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28.10.2022

Energie sparen leicht gemacht

Wie genau die Versorgungssicherheit mit Energie in diesem Winter aussehen wird, ist noch unklar.
28. Oktober 2022

Sicher ist aber, dass auch Private mit kleinen Verhaltens­änderungen den Energiehunger zügeln ­können – das lohnt sich nicht nur finanziell.

Haushaltzoom

Die Zeiten von ständig im Überfluss verfügbarer und vor allem günstiger Energie dürften vorbei sein – zumindest kurzfristig. Auf lange Sicht ­bietet sich durch die derzeitige Krise sogar die Möglichkeit, unabhängiger von ausländischen Energielieferanten zu werden, und damit in ­vielen Fällen auch von üblen Despoten. Vorerst aber dürften viele unter den gestiegenen Gas-, Treibstoff- und Strompreisen leiden. Höchste Zeit also, um nicht nur auf politischer und gesell­schaft­licher Ebene aktiv zu werden, sondern auch auf ­individueller. Denn rund dreissig Prozent des Stroms wird in der Schweiz verschwendet. Die Energiekrise könnte sich also durch ­einfache ­Verhaltensänderungen vermeiden lassen, so die Meldung in der «Sonntagszeitung» von Mitte September. Die Zeitung zitiert dabei einen Bericht des Bundesamtes für Energie an den Bundesrat. Privathaushalte, Unternehmen und Gemeinden müssten dafür vor allem ver­altete Stromfresser durch moderne, intelligente Geräte ersetzen. Dieser Ersatz aber geht meist ins Geld und ist in der Regel auch nicht von heute auf morgen realisierbar.

Bewusster Umgang mit Energie

Haushaltzoom

Die hohen Energiepreise in diesem Winter sind wohl schon für viele Anreiz genug, sorgsamer mit Gas, Strom und Öl umzugehen. Aufgrund der wohl happig steigenden Preise werden sich Verhaltensänderungen und ein bewussterer Um­gang mit Energie nicht nur im eigenen Portemonnaie niederschlagen. Wenn es uns nämlich gelingt, den Energiehunger unserer Helfer im Alltag ­etwas zu zügeln, wird das auch die Versorgungssicherheit in der Schweiz erhöhen – auch kurzfristig. Im Folgenden hat der «Touring» Energiespartipps zusammengestellt, die ohne grosse Investitionen und Verzicht schon einmal eine gewisse Entlastung bieten können – auch über diesen hoffentlich warmen Winter hinaus.

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In der Mobilität

 
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Niedrige Drehzahlen

Innerorts liegen je nach Motor bis zu 45 Prozent Treibstoff-Einsparungen drin, wenn im sechsten statt im dritten Gang gefahren wird. Das niedertourige Fahren ist beim ökologischen Fahren von grosser Wichtigkeit. 2000 U/min sollten nicht überschritten werden.

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Reifendruck

Ein zu tiefer Reifendruck erhöht den Verbrauch um bis zu sechs Prozent. Darüber hinaus kann zu wenig Druck auch ­gefährlich sein. Tipp: Suchen Sie im Handbuch oder im Türrahmen nach dem empfohlenen Reifendruck, pumpen Sie die Reifen entsprechend, und überprüfen Sie den Reifendruck regelmässig.

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Dachaufbauten weg

Sportgeräte und Gepäck werden oft auf dem Dach transportiert – doch das kostet Energie. Selbst wenn «nur» die Dach­träger montiert sind, ­erhöht sich der Spritverbrauch auf der Autobahn um rund fünf Prozent. Dachträger sollten also nur dann montiert werden, wenn auch Dinge transportiert werden.

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Reifenwechsel

Winterreifen sollten nur von O bis O, also Oktober bis Ostern benutzt werden. Sie verursachen einen bis zu zehn Prozent höheren Treibstoffverbrauch.

