Vorsicht beim Import von Waren und Souvenirs

Gerne bringen wir Mitbringsel aus unseren Auslandsferien mit nach Hause: Doch der Import kann am Zoll für Probleme sorgen.


Es ist eine altbekannte Tradition: Wir bringen kleine Erinnerungsstücke aus unseren Ferien im Ausland mit nach Hause. Diese Souvenirs sollen uns an die schöne Ferienzeit erinnern oder sind als kleine Geschenke für Daheimgebliebene gedacht.

Bei im Ausland gekauften Souvenirs und Geschenken ist Vorsicht geboten. Nicht alle im Reiseziel angebotenen Waren dürfen aus dem Ausland in die Heimat importiert werden. Wir zeigen Ihnen, was Sie an Souvenirs mit nach Hause nehmen dürfen und was nicht. Beachten Sie dabei, dass Einzelfälle immer direkt mit den entsprechenden Zollbehörden abgeklärt werden müssen.

Unsere Informationen richten sich an Schweizer Bürger und zeigen eine Übersicht der Vorschriften bezüglich Import in die Schweiz. Import-Einschränkungen für andere L!ander  bezüglich Export werden hier nicht festgehalten und müssten vorgängig bei den dortigen entsprechenden Behörden im Ausland abgeklärt werden.

Zoll: Diese Waren und Souvenirs aus dem Ausland sind abgabefrei

Bei Ihrer Rückkehr aus dem Ausland dürfen Sie folgende Waren und Souvenirs abgabefrei importieren: 

  • Persönliche Gebrauchsgegenstände: Gebrauchsgegenstände welche Sie bei der Ausreise mitgenommen haben (Kleider, Wäsche, Toilettenartikel, Sportgeräte, Foto-, Film- und Videokameras, Mobiltelefone, tragbare Computer und Musikinstrumente usw.)
  • Reiseproviant: Verzehrfertige Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke für den Reisetag.
  • Treibstoff: Treibstoff, welcher sich im Fahrzeug befindet plus ein Kanister von maximal 25 Liter.

Für weitere Waren und Souvenirs gelten verschiedene Richtlinien:

  • Wertfreigrenze: Waren im Gesamtwert bis zu 300.- dürfen Sie mehrwertsteuerfrei aus dem Ausland einführen. Wird die Wertfreigrenze überstiegen, müssen Sie bei der Einfuhr die Mehrwertsteuer beim Zoll bezahlen.
  • Für Pflanzen(-produkte) und Tier(-produkte) gelten separate Vorschriften.

Import von Fleisch, Tierprodukten und Tieren

Einreise aus der EU

Aus EU-Ländern inkl. Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und Vatikan können Tierprodukte für den Eigengebrauch ohne Formulare eingeführt werden. Für bestimmte Produkte sind Freimengen definiert. Wenn mehr als die definierte Freimenge aus dem Ausland eingeführt wird, muss dies beim Zollübergang verzollt werden.

  • Fleisch und Fleischzubereitungen: 1kg pro Person und Tag
  • Butter und Rahm: 1 kg oder Liter pro Person und Tag
  • Fette: 5 kg oder Liter pro Person und Tag

Einreise aus einem Drittland

Als Drittländer gelten alle Länder bis auf EU-Länder oder Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und Vatikan.

  • Nicht erlaubt: Fleisch und Fleischprodukte; Milch und Milchprodukte
  • Erlaubte Höchstmengen (pro Person): Fisch: 20kg (inklusive Krebs- und Weichtieren), Honig: 2kg, Kaviar: 125g
  • Erlaubte Einführung: Fleischextrakte, -konzentrate und abgepackte Suppenaromen 

Artenschutz

Mit dem Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) haben sich 180 Länder dazu verpflichtet, mehr als 30‘000 Tier- und Pflanzenarten zu schützen. Für die Ein- und Ausfuhr dieser Arten gelten Spezialbestimmungen. Je nach Produkt können auch seuchenpolizeiliche Vorschriften vorliegen. Es ist daher ratsam, vor der Rückreise die aktuelle Situation zu überprüfen. Sie können sich an folgenden Beispielen orientieren:

  • Import-Verbot von Tieren und Tierprodukten: Elfenbein und weitere Produkte vom Elefanten, Rhinozeros-Hörner, Wolle von Tibet-Antilopen (Shahtoosh) und Wildkatzenfelle
  • Vorsicht ist geboten bei: Produkte aus Vogelfedern, Muscheln, Produkte aus Reptilleder, Kaviar und Korallenschmuck

Für die Einfuhr von lebenden Tieren gelten strenge Vorschriften. In der Ferienlaune und aus Mitleid ein Tier aus dem Tierheim retten zu wollen, ist keine gute Idee. Die Vorschriften sind aufgrund des Tollwutrisikos streng. Wenn das Tier am Zoll die Anforderungen nicht erfüllt, bleibt oft nur das Zurückschicken oder Einschläfern. Viele Arten wie Vögel oder Reptilien sind auch durch CITES geschützt und brauchen eine Bewilligung.

Import von Pflanzen und Pflanzenprodukten

Einreise aus der EU

Die EU-Länder sowie Norwegen und Island bilden einen gemeinsamen Pflanzenschutzraum und daher gelten für alle Länder die gleichen Vorschriften.  Pflanzen (ganz oder als Pflanzenteile), Blumenzwiebeln sowie Garten- oder Blumenerde dürfen für den privaten Gebrauch in die Schweiz eingeführt werden. Für Schnittblumen gilt eine Obergrenze von 3kg und für Früchte und Gemüse 10kg.

