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08.04.2026

Auf Plattformen finden sich zunehmend Elektro-Occasionen.

Les plateformes proposent de plus en plus de véhicules électriques d’occasion.

Interview: Dino Nodari
Fotos: Emanuel Freudiger

Der TCS-Experte MartinBolliger sieht darin eine gute Gelegenheit für günstige Mobilität.

Mythos 1: Gebrauchte Elektroautos haben zu wenig Reichweite.
Ob die Reichweite passt, hängt von den jeweiligen Anforderungen ab. Im Alltag kommt man mit weniger aus, für die Ferien hätte man gerne mehr. Heutige vier- bis fünfjährige E-Occasionen verfügen meist über 400 Kilometer Normreichweite oder mehr. Üblicherweise liegt der SoH (State of Health, Zustand der Batterie) noch bei über neunzig Prozent, das heisst, dass der Akku weniger als zehn Prozent seiner ursprünglichen Speicherfähigkeit verloren hat.

Mythos 2: E-Occasionen weisen einen hohen Wertverlust auf, sie sind keine gute Investition.
Eine Occasion kauft man in der Regel nicht als Wertanlage, sondern um seine Mobilität günstig und umweltfreundlich abzudecken. Sind also die Occasionen günstig zu haben, ist das für die Käufer eine gute Gelegenheit. Und auch die Autohändler sind froh, wenn sie wieder über Platz für neue Autos auf ihren Stellplätzen verfügen.

Mythos 3: Die schnelle technologische Entwicklung führt dazu, dass Stromer als Occasion veraltet sind.
Die Technologie entwickelt sich tatsächlich rasant. Trotzdem sehen wir, dass etwa die Reichweiten bei den Mittelklasseautos seit 2020 kaum mehr zugenommen haben. Auch die Schnellladung ist schon seit längerer Zeit Standard, und Leistung haben E-Autos ohnehin genug, wenn nicht sogar zu viel. Es lohnt sich also, zu fragen, welche Innovationen einem wichtig sind. Viele Leute können zum Beispiel gut auf den Tempowarner verzichten, der in Neu wagen obligatorisch ist.

Bolliger
Martin Bolliger. Der TCS-Experte sieht E-Occasionen als gute Gelegenheit.

Mythos 4: Muss eine Batterie ausgetauscht werden, ist das teuer.
Um sicherzugehen, dass die Batterie noch gut ist, empfehlen wir auf jeden Fall, einen Test zu machen und ein Testzertifikat zu verlangen. Die Garantie für E-Auto-Batterien beträgt meist acht Jahre oder 160 000 Kilometer und garantiert einen SoH von mindestens siebzig Prozent der ursprünglichen Kapa zität. Batterien müssen heute in den seltensten Fällen ersetzt werden, da immer mehr Know-how vorhanden ist, um Reparaturen durchzuführen. Das kann bedeuten, dass einzelne Zellen oder Module getauscht werden oder aber Dichtungen, Sicherungen und Elektronik ersetzt werden.

Mythos 5: Graue Energie und Batterien, die als Sondermüll entsorgt werden müssen: E-Autos sind gar nicht ökologischer.
Schon nach etwa 50 000 Kilometern ist man mit dem Elektroauto ökologischer unterwegs als mit einem Verbrenner, wie ein Blick auf den CO₂-Rechner auf tcs.ch/autosuche zeigt. Je länger ein solches Auto in Betrieb bleibt, desto besser ist es für die Umwelt. Und der Akku wird am Ende rezykliert. Allein in der Schweiz gibt es mehrere Firmen, die darauf spezialisiert sind und das auch schon anbieten.

Mythos 6: Ich kann keine Ladestation installieren, also lohnt sich ein E-Auto für mich nicht.
Eine Ladestation zu Hause bringt viel Komfort und Kosteneinsparungen. Wer diese nicht hat, muss sich organisieren. Doch es geht oft auch ohne. Immer mehr Arbeitgeber installieren Ladeinfra struktur für ihre Mitarbeitenden, und auch öffentliche Lademöglichkeiten sind weit verbreitet. Man kann auch – wie mit dem konventionellen Auto – zum Schnelllader fahren, um «aufzutanken». Zugegeben: Es dauert dort eher eine halbe Stunde als die gewohnten bis zu fünfzehn Minuten (erst Tanken, dann durch den Shop streifen, dann an der Kasse anstehen und schliesslich bezahlen). Dafür kann man während dieser Zeit etwas erledigen. Und mit einem entsprechenden Abo fährt man auch beim öffentlichen Laden wesentlich günstiger als mit Benzin.

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