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Mit dem Wohnmobil durch Neuseeland

Die Nordinsel mit dem Wohnmobil entdecken

Autorin: Simona Foletta, Camperin aus Leidenschaft, freie Musikjournalistin und Content Manager beim Touring Club Schweiz.

Da meine Freundin und ich nur drei Wochen Zeit zur Verfügung hatten (einschliesslich An- und Abreise) und wir unnötigen Stress vermeiden wollten, beschlossen wir, nur die Nordinsel zu bereisen, die mit ihrer Vulkanlandschaft, den naturbelassenen Stränden und der Ozeannähe so viel anders als die Schweiz ist.

Das Wohnmobil im Voraus buchen

Prenotare il camper in anticipo

Weil Neuseeland in solcher Ferne liegt, ist es selbst für Profi-Camper unmöglich, mit dem eigenen Wohnmobil anzureisen. Wer in Neuseeland mehrere Monate verbringen möchte, ist mit dem Kauf eines gebrauchten Wohnmobils vor Ort meistens gut beraten. Für diejenigen, die weniger Zeit zur Verfügung haben, ist jedoch die Miete eines im Voraus gebuchten Wohnmobils die beste und einfachste Lösung. 

Weil der Hinflug sehr lange dauert und der Jetlag nicht unterschätzt werden sollte, ist es ratsam, sich eine erholsame Nacht zu gönnen, bevor man sich ans Steuer setzt (das in Neuseeland im Übrigen auf der linken Seite ist!), und das Wohnmobil erst für den Tag nach der geplanten Ankunft in Neuseeland zu buchen. Obwohl es zahlreiche Auto- und Wohnmobilvermieter gibt, ist die Auswahl bei einer kürzeren Reise etwas eingeschränkt, weil man bei einigen Anbietern Wohnmobile erst ab einer Mindestmietdauer von 21 Tagen buchen kann. 

Vor unserer Reise haben wir uns auf Blogs und in Reiseführern ein wenig informiert und uns schliesslich für Escape Rentals entschieden: Die fröhlich bunten Wohnmobile des Anbieters sind zwar klein, bieten jedoch (so gut wie) alles, worauf es bei einer mehrwöchigen Reise ankommt. Um sich das Leben nicht unnötig schwer zu machen, ist die Wahl eines Wohnmobils mit Automatikschaltung ratsam, da man sich bereits an den Linksverkehr und die neuseeländischen Strassen gewöhnen muss!

Nützliche Apps für Campingplätze in Neuseeland

Die Reise

Reisedauer: vom 21. Dezember 2019 bis zum 11. Januar 2020

Erste Woche (Coromandel und die Strände)

Karekare Beach
Karekare Beach

Unser erstes Ziel sind die unberührten Strände ca. 40 km südwestlich von Auckland. Einer dieser Strände, Karekare Beach, hat sogar dem Film «Das Piano» als Kulisse gedient. Die Strände dieser Region zeichnen sich durch ihren schwarzen Sand aus. Die erste Nacht in unserem kleinen Wohnmobil verbringen wir auf dem Whatipu Campground. Am Weihnachtsmorgen werden wir vom Ruf des «pukeko» geweckt, des in Neuseeland und Australien beheimateten Purpurhuhns. Anschliessend frühstücken wir im Freien – ein Traum! Von unserem Campingplatz erreichen wir in wenigen Minuten zu Fuss den Whatipu Beach, einen weiteren unberührten Strand mit schwarzem Sand. 

Weiter geht es auf der Pacific Coast Highway, die trotz ihres Namens nicht immer am Ozean entlang führt. Es ist der erste Weihnachtstag und anders als in der Schweiz, wo die Menschen diesen Tag gemeinsam mit der Familie zu Hause verbringen, ist man in Neuseeland im Freien und feiert traditionsgemäss Grillfeste am Strand. Wir machen es den Einheimischen gleich und legen in Maraetai einen Zwischenstopp ein, um das erste Mal im Ozean schwimmen zu gehen! Nach unserem Bad im kühlen Wasser des Pazifiks machen wir uns auf dem Weg zum Miranda Holiday Park: Zur Feier das Tages gönnen wir uns einen gut ausgestatteten Luxus-Campingplatz mit zahlreichen «hot pools». 

