.1 ‰

Alkohol in der Ausatemluft

0.05 mg/l

Alkoholgrenzwert für Fahrzeuglenker mit Alkoholverbot

Alkohol im Blut


0.1 ‰

Alkoholgrenzwert für Fahrzeuglenker mit Alkoholverbot

Alkohol in der Ausatemluft


0.05 mg/l

Zusammenfassung

Das hat sich geändert:

  • Die Messeinheit hat per 01.10.2016 geändert: mg/l (und nicht mehr ‰)
  • Keine Blutprobe mehr (abgesehen von Ausnahmefällen)
  • Die Resultate haben Beweiskraft (können also vor Gericht verwendet werden)

Das ist gleich geblieben:

  • Strassenverkehrskontrollen
  • Bei der Kontrolle muss ins «Röhrchen» (Atem-Alkoholmessgerät oder Atem-Alkoholtestgerät) geblasen werden
  • Erlaubter Blutalkoholgehalt in der Schweiz: Weniger als 0.25 mg/l (= 0.5 ‰)
  • Sanktionen

Häufig gestellte Fragen

Was hat sich für mich durch die Einführung der Kontrolle mit dem Atem-Alkoholmessgerät geändert?

Für die meisten Verkehrsteilnehmer hat sich nichts geändert. Diese Neuerung hat nur für jene Personen Folgen, die ihr Fahrzeug unter Alkoholeinfluss steuern und in eine Polizeikontrolle geraten. 

Was misst das Atem-Alkoholmessgerät?

Das Atem-Alkoholmessgerät misst die Menge an Milligramm (mg) Alkohol, die in einem Liter (l) Atemluft enthalten ist. Die Messeinheit ist somit nicht mehr Promille (‰). Sie müssen sich deshalb an neue Zahlen gewöhnen: Die alten Werte 0.5 und 0.8 ‰ entsprechen künftig 0.25 und 0.4 mg pro Liter. 

Benutzt die Polizei für die Kontrollen ausschliesslich Atem-Alkoholmessgeräte?

Nein, im allgemeinen verwendet sie für die erste Kontrolle weiterhin ein Atem-Alkoholtestgerät. 

Was ändert sich für mich, wenn ich in eine Polizeikontrolle gerate, nachdem ich Alkohol getrunken habe?

Die kontrollierte Person kann das Resultat des Atem-Alkoholtestgerätes (durch ihre Unterschrift) anerkennen, falls es weniger als 0.40 mg/l (= 0.8‰) beträgt; dadurch wird das Ergebnis rechtsgültig. Ergibt dieser Alkoholtest ein Resultat von 0,40 mg/l oder mehr, muss die Polizei eine Zweitkontrolle mit dem Atem-Alkoholmessgerät durchführen. 

Verringert sich die erlaubte Alkoholmenge?

Nein. Die Reglementierung verändert sich nicht. Die Vorschriften bleiben dieselben wie bisher. 

Sind die Sanktionen schärfer, wenn ich nach zuviel Alkohol von der Polizei kontrolliert werde?

Nein. Die Sanktionen bleiben gleich. 

Kann man das Ergebnis eines mit dem Atem-Alkoholmessgerät durchgeführten Kontrolle anfechten?

Ja, man muss jedoch zuvor einen Bluttest verlangen. Wenn das zweite Resultat das erste bestätigt, müssen die zusätzlichen Kosten – die mehrere hundert Franken betragen können – von der kontrollierten Person beglichen werden. 

Wann ist eine Blutprobe nötig?

  • Wenn der/die Fahrzeuglenkende sie verlangt.
  • Wenn der Verdacht auf Betäubungsmittel besteht.
  • Wenn die betroffene Person an einer Atemwegserkrankung leidet.
  • Wenn der/die Fahrzeuglenkende versucht, das Resultat der Atem-Alkoholmessung zu beeinflussen (z.B. durch Hyperventilieren).
  • Wenn das Atem-Alkoholmessgerät auch nach mehrmaligen Versuchen kein Ergebnis anzeigt, z.B. weil die Menge der Ausatemluft ungenügend ist.
  • Wenn der Alkoholisierungsgrad zu einem früheren Zeitpunkt festgestellt werden muss (z.B. nach Fahrerflucht).
  • Wenn die lenkende Person geltend macht, sie habe erst nach einem Unfall oder einer Verkehrsregelverletzung Alkohol konsumiert.
  • Wenn kein Atem-Alkoholmessgerät zur Verfügung steht.

Führt die Polizei mehr Verkehrskontrollen durch?

Es hängt von den verschiedenen Polizeikorps ab, ob sie die Kontrollen mit der ihnen zur Verfügung stehenden neuen Methode intensivieren wollen oder nicht. 

Was sind die wichtigsten Vorteile der beweissicheren Kontrolle mit dem Atem-Alkoholmessgerät, deren Werte vor Gericht verwendet werden können?

Die Blutprobe im Spital ist im Normalfall nicht mehr notwendig. Den Fahrzeuglenkenden bleibt somit eine unangenehme Untersuchung erspart, und auf das Resultat muss nicht lange gewartet werden. 

Wie funktioniert das Atem-Alkoholmessgerät?

Man muss während 5 Sekunden in das Mundstück des Atem-Alkoholmessgerätes blasen. Das Gerät führt anschliessend zwei unabhängige Messungen ein und derselben Atemprobe durch. Es zeigt das gültige Resultat nur an, wenn die beiden Messungen ein identisches Resultat ergeben. Atem-Alkoholmessgeräte sind wesentlich präziser als die heutigen Atem-Alkoholtestgeräte. 

Kann ich die Kontrolle mit dem Atem-Alkoholmessgerät verweigern?

Ja, das ist möglich. In diesem Fall wird eine Blutprobe angeordnet. 

Was geschieht, wenn ein Fahrzeuglenkender auch die Blutprobe verweigert?

Die Verweigerung einer Blutprobe hat bei Motorfahrzeugführenden eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe sowie einen Ausweisentzug von mindestens drei Monaten zur Folge. Zudem kann aus wichtigen Gründen auch gegen den Willen der verdächtigen Person eine Blutprobe entnommen werden. 

TCS Verkehrssicherheit
Telefon +41 58 827 23 90
Fax +41 58 827 51 24
Share Funktionen:

Angebote des TCS

Social Media
Newsletter
Apps
Touring Magazin