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E-Bike-Akku reparieren: was ist zu beachten?

 
 

Wie lange hält ein E-Bike-Akku und welche Reparatur-Lösungen gibt es?

Im Zusammenhang mit E-Bike-Akkus wird oftmals von der Batterie- oder Akkugesundheit (eng. SOH state of health) gesprochen. Gemeint ist hiermit die nutzbare Restkapazität im Verhältnis zur Kapazität im Neuzustand. Im Laufe der Nutzungs- oder Lagerzeit verlieren Akkus aufgrund von Alterungsprozessen ihre Leistungsfähigkeit. Ab dem Zeitpunkt der Batteriefertigung kann der Energieinhalt des E-Bike-Akkus jeden Monat um bis zu 0,5 % abnehmen.

Spürbar wird dies für den E-Bike-Fahrer in erster Linie an einer eingeschränkten elektrischen Reichweite. An diesem Punkt ist jedoch Vorsicht geboten, da eine nicht den Herstellerangaben entsprechende elektrische Reichweite nicht zwangsläufig durch eine gealterte Batterie verursacht sein muss. Auch spielen der Streckenverlauf, die Beladung, das Fahrergewicht, der Fahrmodus, der Reifendruck und allgemeine Wartungszustand des Bikes sowie die Außentemperatur eine Rolle bei der möglichen elektrischen Reichweite. Zudem kann es hilfreich sein, einen Akkutausch mit dem Akku einen baugleichen E-Bikes (z.B. bei zwei gleichen e-Bikes in einem Haushalt) durchzuführen. Ein verschlissenes Motorlager am E-Antrieb kann auch Ursache einer reduzierten elektrischen Reichweite sein.

Empfehlung

  • Eine reduzierte Reichweite kann an einer schlecht gewarteten Fahrradmechanik liegen
 
 
E-Bike-Akku
 
 
 

E-Bike-Akku austauschen, nachbauen oder reparieren?

Ist der E-Bike-Akku zu schwach und nicht mehr ausreichend für den eigenen Bedarf, so stellt sich für den Fahrer die Frage, was er nun tun kann. Hierbei hat er die Wahl zwischen dem Kauf eines Original-Ersatz-Akkus, eines Nachbaus oder der Reparatur seines defekten Akkus durch eine Reparaturwerkstatt, die eine Wiederbelebung des Akkus durch einen Zellentausch verspricht. 

Eines vorweg, generell kann keine Empfehlung für Reparaturen und Nachbauten gegeben werden. Auch wenn es teurer ist, sollte die erste Wahl bei einem originalen Ersatz-Akku des Herstellers liegen. Nur der Akkuhersteller hat die Möglichkeit das BMS sauber auf die verwendeten Batteriezellen abzustimmen. Für den Verbraucher kann nach einigen Jahren die unzureichende Ersatzteilverfügbarkeit zum Problem werden. Auf Nachfrage erklärt Bosch, dass eine Ersatzteilversorgung bis zu sechs Jahre angestrebt wird, Brose hält Ersatzteile nach einem offiziellen Abkündigungsverfahren ein bis zwei Jahre vor und Paul-Lange & Co., gibt hierzu keine pauschale Antwort, jedoch den Hinweis, dass Nachfolgeprodukte oftmals mit den älteren Antrieben kompatibel sind. 

Der Ratschlag auf Original Ersatz-Akku zurückzugreifen hilft dem Betroffenen in diesem Fall recht wenig. Gerade für dieses Szenario können Nachbauakkus oder Akkureparaturen attraktiv werden, da andernfalls das E-Bike nicht mehr benutzbar ist. Gute Nachbauten und fachmännisch umgesetzte Reparaturen können absolut funktionstüchtig sein. Leider ist es für den Laien aber unmöglich zu erkennen, ob es sich dabei um gut verarbeitete und sichere Produkte handelt. Im schlimmsten Fall drohen bei nicht fachgerecht reparierten Akkus Brände. 

Empfehlung

  • Ersatzakkus vom Originalhersteller geben mehr Sicherheit
  • Gute und somit geeignete Nachbau-Akkus sind für den Laien schwierig zu erkennen
  • E-Bike Akku-Reparaturen sind nicht zu empfehlen, ausser der Hersteller bietet dies an

Wie wird die Restkapazität gemessen?

Die Möglichkeiten lassen sich grob in drei Gruppen einteilen. Die erste ist das Auslesen des SOH-Wertes über ein spezielles Diagnosegerät (Bosch, Shimano und Brose) beim Händler oder laut Brose auch perspektivisch über eine Smartphone-App, welche mit dem Fahrrad verbunden ist. Die zweite Möglichkeit ist die Anzeige der Kapazität direkt am Akku. Diese Möglichkeit bieten vor allem ältere japanische Modelle wie zum Bespiel von Panasonic oder Yamaha. Hier kann durch das längere Drücken der „Powertaste“ am Akku eine Auskunft, über die vom BMS errechnete Restkapazität getätigt werden. Über die Anzahl leuchtender LEDs kann ein prozentualer Wert grob abgelesen werden. Die aufwendigste, aber auch aussagekräftigste Variante ist die kontrollierte Entladung über ein externes Messgerät zur direkten Bestimmung der verfügbaren elektrischen Energie. Jedoch wird bei diesem Prüfverfahren ein Ladezyklus verbraucht, was die Akkulebensdauer geringfügig minimiert.