Wir nehmen die State Highway 25 in Richtung Whitianga. Eine Besonderheit Neuseelands ist seine wahrlich abwechslungsreiche Landschaft: Kaum hat man die Küste verlassen, befindet man sich schon inmitten eines dichten Waldes! In diesem Gebiet führt die Strasse bis zum Ansatz der Halbinsel Coromandel durch Sumpfland; ab dort kann man wieder an der Küste entlangfahren. Am ersten Vormittag kommen wir am Buffalo Beach an, wo wir einen der kostenlosen Parkplätze für Wohnmobile ergattern, sodass wir dort übernachten können. Wir nehmen die Fähre zum anderen Ende der Bucht und machen dort einen Spaziergang zum Shakespeare’s Cliff. Vom höchsten Punkt des Hügels aus hat man einen atemberaubenden Blick auf die Halbinsel Coromandel und die kleinen umliegenden Inseln.

Pohutukawa Trees
Pohutukawa Trees

Wir fahren weiter auf der State Highway 25 in die Richtung der Bucht Cathedral Cove, die zu den Hauptattraktionen von Coromandel zählt. Nach einem kurzen, dreissigminütigen Spaziergang bei gleissender Sonne erreichen wir den Strand der Cathedral Cove. Die Strände in Neuseeland sind von Pohutukawa Trees umsäumt – die grossen, autochtonen Bäumen mit ihren wunderschönen roten Blüten werden auch Neuseeländische Weihnachtsbäume genannt.

Auf der Rückfahrt nehmen wir den Weg nach Whangamata. Dort bildet die Meeresbucht im Hafenbereich einen kleinen See, der von einem weitläufigen Pinienwald umgeben ist – man könnte fast meinen, wir befinden uns in Kanada! Nach einem zwanzigminütigen Spaziergang vom Hafen aus erreichen wir die Küste. Das Wellenreiten ist in Neuseeland eine beliebte Sportart und so sieht man auch hier Surfer im Wasser. 

Die Einheimischen sind auch am Wochenende früh aktiv: Sie gehen morgens joggen, machen eine Bootstour oder geniessen ein Frühstück am Seeufer. Die Neuseeländer verbringen viel Zeit im Freien und treiben gerne Sport. Angesichts der herrlichen Landschaft ist es auch mehr als verständlich!

Zweite Woche (Whakatane, Rotoma Lake, Tauranga)

In Whakatane bleiben wir während der Woche bei Freunden und parken unser Wohnmobil vor ihrem Haus. Whakatane ist eine Kleinstadt an der Bay of Plenty, der Bucht der Fülle, und als Ausgangspunkt für Ausflüge zur Vulkaninsel Whakaari (White Island) bekannt, die jedoch am 9. Dezember 2019 traurige Berühmtheit erlangte, als ein Vulkanausbruch dort zahlreiche Menschenleben forderte. Diese Naturkatastrophe sollte erhebliche Auswirkungen auf den Tourismus in Whakatane haben. Ein Besuch von White Island stand auch auf unserer Liste, aufgrund der aktuellen Lage war die Insel jedoch nicht zugänglich. Doch die Umgebung von Whakatane hat noch viele andere Dinge zu bieten. 

Einer der schönsten Orte ist zweifelsohne der Otarawairere Beach – ein Muschelstrand, der nur über die Anhöhe neben Kohi Point zu Fuss erreichbar ist. Nach einem Spaziergang von knapp einer Stunde, bei der es nur bergab durch einen wunderschönen, grünen Wald aus neuseeländischen Farnen geht, kommen wir am Strand an. Wahrlich ein unberührtes Paradies!

Während der Woche, die wir in Whakatane bei der dort lebenden Familie verbringen, bekommen wir ein Gefühl für den typischen Sommerurlaub der Neuseeländer. Wir begeben uns zum Rotoma Lake, wo wir den Tag mit Wakeboarding, Wasserskifahren und einem ausgiebigen Picknick verbringen. Am Abend geniessen Fish & Chips – die traditionsreiche Mahlzeit wird aus Fischen zubereitet, die wir zuvor im Ozean geangelt hatten! In Neuseeland findet man auch zahlreiche Nationalparks, die zu wunderschönen Spaziergängen durch Wälder einladen und mit Wasserfällen begeistern. 

Dritte Woche (East Coast, Gisborne, Tongariro, Rotorua, Auckland)

Wir nehmen die Nationalstrasse 2 in Richtung East Coast, dann wechseln wir auf die Nationalstrasse 35 in Richtung Te Araroa. Die Strasse ist kurvenreich, verläuft aber während der ganzen Strecke entlang der Küste und bietet atemberaubende Panorama-Ausblicke auf den Ozean. Wir verbringen die Nacht in unserem Wohnmobil im Garten des grossartigen B&B Morepork Nest in der Te Araroa Accommodation. 

