Mit Haustieren in die Ferien

Wenn man mit dem geliebten Vierbiener verreist, sollte man sich über die im Ausland geltenden Regeln informieren.


Wer mit Hund, Katze oder Maus ins Ausland reist, sollte sich vorher über die jeweiligen Bestimmungen kundig machen. Sonst könnte es unangenehm werden. Und soll der Liebling gar in die Luft gehen, ist eine gewisse Vorlaufzeit unbedingt nötig.

Sicher unterwegs im Auto

Das Schweizerische Verkehrsrecht besagt lediglich, dass Tiere im Autoinneren so transportiert werden müssen, dass sie beim Fahren nicht stören und weder Ablenkung noch Gefahr darstellen. Da Tiere nie ganz berechenbar sind, raten Experten dazu, Hunde entweder auf dem Rücksitz mit speziellen Gurten zu sichern oder sie im Kofferraum in einer entsprechenden Hundebox zu transportieren. Katzen, Nagetiere oder Vögel sind ebenfalls am besten in geschlossenen und gesicherten Körben beziehungsweise Käfigen im Kofferraum unterwegs.

Für eine gute Fahrt

Auf längeren Strecken brauchen Hunde und Katzen regelmässig Pausen, in denen sie fressen, trinken, ihr Geschäft erledigen und sich bewegen können. Veterinäre raten, Katzen während Pausen ebenfalls anzuleinen, damit sie nicht auf die Strasse laufen. Für Hunde, die reisekrank werden, gibt es spezielle Medikamente. Wichtig ist, dass die Tiere im Wagen nicht direkt der Sonne ausgesetzt sind. Das gilt nicht nur für den Sommer. Und es sollte selbstverständlich sein, sie nie für längere Zeit allein im Auto zu lassen. Bei hohen Aussentemperaturen droht rasch der Tod.

Andere Länder, andere Regeln

Vor der Reise mit Tieren ins Ausland, sollte man sich unbedingt über die nötigen Einreisedokumente und Transportbedingungen erkundigen. So können etwa in Österreich im Auto nicht korrekt gesicherte Tiere mit Bussen bis zu 5000 Euro geahndet werden. Heimtierpass, darin festhaltente Identifizierung des Tieres per Mikrochip, Nachweis über gültige Tollwutimpfung und bei Hunden vielfach auch Behandlung gegen Bandwurmbefall sind Standard. Darüber hinaus gibt es häufig landesspezifische Regeln. So verlangen deutsche Behörden bei Einreise einen schriftlichen Nachweis, dass das Tier dort nicht den Besitzer wechselt oder verkauft wird. Spanische Grenzbehörden wiederum schätzen, wenn die Dokumente auch auf Spanisch verfasst sind. Auskünfte sind auf den Seiten von Zollämtern und Botschaften zu finden.  

Haustiere im Flugzeug

Den Transport von tierischen Passgieren handhabt jede Fluggesellschaft etwas anderes. Als Beispiel sei die Swiss genannt. Frühzeitig anmelden, dass ein Tier mitfliegt und die für das jeweilige Land erforderlichen Einreisepapier beschaffen. Auch müssen Katzen und Hunde, die mit der Swiss reisen, gechipt sein. Ein Swiss-Passagier kann pro Flug zwei Tiere mitnehmen.

Kabine oder Frachtraum

Hunde und Katzen bis acht Kilo Gewicht (inklusive Transporttasche mit einer maximalen Grösse von 55x23x40cm) dürfen mit Herrchen oder Frauchen in der Kabine mitfliegen und verbleiben währenddessen in der Tasche. Tiere, die mehr als acht Kilo wiegen und deren Transportbehälter grösser sind als 55x23x40 cm, werden im Frachtraum transportiert. Ihre Boxengrössen müssen den IATA-Richtlinien entsprechen. Für Kampfhunde sind wieder spezielle Behälter nötig.  

Für einen guten Flug

Veterinäre raten dringend, Tiere vor dem Flug langsam an die Box zu gewöhnen, sie beispielsweise mehrmals zu Hause darin mit etwas Wasser übernachten zu lassen. Der Aufenthalt im Transportbehälter sollte zum positiven Erlebnis werden. Wichtig ist, dass die Box ausreichend Platz bietet und dass auch der Wasserbehälter gross genug ist, damit das Trinken leicht fällt. Letzterer muss stabil gearbeitet sein, so dass er nicht gleich umfällt oder zerkaut werden kann.  

Umsonst fliegt (fast) keiner

Der Transport von Tieren im Flugzeug ist stets kostenpflichtig. Ausnahme: Hunde mit Hilfs- und Schutzfunktion. Diese reisen gratis. Ansonsten variieren die Preise nach Gewicht beziehungsweise Käfiggrösse und Flugstrecke. So kostet ein Kleintransport in der Kabine auf einem Flug von der Schweiz zu einem Ziel innerhalb Europas 60 Franken und ein Grosstransport (Käfiggrösse 2-5) im Frachtraum von New York nach Zürich 400 US Dollar. Unbegleitet dürfen Hunde und Katzen erst ab 12 Wochen reisen. Geht die Reise in die USA, müssen sie sogar 16 Wochen alt sein. Andere Tiere als Hunde, Katzen, Kaninchen und Hasen gelten als Fracht.  

Mitnahme von Tieren im Zug

Die Mitnahme von Tieren in Bahnunternehmen ist in der nationalen Tariforganisation des öffentlichen Verkehrs der Schweiz, ch-direkt, geregelt.

Wann ein Billet nötig ist

Hunde bis 30 cm Schulterhöhe, Katzen, Kaninchen, Vögel und andere zahme kleine Tiere dürfen in Körben und Käfigen in den Personenwagen gratis mitgenommen werden, müssen jedoch während der Fahrt darin verbleiben. Nehmen ihre Halter sie aus ihren Behältnissen, wird ein Halbpreisticket zweiter Klasse oder allenfalls der vorgesehene Mindestfahrpreis fällig. Auch wenn der Tierbesitzer für den Transportbehälter einen Sitzplatz beansprucht, muss er ein Halbpreisticket 2. Klasse lösen. Für Hunde, die grösser als 30 cm Schulterhöhe sind, ist stets dieses Billet zu lösen. Nutzhunde wie Blindenführ- oder Rettungshunde dürfen in 1. und 2. Klasse umsonst mitreisen.  

Tierische Angebote

SBB und BLS beispielsweise bieten Hunde-Tageskarten sowie Hunde GAs an, die in der 1. und 2. Klasse gültig sind, je nach Fahrausweis der Begleitperson. 

(Quellen: Swiss, ch-direkt, BLS, SBB, SVK und ASMPA, diverse Botschaften, Landwirtschaftsbehörden und Zollämter)

Hundetransport im Auto – Rückhaltesysteme im Test

Verschiedene Arten von Rückhaltesystemen versprechen die nötige Sicherheit. Der TCS hat 19 Produkte für den Hundetransport im Auto getestet. Untersucht wurden sechs Hundegeschirre, zwei Gitterkäfige, zwei Kunststoffboxen, zwei Stoffboxen sowie sieben Metallboxen.

Share Funktionen:

Das könnte Sie auch interessieren

Angebote des TCS

Newsletter
Social Media
Touring Magazin
Neue Produkte & Jubiläen
 
Bitte haben Sie einen Moment Geduld
Wir optimieren gerade unsere Website, und es kann zu längeren Ladezeiten kommen.