Verboten sind als mögliche Träger von besonders gefährlichen Schadorganismen folgende Pflanzen: Zwergmispel (Cotoneaster) und Lorbeer-Glanzmispel - Photinia davidiana (syn. Stranvaesia davidiana)

Einreise aus einem Drittland

Folgende Pflanzen dürfen aufgrund der Gefahr von Schädlingen nicht eingeführt werden:

  • Zwergmispel (Cotoneaster)
  • Lorbeer-Glanzmispel - Photinia davidiana (syn. Stranvaesia davidiana)
  • Apfelbaum (Malus) 
  • Birnenbaum (Pyrus)
  • Bitterorange (Poncirus) 
  • Eiche (Quercus) 
  • Eberesche, bzw. Vogel- und Mehlbeere (Sorbus) 
  • Feuerdorn (Pyracantha) 
  • Kartoffeln und ähnliche Nachtschattengewächse (Solanacea) 
  • echte, essbare Kastanie (Castanea)
  • Kumquats (Fortunella) 
  • Mispel (Mespilus) 
  • Nadelgehölze (Koniferen) 
  • Quittenbaum (Cydonia) 
  • Reben (Vitis) 
  • Rosen 
  • Steinobstbäume (Aprikose, Kirsche, Mandel, Pfirsich, Pflaume und Zwetschge) und alle Zierformen der Gattung Prunus 
  • Weissdorn (Crataegus) alle Arten und Sorten 
  • Wollmispel (Eriobotrya) 
  • Zier- oder Scheinquitte (Chaenomeles) 
  • Zitrusgewächse (Citrus) 

Artenschutz

Folgende Produkte stehen unter Artenschutz nach CITES:  

  • Verboten: Produkte aus Rio-Palisander-Holz
  • Vorsicht geboten ist bei: Ätherische Öle wie Sandel- und Rosenholzöl, Räucherstäbchen aus bestimmten Holzarten und lebende Pflanzen wie Orchidee und Kakteen
  • Unbedenklich sind: Stoffe aus Wildseide oder Pflanzenfasern, Steinskulpturen, Flechtarbeiten, Bücher, Zeichnungen, Malerei, Produkte aus FSC-Holz, Schmuck aus Glas/Stein und 
    Produkte aus Draht und Blech

Freimengen

Für folgende Pflanzenprodukte ist eine Freimenge festgelegt. Wenn mehr als die definierte Freimenge eingeführt wird, muss dies beim Zollübergang verzollt werden.

  • Öle, Margarine: 5 kg oder Liter pro Person und Tag
  • Tabakfabrikate: Zigaretten/Zigarren 250 Stück pro Person und Tag, Tabakfabrikate 250g pro Person und Tag 

Weitere Import-Beschränkungen und Hinweise

Alkoholische Getränke

Für alkoholische Getränke sind Freimengen definiert. Wenn mehr als die definierte Freimenge eingeführt wird, muss dies beim Zollübergang verzollt werden.

  • bis 18 % vol. 5 Liter pro Person und Tag
  • über 18 % vol. 1 Liter pro Person und Tag 

Gefässe

Das BLV (Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen) gibt den Hinweis, dass Glasuren von Keramikgeschirr giftige Schwermetalle sowie auch Metallobjekte enthalten können. Die Einfuhr solcher Souvenirs ist unbeschränkt, es wird aber empfohlen, die Waren vor dem Gebrauch in einem kantonalen Laboratorium auf Lebensmitteleignung zu prüfen. 

Fälschungen

Es ist verboten, Marken- und Designfälschungen in die Schweiz zu importieren. Egal ob neu oder bereits gebraucht, Fälschungen können am Zoll eingezogen und vernichtet werden. 

Medikamente

Medikamente dürfen für den Eigengebrauch in die Schweiz importiert werden. Die Menge darf dabei einen Bedarf für 30 Tage nicht überschreiten.  Nicht importiert werden dürfen:

  • Medikamente mit gentechnisch veränderten Organismen
  • Medikamente für Nutztiere
  • Immunologische Medikamente für den tierärztlichen Gebrauch
  • Doping

Links und Kontakte zu Souvenir- und Waren-Importen aus dem Ausland

Wir empfehlen Ihnen, sich vor der Reise Informationen über die Vorschriften bezüglich Ein- und Ausfuhr zu beschaffen. Für die Ausfuhr müssen Sie sich bei den entsprechenden Behörden Ihres Reiseziels melden. Für Auskunft über die Vorschriften in der Schweiz können Sie sich bei folgenden Behörden melden:

Auskunftzentrale Schweizer Zoll
Montag bis Freitag von 8:00 - 11:30 und 13:30 - 17:00 Uhr
Tel. +41 (0)58 467 15 15
www.ezv.admin.ch

App: QuickZoll
Die Eidgenössische Zollverwaltung hat eine App herausgegeben, um ganz einfach Waren zu verzollen.
www.ezv.admin.ch

BLV
Tel. +41 (0)58 463 30 33
E-Mail nfblvdmnch
www.blv.admin.ch

CITES
Tel. +41 (0)58 462 25 41
E-Mail ctsblvdmnch
www.cites.ch

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