Am nächsten Tag fahren wir zum East Cape Lighthouse, dem am östlichsten gelegenen Leuchtturm Neuseelands. Die Strasse dorthin ist unbefestigt, sehr schmal und tückisch. Am Zielort angekommen müssen wir noch 769 Stufen bewältigen, um zum Leuchtturm zu gelangen, der auf einem kleinen Hügel thront. Die fantastische Aussicht ist aber die Anstrengung wert!

East Cape Lighthouse
East Cape Lighthouse

Wir nehmen die Nationalstrasse 35, die nach Süden zur Tolaga Bay führt, und setzen unseren Weg weiter in die südliche Richtung fort, bis wir den Makorori Beach erreichen. Dort finden wir auch einen geeigneten Parkplatz, um die Nacht im Wohnmobil verbringen zu können. Der Stellplatz befindet sich direkt hinter dem Makorori Strand, unweit von Gisborne. 

Als wir am nächsten Morgen aufwachen, dürfen wir beobachten, wie die Sonne über dem Ozean aufgeht. Dieses Spektakel sollte man nicht verpassen, und so finden sich die ersten Surfer bereits um 6 Uhr morgens ein.

Wir nehmen wieder die Nationalstrasse 35 in Richtung Gisborne, dann wechseln wir auf die Nationalstrasse 2 in Richtung Napier und Hawke‘s Bay – diese Region ist für ihren Weinbau bekannt. Wir verlassen die Küste und fahren landeinwärts in Richtung Taupo, eine in der Mitte der Nordinsel befindliche Stadt. Die Nacht verbringen wir auf dem wunderschönen Campingplatz der Mohaka River Farm, die inmitten von Grün gelegen ist. Die Zufahrtsstrasse zum Campingplatz ist unbefestigt und etwas schmal, aber die Anreise lohnt sich auf jeden Fall, wenn man die Nacht in absoluter Ruhe verbringen möchte.

Tongariro National Park
Tongariro National Park

Jetzt geht es in Richtung Taupo auf der Nationalstrasse 5 und anschliessend auf der Nationalstrasse 1, die sich am Lake Taupo entlangschlängelt und in südlicher Richtung zum Tongariro National Park führt. Schliesslich kommen wir in Whakapapa Village an. 

Die meisten Besucher des Nationalparks sind hier, um eine achtstündige Wanderung auf dem sehr anspruchsvollen Wanderweg Alpine Crossing zu unternehmen. Wir haben uns aber einen anderen Wanderweg empfehlen lassen, den Tama Lakes Walk, auf dem man weniger Menschen begegnet und der auch etwas leichter ist. Der sechsstündige Spaziergang führt uns an den beiden Tama-Seen vorbei und wir durchqueren die herrliche Vulkanlandschaft von Tongariro.

Nach unserem Ausflug fahren wir weiter nach Taupo, denn ein anstrengender Tag lässt sich am besten in einem Spa ausklingen! Und so machen wir bei den Hot Pools von Wairakei Terraces halt: Dort gibt es drei natürliche, 31 °C, 36 °C und 38 °C warme Thermalbecken mit unterschiedlicher mineralischer Zusammensetzung.

Te Puia Rotorua
Te Puia Rotorua

Danach geht es auf der Nationalstrasse 5 nach Norden in Richtung Rotorua weiter, um dem Maori-Kulturzentrum Te Puia einen Besuch abzustatten. Dort wird nicht nur die Geschichte der Maori erzählt: Auf dem Gelände kann man geothermischen Aktivitäten beiwohnen, unter anderem Geysire erleben, und nachts in einem speziellen Bereich Kiwis, die Nationalvögel Neuseelands, beobachten. 

Hills of Matamata
Hills of Matamata

Weiter geht es auf der Nationalstrasse 5 nach Tapapa, dann wechseln wir auf die Nationalstrasse 28 und anschliessend auf die Nationalstrasse 24, um nach Matamata zu gelangen. 

Der erste Strassenabschnitt führt uns durch eine ländliche Gegend. Hier sieht man grünende Hügel, die für diese Region Neuseelands typisch sind und dank der Filmreihen «Herr der Ringe» und «Der Hobbit» Berühmtheit erlangt haben.

