01.12.2017

Wie gefährlich ist Vulkanasche?

Schweizer Bali-Touristen machen sich Sorgen, doch eine erhebliche Gesundheitsgefahr besteht derzeit nicht.


Schweizer Bali-Touristen machen sich Sorgen, doch eine erhebliche Gesundheitsgefahr besteht derzeit nicht.

01. Dezember 2017

Der Mount Agung in Denpasar (Bali, Indonesien), 3’142 Meter hoch, schleudert seine Asche kilometerweit und sorgt seit Tagen für Chaos auf der beliebten Ferieninsel. Bereits letztes Wochenende hatte sich die Farbe der aufsteigenden Wolke von weiss zu dunkelgrau geändert. Das bedeutet, dass aus der Rauchwolke eine Aschewolke wurde. Statt Wasserdampf steigen nun Staubpartikel auf, die so gross wie Sandkörner sein können – und damit auch den Flugverkehr behindern. Wie lange das Glutmonster noch brodelt und qualmt, ist nicht abzusehen.

Vulkanasche besteht aus festen, nur Bruchteile von Millimetern grossen Glas- und Gesteinspartikeln, die durch feine Zerteilung von Magma entstehen. Die Teilchen werden beim Ausbruch des Vulkans geschmolzen, in der Luft kühlen sie wieder ab und erstarren. Eruptionen setzen ausserdem Gaswolken frei, die unter anderem Kohlen- und Schwefeldioxid enthalten. Diese Mischung aus Gas und Staub verdichtet sich zu einer schwarzen Rauchwolke.

Was geschieht, wenn Aschewolken-Teilchen in die Atemwege gelangen?

Laut Lungenfacharzt Professor Karl-Christian Bergmann, der zum Thema schon viele Interviews gab, enthalten Aschewolken in der Regel kleine, kristalline Staubteilchen ohne chemische Wirkung. Sind diese Partikel gross genug, werden sie in der Nase abgefangen und ausgeschneuzt. Sind sie klein genug, gelangen sie in die Bronchien, werden von dort mit kleinen Härchen, dem sogenannten Flimmerepithel, wieder nach oben befördert und ausgespuckt oder runtergeschluckt. Bei Menschen, deren Lungentätigkeit schon beeinträchtigt ist, kann das gemäss Bergmann zu Reizungen führen und zum Beispiel zusätzliche Asthmaanfälle auslösen.

Um die Gesundheit der Menschen vor Ort in Bali ernsthaft zu gefährden, müssten die feinen Partikel der Asche des Vulkans aber zunächst niedrige Luftschichten erreichen – und das in massgeblichen Konzentrationen. Spätestens dann sollte man sich nicht im Freien aufhalten und wenn doch, Schutzmasken tragen.

Diese Symptome könnten durch Aschestaub hervorgerufen werden:

  • Die Augen sind gerötet und tränen vermehrt.
  • Die Nase juckt, die Partikel lösen einen Niesreiz aus.
  • Ein weiteres Symptom ist ein trockener Reizhusten.
  • Bei akutem Ascheregen droht Luftnot.
  • Auch Hautreizungen können auftreten.

Wer sich derzeit in Bali aufhält und starke Symptome aufweist, sollte vor Ort oder spätestens nach der Ferienrückkehr einen Lungenarzt, einen Allergologen oder einen Kinderarzt aufsuchen. Wer eine Vorerkrankung hat (z.B. Asthma), ist in der Regel schon ausreichend mit den notwendigen Medikamenten wie einem Asthmaspray versorgt.

Warnungen beachten

Das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) rät Reisenden dazu, sich vor Reisen nach Bali bei ihrem Reisebüro über die Durchführbarkeit der Reise zu informieren und die Fluggesellschaften um Auskunft zu ersuchen. Touristen sollten Warnungen und Instruktionen der lokalen Behörden, zum Beispiel Sperrzonen und Evakuationsbefehle beachten und mit ihrem Reiseveranstalter in Kontakt bleiben. 

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