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Optimiert fahren

Der Energieverbrauch hängt in erster Linie vom Auto und der Fahrweise jedes Einzelnen ab. Wenn man jedoch seinen Fahrstil optimiert, kommt man mit bis zu zwanzig Prozent weniger Treibstoff oder Strom aus. Viele nützliche Tipps gibt es auf ecodrive.ch.

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Energiecheck

Beim Auto-Energiecheck überprüft der Garagist das Fahrzeug und zeigt Einsparpotenzial detailliert auf. So können Autofahrerinnen und Autofahrer bis zu zwanzig Prozent Energie sparen. Diese Massnahmen ­lohnen sich, denn das Einsparpotenzial liegt bei bis zu vierhundert Franken, der Check ­kostet dagegen um die fünfzig Franken.

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Vergleichen lohnt sich

Bevor man sich für ein neues Auto entscheidet, sollten die Ökobilanz und die Lebenszykluskosten verglichen ­werden. Der TCS bietet mit seiner ­Autosuche ein nützliches Onlinetool dazu. Auch sollte man sich über­legen, wie gross das Auto sein soll. Pro hundert ­Kilogramm Mehrgewicht steigt der Verbrauch um zwei bis fünf Prozent.



 
 

Im Haushalt

 
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Temperatur absenken

Die Heizung sollte so spät wie möglich in den Heizbetrieb geschaltet werden. In Wohnräumen empfehlen sich zwanzig Grad. Jedes Grad weniger spart sechs Prozent Energie. Unbenutzte Räume nur reduziert heizen und die Türen schliessen.

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Fenster und Türen ­
abdichten

Schliessen die Beschläge noch richtig? Falls nicht, sollten sie nachgestellt werden. Bei Fenstern und Türen entweicht durch Ritzen viel Energie. Mit Klebedichtungen und Abdichtleisten mit kleinen Bürsten für Türen wird energiefressende Zugluft verhindert. So können bis zu zwanzig Prozent der Heizkosten eliminiert werden.

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Richtig lüften

Wenn Fenster ständig gekippt sind, erzeugt dies einen Mehr­verbrauch von bis zu hundert Litern Heizöl. Stattdessen lieber zwei bis drei Mal pro Tag ­während zehn Minuten mit einer Stosslüftung das Zuhause lüften.

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Smarte Thermostate

An Radiatoren können smarte Thermostate ­angebracht werden. So lässt sich die Temperatur einfach für jeden Raum regeln, und es können Heizprogramme erstellt werden. Das spart bis zu zehn Prozent an Heizkosten.

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Waschmaschinen

Richtig viel Strom lässt sich auch beim Waschen einsparen. Gemäss dem Strom- und Gasanbieter «E.Vita» sparen Sie die Hälfte des Stroms ein, wenn die Maschine auf dreissig statt auf vierzig Grad läuft.

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Duschen statt baden

Mit Duschen sparen Sie rund drei Viertel an Strom und Wasser im Vergleich zu einem Bad.

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Sparsame Armaturen

Spareinsätze für Duschbrausen und Wasserhähne lohnen sich auf ­jeden Fall. So kann bis zu fünfzig Prozent weniger Wasser verbraucht ­werden – ohne dass der Wasserstrahldruck darunter leidet. Für die Erwärmung des Wassers braucht es ebenfalls fünfzig Prozent weniger Energie.

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LED statt Glühbirnen

Mit dem Ersatz von Glüh- und Halogenlampen durch LED wird bis zu achtzig Prozent weniger Strom verbraucht als mit Glühbirnen.

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Effizient kochen

Beim Kochen auf dem Herd darauf achten, die für den Topf passende Herdplatte zu benutzen und den Deckel nicht zu vergessen. So kann nicht nur Energie gespart ­werden, sondern auch Zeit.

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Energieetikette

Ofen, Kühlgeräte und Waschgeräte gehören zu den grössten Stromverbrauchern im Haushalt. Wer ein altes Gerät durch ein neues ersetzt, sollte deshalb unbedingt auf die Energieetikette ach­ten. Hier liegt grosses Potenzial.