Auckland Skyline
Auckland Skyline

Wir setzen unsere Reise auf der Nationalstrasse 1 fort, die in nördlicher Richtung nach Auckland führt. In der Nähe von Auckland weitet sich die Strasse zu einer mehrspurigen Autobahn aus. Wir fahren weiter nach Norden zum Martins Bay Holiday Park, einem gut ausgestatteten und in Meeresnähe gelegenen Campingplatz, um dort unsere letzte Nacht im Wohnmobil zu verbringen.

Am nächsten Tag nehmen wir die Fähre zu Devonport, von wo aus wir die eindrucksvolle Skyline von Auckland bewundern können.

Campingplätze auf der Nordinsel

Wildes Campen ist in Neuseeland seit Kurzem verboten, deshalb darf man Wohnmobile nur an eigens gekennzeichneten Orten oder auf entsprechenden Campingplätzen abstellen.

  • Watipu: Watipu Campground, ist ein geräumiger Campingplatz in der Nähe eines naturbelassenen Strandes. Den Besuchern stehen Toiletten und eine Küche zur Verfügung, beide Einrichtungen sind jedoch sehr einfach ausgestattet. Achtung: Die Zufahrtsstrasse zum Campingplatz ist unbefestigt und sehr tückisch! Deshalb empfiehlt sich eine Anreise bei Tageslicht. Der Standort des Campingplatzes ist zweifelsohne idyllisch, von Grün umgeben und sehr ruhig, abends schwirren hier jedoch leider sehr viele Mücken.
  • Miranda: Miranda Holiday Park, Auf dem Campingplatz Miranda Holiday Park findet man jeden erdenklichen Komfort, saubere Bäder und Duschen, eine saubere und gut ausgestattete Küche sowie ein Thermalbad.
  • Coromandel: Buffalo Beach, bietet vier Wohnmobilparkplätze und eine öffentliche Toilette, die jedoch abends geschlossen ist.
  • Whangamata: Whangamata Marina bietet kostenpflichtige Parkmöglichkeiten am Hafen. Die Bäder des Hafens dürfen nicht von Campern mit einem Wohnmobil benutzt werden. In fussläufiger Entfernung findet man jedoch durchaus saubere öffentliche Bäder, für die keine Einschränkungen gelten.
  • Te Araroa: B&B Morepork Nest - Te Araroa Accommodation ist ein Campingplatz im Garten eines B&B. Eine Übernachtung im Wohnmobil kostet 15.- NZD pro Person und schliesst auch die Nutzung der Dusche, der Toilette und der Küche mit ein.
  • Gisborne: Makorori Beach Carpark wartet mit einer öffentlichen Toilette, Picknick-Tischen und einem atemberaubenden Blick auf den Strand auf.
  • Napier: Mohaka River Farm ist ein grossartiger Campingplatz am Ufer des Flusses Mohaka inmitten von Grün. Hier gibt es Duschen, Toiletten und eine Küche, alles ist sehr sauber.
  • Tongariro National Park: Whakapapa Holiday Park, ist mit sauberen Duschen und Toiletten und einer Küche ausgestattet. Die Lage ist sehr praktisch in der Nähe des Touristeninformationszentrums des Nationalparks, dem Ausgangspunkt für viele Ausflüge.
  • Taupo: Reids Farm bietet einen grossen, kostenfreien, dafür jedoch auch überfüllten Campingplatz mit unbefestigten Stellplätzen und Toiletten in der Nähe. Man darf nicht neben dem Fluss direkt unterhalb des Parkplatzes übernachten, die Lage ist jedoch sehr idyllisch.
  • Matamata: Brock’s Place Der von Privatpersonen betriebene Brock’s Place bietet Wohmobilstellplätze und Zeltmöglichkeiten. Der Campingplatz befindet sich auf einer Anhöhe ca. zehn Autominuten von Hobbiton entfernt – Fans von «Herr der Ringe» werden begeistert sein! Die Toiletten sind sehr sauber, eine warme Dusche ist gegen Entgelt verfügbar, die Kosten belaufen sich auf 8 NZD pro Person.
  • Mahurangi East: Martins Bay Holiday Park, Der geräumige Campingplatz Martins Bay Holiday Park liegt an der Küste eine Autostunde von Auckland entfernt und ist ideal für Familien. Die Ausstattung umfasst Toiletten und Duschräumlichkeiten, die gegen Entgelt benutzt werden können. 

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