Schutz vor Diebstahl und Einbruch

Wohnmobil und Wohnwagen richtig schützen und sichern


Camper schreiben für Camper!

Autor: Michael Sterk, TCS Camping Mitglied und begeisterter Camper. Unterwegs mit Wohnwagen und Wohnmobil und tätig als Betriebsleiter im Campinghandel.

Die Ferien stehen vor der Tür und die Vorfreude ist gross. Damit man die Ferien in vollen Zügen geniessen kann, ist es ratsam sich zuvor ein paar Gedanken darüber zu machen, wie man sich gegen Einbruch und Diebstahl schützen kann.

In welchen Ländern muss ich besonders achtsam sein?

Schutz vor Diebstahl Wohnmobil

Ein Einbruch ins Reisemobil, und im speziellen, wenn man darin schläft, ist eine Schreckensvision. 

Laut Statistik ist die Häufigkeit dieser Einbrüche in Deutschland, Österreich, Schweiz und den Skandinavischen Ländern aber eher gering. Auch auf Campingplätzen und bewachten Park- oder Stellplätzen kommt es eher selten dazu. 

In und in der Nähe südeuropäischer Ballungszentren, bzw. in Italien, Spanien und Südfrankreich kommt es hingegen öfters vor. Auch auf den Autobahnraststätten im Süden ist die Häufigkeit grösser.

Sicherheitsschlösser und Alarmanlagen nachrüsten

An sehr vielen Fahrzeugen können sich die „bösen Buben“ in relativ kurzer Zeit Zugang ins Fahrzeug verschaffen. Leider gibt es immer noch eher selten die Möglichkeit, bereits ab Werk spezielle Sicherheitsschlösser oder Alarmanlagen für ein Fahrzeug zu bestellen. Die Einbruchsicherheit wird bei vielen Wohnmobil- und Wohnwagenherstellern dem Nachrüstmarkt überlassen. Der Nachrüstmarkt bietet aber eine Fülle an Möglichkeiten um sich bestmöglich zu schützen.

Massnahmen die helfen können, einen Einbruch zu verhindern

Es ist wie zu Hause in den eigenen vier Wänden. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Aber mit ein paar nachfolgend aufgezeigten Massnahmen, kann man das Risiko erheblich reduzieren. 

  • Wie kommen die Diebe in das Fahrzeug? Die Einbrecher suchen immer nach einer Möglichkeit, mit der alles ganz schnell geht. Oftmals findet der ganze Einbruchsvorgang in weniger als einer Minute statt. Am häufigsten wird der Zugang über die Türen versucht. Aber auch durch Fenster, Dachhauben oder an den grossen Aussenklappen der Heckgaragen wird versucht, in das Fahrzeug zu gelangen.
  • Die Original-Fahrerhaustüren der Chassis-Hersteller lassen sich teilweise relativ einfach und schnell öffnen. Diese kann man mit speziellen, massgeschneiderten Zusatzschlössern sichern. Alternativ kann man auch ein entsprechend selbst angefertigtes Stahlseil um die innenliegenden Türgriffe der Fahrer- und Beifahrertüre spannen und mit einem guten Vorhängeschloss sichern.
  •  Für die Aufbautüren der Wohnmobil- und Wohnwagenhersteller gibt es spezielle, in der Tür verbaute, Zusatzsicherheitsschlösser oder auch aussen angebrachte Sicherheitsschlösser- oder Sicherheitsbügel. Die Garagenklappen kann man ebenfalls mit verschiedenen Zusatzschlössern sichern. Kommen mehrere Schlösser zum Einsatz ist es von Vorteil, wenn man darauf achtet, dass sich alle Sicherheitsschlösser mit ein und demselben Schlüssel Verschliessen lassen.

Wohnwagen- oder Wohnmobil-Fenster sichern

Die Fenster sind ebenfalls eine Möglichkeit in das Fahrzeug zu kommen. Vorgehängte Fenster, die bei fast allen Wohnwagen, aber auch bei Wohnmobilen zum Einsatz kommen, sind einfacher zu knacken, als Rahmenfenster. Das Einschlagen der meist aus Acrylglas gefertigten Fenster ist nahezu unmöglich. Der Schwachpunkt sind die Verriegelungsmechanismen aus Kunststoff. 

Hierfür gibt es noch wenige Anbieter, welche eine sichere mechanische Lösung bieten. Eine neuartige Fenstersicherung ist ein Edelstahl-Sicherheitsprofil. Die speziell geformte Schiene wird von unten mit dem Acrylglas des Ausstellfensters verklebt, bzw. verschraubt. Die Schiene lässt sich dann von innen ganz einfach mit zwei Rändelschrauben im Rahmen arretieren. Die Nutzung der Fenster ist uneingeschränkt möglich, solange die Rändelschrauben nicht heruntergedreht sind.

