





Der Trick ist alt. Bequem auf der Anreise und doch vergnüglich im Kurvengeschlängel soll ein Sporttourer sein. Dieses Pflichtenheft erfüllen bei Honda eine Reihe von Modellen, doch nun folgt mit der Honda CB1000GT ein Bike, das der ursprünglichen Idee am nächsten kommt. Die Anreise bei Autobahntempo lässt sich auf der GT unverkrampft abhaken. Bei Tempo 120 und 4500/min gibt es leichte Vibrationen fürs Gesäss, aber nur minimale für Hände und Füsse. Die kleine Halbschalenverkleidung mit per Handhebel (auch während der Fahrt) höhen- und neigungsverstellbarer Scheibe bietet weniger Windschutz als erhofft, dafür bleibt es an den Beinen so gut wie windstill. Besseren Windschutz für Oberkörper und Kopf verspricht eine grössere Zubehörscheibe als Teil des optionalen Komfortpakets.
Gepäck reist in den im Preis inbegriffenen Seitenkoffern, die Begleitung sitzt recht hoch auf eher kleinem Polster, dafür mit viel Platz für die Beine und in engem Kontakt zum Vordermann. Ein empfehlenswertes Arrangement für harmonischen Kurvenswing im Duett. Ausser vielleicht für Mollige.
Die Sitzposition von Pilotin oder Pilot an der breiten Lenkstange ist moderat aktiv; nicht so aufrecht, dass der Hintern kneift, nicht so gebeugt, dass es Nacken oder Handgelenke strapaziert. So ausgewogen positioniert, stürzt man sich gern ins Kurvenparadies – im Fall der Testfahrt in den Hügeln bei Benidorm an der spanischen Costa Blanca.
Kern der CB1000GT bilden ein Stahlrohrchassis mit Adaptivdämpfern und ein 1000-ccm-Vierzylinder. Den zuerst in der supersportlichen Fireblade von 2017 eingesetzten Motor hat Honda letztes Jahr fürs Naked Bike CB1000 Hornet gebändigt und nun für die GT nochmals leicht angepasst. Der Charakter bleibt aber drehzahlorientiert sportlich statt tieftourig drehmomentorientiert. Bis 4000/min läuft das Triebwerk manierlich, aber ohne Wumms. Doch darüber steigert sich der Vierzylinder zunehmend in ein furioses Leistungsfeuerwerk, gut spürbar auch dank des erfreulich niedrigen Fahrzeuggewichts. Der Motor dreht fast bis 12’000/min – im 6. Gang nicht zu erreichen, weil die Honda elektronisch auf echte 200 km/h (220 auf dem Tacho) limitiert ist. Überragende Sparsamkeit ist vom Vierzylinder nicht zu erwarten, der Normverbrauch beträgt recht stolze 6 Liter pro 100 Kilometer. Immerhin ist der Tank entsprechend gross.
Das Handling ist leichtfüssig, die Schräglage hält die GT neutral und ohne Lenkkorrekturen. Das Fahrwerk zeigte sich – über guten Asphalt – nachgiebig und doch mit kontrollierter Dämpfung, selbst bei verschärfter Gangart. Motoransprache und -leistung, elektronische Assistenz sowie Dämpfung sind in Fahrmodi gebündelt. Ausserdem lässt sich die Federung elektronisch auf die Beladung einstellen. Auch serienmässig dabei: der Tempomat.
Die Honda CB1000GT bietet viel Technik bei erfreulich zurückhaltender Preisgestaltung, die sogar einen Hauptständer – selten geworden, aber praktisch für Wartungsarbeiten unterwegs – umfasst. Da lassen sich die wenigen offensichtlichen Sparanstrengungen (rustikal-pragmatische Leitungs- und Kabelverlegung ums Cockpit, günstige Koffer oder der Auspuff in Schornsteinoptik) leicht verschmerzen. Eine Anzeige der Aussentemperatur allerdings vermissen wir an einem Tourenmotorrad dann doch.
Text: Daniel Riesen
Bild: Honda
Daten und Preis
Honda CB1000GT
Antrieb 4-Zylinder-Reihenmotor,
1000 ccm, max. 110 kW (150 PS) bei 11’000/min, 102 Nm bei 8750/min,
6-Gang-Getriebe mit Schaltassistent; Endantrieb: Kette
Fahrwerk Stahlrohr-Brückenrahmen, Upside-Down-Gabel vorn, Zentralfederbein hinten, elektronisch gesteuerte Dämpfung
Abmessungen Sitzhöhe: 825 mm; Gewicht, vollgetankt: 229 kg; Tank: 21 l; Verbrauch: 6 l/100 km (WMTC)
Preis ab 13'690 Franken
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