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Gefrierschrank

Gefrier- und Kühlschränke laufen ununterbrochen. Deshalb: immer darauf achten, dass die Türen nur kurz offen sind und die Temperaturen nicht zu tief einstellen. Idealerweise sieben Grad für Kühlschränke und minus achtzehn Grad für Tiefkühlgeräte.

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Wasserkocher ­
verwenden

Beim Nudelwasser oder beim Tee auf den Wasserkocher setzen. Dieser verbraucht viel weniger Energie, als das Wasser auf dem Herd zu erwärmen – obendrein geht es auch noch viel schneller.

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Elektroboiler

Das Wasser im Elektroboiler kann etwas gesenkt werden – fünfzig Grad reichen, wenn man es regelmässig auf sechzig Grad erhöht. Moderne Boiler machen dies automatisch. Wer die Wärme um fünf Grad senkt, braucht gut zehn Prozent weniger Strom.

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Geschirrspüler

Von Hand waschen ­verbraucht mehr Wasser als das Sparprogramm der Maschine. Versuchen Sie, das Sparprogramm zu nutzen und den ­Geschirrspüler ­immer gut zu ­füllen. ­Vorspülen des Geschirrs ist oft ­unnötig.

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Ofen

Vorheizen ist oft ­überflüssig. Die Gerichte einfach etwas länger
im Ofen lassen und diesen auch noch früher ausschalten. Zum Fertig­backen reicht die Restwärme meist aus.

Im Homeoffice

 
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Laptop statt PC

Vor allem ältere PC ­brauchen deutlich mehr Ener­gie als Laptops. Wer die Wahl hat, sollte sich also für einen Laptop entscheiden.

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Bildschirm dimmen

Dimmen Sie die Bildschirmhelligkeit des ­Monitors. Diese Massnahme spart nicht nur Energie ein, sie sorgt auch dafür, dass man nicht zu schnell ermüdet.

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Ein paar Zoll kleiner

Wer auf der Suche nach einem neuen Monitor und nicht gerade Gra­fiker ist, braucht keinen riesigen Monitor. Lieber auf eine paar Zoll verzichten und Energie ­sparen. Je grösser der Bildschirm, desto höher ist auch der Energie­verbrauch.

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Bildschirmschoner aus

Diese Anwendung ist nutzlos und dazu noch ein echter Stromfresser. Der Verbrauch steigt dadurch um bis zu fünfzig Prozent. Tipp: den Bildschirm bei einer Pause sperren. Die Tastenkombination Ctrl+Alt+Delete am PC drücken und dann «Sperren». Bei einem Mac drücken Sie gleichzeitig ctrl+cmd+Q.

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WLAN optimieren

Ein Router verbraucht auch in der Nacht Strom. Etwa dreissig Kilowattstunden lassen sich pro Jahr bei der Abschaltung über Nacht einsparen. Aber Achtung: Häufig werden Updates in der Nacht vorgenommen und Smarthome-Anwendungen funktionieren ohne WLAN eventuell nicht. Neuere Geräte brauchen weniger Strom.

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Kein Stand-by

Auch im Schlummer­modus oder Stand-by brauchen Geräte Strom. Mit Hilfsmitteln wie Energiesparsteckdosen oder Steckerleisten mit Schalter lassen sich diese Geräte leicht
vom Strom nehmen, wenn sie nicht gebraucht werden.





In der Freizeit

 
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Streaming

Auch beim Streaming von Musik und Filmen gibt es Einsparmöglichkeiten. Speichern Sie die Lieblingsmusik lokal ab, so muss nicht immer neu gestreamt werden. Bei Filmen kann die Auflösung etwas gesenkt werden, das Streamen braucht so weniger Energie.

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Dunkelmodus aktivieren

Der Bildschirm ist bei Smartphones und ­Tablets der grösste Energieverbraucher. Wer dunkle Hintergründe oder den «Dark Mode» verwendet, kann die ­Akkulaufzeit deutlich verlängern.

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Ladegeräte wegziehen

Die Ladegeräte für ­Handys, Tablets & Co. verbrauchen auch dann Strom, wenn die Geräte nicht daran laden. Nach dem Laden den Stecker vom Strom nehmen, spart immerhin etwas Energie.