Empfehlung

  • Die Messung der Restkapazität kann für Gewissheit sorgen
 
 

Mein E-Bike-Akku von Bosch lädt nicht mehr, was kann ich tun?

Bei Bosch E-Bike Systemen kann dies der Händler anhand eines speziell für Bosch-Akkus abgestimmten Systems überprüfen. Das entsprechende Messgerät – bestehend aus einer PC-Software, Testgerät und Verkabelung – bezeichnet Bosch als „Capacity Tester“. Neben der tatsächlichen Restkapazität können auch noch sonstige Fehler und Informationen der E-Bike-Batterie ausgelesen und in einem Protokoll ausgedruckt werden.

 
 

Schutz in jedem Fahrzeug. Auch auf dem E-Bike.

Welche Garantie gibt der Hersteller: E-Bike-Akkus von Bosch, Brose & Paul-Lange 

Wie bei anderen Produkten gilt auch bei E-Bike-Akkus die gesetzliche Gewährleistung. Auf Nachfrage bei den Herstellern meldet Bosch zurück, dass sie zusätzlich eine Garantie auf die Akkus geben. Bosch garantiert, dass der Akku mindestens 60% des ursprünglichen Energieinhalts bei 400-Wh-, 500-Wh- und 625-Wh-Akkus und 70% des ursprünglichen Energieinhalts bei 300-Wh-Akkus innerhalb des Garantie-Zeitraums beibehält. Der Garantie-Zeitraum endet entweder 24 Monate nach dem Kauf durch den Endkunden oder 48 Monate nach dem Herstellungsdatum des Akkus oder nach 500 vollständigen Ladezyklen – je nachdem, welcher Fall zuerst eintritt. 

Brose und Paul-Lange & Co. bieten keine zusätzlichen Garantien an. Generell ist die zusätzliche Gewähr einer Garantie auf ein Produkt sehr kundenfreundlich, jedoch bietet unter Umständen die gesetzliche Gewährleistung mehr Ansprüche für den Verbraucher im Schadensfall. Dies muss im Einzelfall geprüft werden. 

 
 

Lagerung des E-Bike-Akkus: wichtige Hinweise

Die meisten Hersteller verweisen auf die Tiefentladung als Hauptursache des Defektes von e-Bike Akkus, die sich nach längerer Zeit ohne Aufladung ergeben kann. Die verschiedenen Hersteller machen sehr unterschiedliche Angaben zum Beladungszustand der Akkus, der als Vorbereitung für die Einlagerung anzustreben ist. Vielfach wird empfohlen, den Akku 100% aufzuladen. Andere Hersteller wie z.B. Bosch erklären auf Anfrage, wenn die Batterie über einen längeren Zeitraum - mehr als 3 Monate - nicht genutzt wird, sei es sinnvoll, den Akku in einen optimalen Lagerung Zustand zu bringen. Dieser liege bei einem Ladestand zwischen 30% und 60% Einzelne Hersteller wie z.B. Yamaha empfehlen eine geringe Beladung des Akkus und eine regelmäßige Prüfung des  Ladezustandes. 

Die meisten Hersteller sehen eine regelmässige „Auffrischungs Ladung“ ca. 1 Std. für den ungenutzten Akku vor. Die Kriterien, die die Notwendigkeit einer solchen Aufladung erkennen lassen, sind unterschiedlich und teilweise wenig konkret. Einzelne Akkus können nach Angaben der Hersteller für längere Zeit in einen sogenannten „Schlafmodus“ versetzt werden. Dieser soll es ermöglichen, den Akkus bis zu sechs Monate ohne weitere Befassung lagern zu können. Dieser Schlafmodus kann eingestellt werden, oder er wird automatisch erreicht, wenn der Akku längere Zeit nicht benutzt oder geladen wird. Nicht immer wird erwähnt, dass der Akku nicht dauerhaft am Ladegerät angeschlossen bleiben soll. Grundsätzlich ist davon abzuraten, dies zu tun. 

Die Lagerungsbedingungen, die von den Herstellern vorgeschrieben werden, sind sehr ähnlich. Die Temperaturen sollten ca. 5 bis 20°C betragen. Der Lagerungsort sollte trocken sein. Die Akkus einiger Hersteller, die nach einer längeren Zeit der Lagerung ohne Aufladung erstmals wieder voll aufgeladenen werden sollen, zeigen bei dem ersten Aufladen ein anderes Verhalten, als es bei regelmäßigen Aufladungen im normalen Gebrauch der Fall ist. Auch müssen Akkus, die für die Lagerung in den oben erwähnen „Schlafmodus“ versetzt wurden, erst „aufgeweckt“ werden. Hierzu sind unbedingt die Hinweise des Herstellers zu beachten. Nach wie vor sehen einige Hersteller vor, dass das Laden der Akkus nicht unbeaufsichtigt erfolgen darf, was sich in der Praxis als nicht immer leicht umsetzbar gestalten dürfte.

Empfehlung

  • Befolgen der Herstellerhinweise zur Pflege und Lagerung der Akkus verlängern die Akkulebensdauer und ersparen unnötige Ausgaben
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