Das Campingfahrzeug mit einer Alarmanlage vor Einbruch schützen

Sehr gut absichern lässt sich ein Wohnwagen oder ein Wohnmobil auch mit einer speziellen Alarmanlage. Für Wohnmobile gibt es zwischenzeitlich Anlagen, die sich mit der Elektronik des Chassisherstellers koppeln lassen. Die Anlage kann über die Fernbedienung des Zündschlüssels aktiviert werden. Mit einem safe.lock-Modul lässt sich auch noch die zum Teil unsichere Elektronik des Fahrzeugschlüssels optimieren. Am einfachsten nachzurüsten sind Anlagen mit Funk-Kontaktschalter für Türen und wahlweise auch für Fenster, Dachhauben und Aussenklappen. So müssen keine Kabel im Fahrzeug verlegt werden und die Nachrüstung geht recht zügig. Sogar die Velos lassen sich auf dem aussen montierten Träger mit einer Funk-Kabelschleife sichern. Diese Anlagen lassen sich beliebig erweitern mit Funkgaswarner, Zusatzsirenen, LED-Blitzlampen und GSM/GPS-Modulen. Mit einem solchen Modul bekommt man eine SMS-Nachricht, wenn die Alarmanlage ausgelöst wurde, bzw. man kann sein Fahrzeug bei einem Fahrzeugdiebstahl orten.

Ein Tresor für die Wertsachen

Für Wohnwagen und Reisemobile gibt es spezielle, in verschiedenen Grössen verfügbare, Tresore. Diese werden im Fahrzeug verbaut und fest mit der Karosserie verschraubt, so dass es nahezu unmöglich ist, diese komplett zu entwenden. Am besten geeignet sind Tresore mit einem Nummerncode, so dass man nicht auch noch den Tresor-Schlüssel mit an den Strand nehmen muss.

Schutz gegen Entwendung des kompletten Campingfahrzeuges

Schutz vor Diebstahl Wohnmobil Radkralle

Gegen Diebstahl des ganzen Fahrzeug gibt es mechanische Einrichtungen, wie z.B. Rad- oder Lenkradkrallen.

Die Wohnwagen-/Wohnmobilhändler in der Schweiz bieten ein umfangreiches Sortiment an Sicherheitseinrichtungen an und können die für Sie auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene beste Lösung offerieren.

Tipps zur Vorsorge gegen Diebstahl oder Einbruch

Darüber hinaus ist es aber auch wichtig sich durch das Beachten der nachfolgenden Tipps und Ratschläge, Vorsorge zu treffen.

  • Besonders empfehlenswert ist es, die unterschiedlichen Schutzmechanismen von außen gut sichtbar zu installieren, sodass diese den Einbrecher abschrecken und er sich für das ungesicherte Nachbarfahrzeug entscheidet.
  • Wer richtig parkt, hat halb gewonnen. Von Einbrüchen auf Autobahnraststätten und Autobahnparkplätzen hört man mittlerweile öfters. Speziell zur Hauptreisezeit können diese in ganz Europa vorkommen. Lassen Sie bei einer Rast Ihr Fahrzeug nie ganz alleine. Eine Person, welche im Fahrzeug zurück bleibt ist der beste Schutz. Vom Übernachten auf solchen Einrichtungen, speziell im Süden, ist eher abzuraten, es sei denn der Parkraum ist gut beleuchtet und bewacht. Geben Sie Dieben möglichst auch keinen Sichtschutz durch Hecken oder Büsche.
  • Wertsachen nie offen liegen lassen. Denn dass beispielsweise ein Laptop, eine Fotoausrüstung oder eine prall gefüllte Handtasche offen im Camper liegt, erkennen Diebe schon bei einem kurzen Blick durchs Fenster.
  • Geldbörsen, Dokumente, Schlüssel und Wertgegenstände am besten nachts unter Ihrem „Kopfkissen“ oder an anderen, sehr schwer zugänglichen Orten, deponieren.
  • Türen, Fenster, Klappen und Dachluken müssen bei Abwesenheit geschlossen sein. Bei Reisemobilen ist das Schließen der Front- und Seitenverdunklung ratsam. So kann ein Dieb nicht sofort erkennen ob das Fahrzeug gerade bewohnt ist oder nicht. Die Aufbaufenster hingegen besser nur halb verdunkeln als Sichtschutz, damit das Fahrzeug nicht „unbewohnt“ aussieht.
  • Nachts darauf achten, dass alle Fenster, Klappen und Türen geschlossen sind. Die Dachluke kann einen Spalt weit zur Belüftung geöffnet bleiben.
  • Man hat schon von Trickbetrügern gehört, die am Straßenrand eine Panne simulieren, um Sie aus Ihrem Fahrzeug zu locken. Bleiben Sie lieber im Fahrzeug sitzen und bieten Sie an, mit dem Handy die Polizei oder den Pannendienst zu verständigen.
  • Verstecken Sie keine Schlüssel am Fahrzeug. Zwischenzeitlich sind die gängigsten Verstecke bei den Dieben bekannt und der Einbruch in das Fahrzeug ist ein Kinderspiel.
  • Beliebte Verstecke, wie zum Beispiel Handschuhfächer, meiden. Hier schaut ein Dieb zuerst nach. Lassen Sie beim Verlassen des Wohnmobils das leere Handschuhfach offen. Das zeigt dem Einbrecher, dass sie vorgesorgt haben und keine Wertgegenstände im Wohnmobil gelassen haben.

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