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Kleinere Screens

Wer einen Film alleine schauen will, setzt besser auf den kleinen Bildschirm des Tablets oder einen Laptop. Grosse Bildschirme verbrauchen mehr Strom als kleine.

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Gemeinsam unterwegs

Wer das Auto nicht oft braucht, fährt mit Carsharing oder Mitfahr­gelegenheiten oft ­günstiger. Organisieren Sie sich also, um zum nächsten Yogakurs oder um zum Fitnesscenter zu fahren. Für längere oder regelmässige Strecken bieten sich spezialisierte Internetplattformen an.

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Energie aus Muskelkraft

Kurze Strecken können gut mit dem Velo oder ­E-Bike zurückgelegt ­werden. Und für längere Reisen einfach mal den Zug nehmen anstatt das bequeme Auto. Allein wenn Sie für die paar ­Kilometer zum Bahnhof auf das Velo anstatt auf das Auto setzen, kann ­einiges an Energie ­ein­gespart werden, und im Vergleich zu einem Benziner sparen Sie obendrein noch CO₂.

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Energiemessgerät ­
nutzen

Wer genau wissen will, wie viel Energie ein elek­trisches Gerät verbraucht, kann dies mit einem Energiemessgerät feststellen. Sie ­kosten um die dreissig Franken und lassen sich einfach zwischen Stecker und Steckdose installieren.



Was im Notfall auf uns zukommen könnte

Wann werden lokale Stromausfälle initiiert, wann spricht man von Blackout oder wer limitiert Zuteilungen? Wichtige Begriffe erklärt.

Strommangellage
Davon ist die Rede, wenn das Stromangebot auf-grund eingeschränkter Produktions-, Übertra-gungs- oder Importkapazitäten die Nachfrage tage- bis monatelang nicht mehr deckt. Die Folge: Versorgungseinschränkungen der Endver-braucher. Strombewirtschaftungsmassnahmen versuchen in diesem Fall, den Ausgleich zwischen Produktion und Verbrauch sicherzustellen, damit es nicht zu Netzzusammenbrüchen und Black-outs kommt.

Blackout
Darunter wird meist ein grossflächiger Stromaus-fall verstanden. Er tritt ein, wenn zwar genügend Energie vorhanden ist, aber Ursachen wie etwa der Ausfall von Kraftwerken oder Hochspan-nungsleitungen dazu führen, dass Strom nicht mehr zu den Endverbrauchern gelangt. Bei einem Blackout funktioniert so gut wie nichts mehr.

Brownout
Der kontrollierte Brownout bedeutet eine ge-zielte Lastreduktion im Stromnetz, indem die Übertragungsnetzbetreiber einen lokalen Stromausfall herbeiführen. Dies reduziert eine übermässige Stromnachfrage und verhindert einen Systemzusammenbruch. Im besten Fall werden Verbraucher vorab informiert. Als unkontrollierter Brownout werden unvorherseh-bare Stromausfälle im Hochspannungsnetz bezeichnet. Strom fliesst weiter zu den Nutzern, aber mit geringerer Spannung. Meist tritt ein Brownout zeitgleich mit einer Netzüberlastung auf, kann aber auch durch Unwetter oder tech-nische Störungen bedingt sein.

Ostral
In der Organisation für Stromversorgung in ausserordentlichen Lagen sind die wichtigsten Stromproduzenten, Vertreter der Branche so-wie Swissgrid unter Koordination des Verbands Schweizer Elektrizitätsunternehmen vertreten. Die Ostral setzt im Fall einer Strommangellage Massnahmen des Bundesrats um. Diese können von der Steuerung des zentralen Kraftwerkparks über Verbote bestimmter Stromanwendungen bis hin zu Stromkontingentierungen für Grosskunden reichen.

Quellen: Ostral, Swissgrid, Babs

Text: Dino Nodari, Pascale Stehlin, Dominic Graf
Fotos: TCS

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