Sommergrippe

Die Sommergrippe ist kein Sommermärchen, sondern sollte ernst genommen werden.


Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum (Inselspital Bern), zum Thema Sommergrippe.

Herr Exadaktylos, was ist der Unterscheid zwischen einer Grippe im Winter und der Sommergrippe?
Die Sommergrippe ist in der Regel ein sogenannter grippaler Infekt. Diese entsteht durch eine klassische Erkältung, das heisst, dass zum Beispiel ein erhitzter oder schwitzender Körper kalter Luft ausgesetzt wird und die uns schützenden Nasen- und Rachenschleimhäute austrocknen und schlechter durchblutet werden. Dadurch verlieren wir unsere Abwehrfunktion und verschiedene Viren können in unseren Körper eindringen und machen uns krank.

Also wie im Winter?
Im Winter ist der Mechanismus ähnlich, deshalb sollte man kalte Luft durch die Nase und nicht durch den Mund einatmen, da die Nase gut durchblutet ist und die kalte Luft anwärmen kann. Allerdings handelt es sich bei den Auslösern der Wintergrippe vor allem um Influenzaviren, welche uns sehr viel kränker machen als die Sommerviren. 

Steckt man sich im Sommer anders an als im Winter?
Nein, auch die Sommergrippe ist wie die Wintergrippe eine Erkrankung, welche als Tröpfcheninfektion, also zum Beispiel durch Niesen oder mangelnde Nasen-Handhygiene, verbreitet wird. Für zirka eine Woche ist man ansteckend und sollte auf seine Umgebung achten. 

Warum erkrankt man im Sommer?
Der ständige Wechsel zwischen Innen- und Aussentemperatur erleichtert eine Schädigung der Schleimhäute. Deshalb beginnt die Sommergrippe meistens mit einem Kratzen im Hals, als Zeichen einer beschädigten Rachenschleimhaut.

Was sind die Symptome einer Sommergrippe?
Die Klassiker: Fieber, Halsschmerzen, Abgeschlagenheit und Kopf- und Gliederschmerzen. Allerdings halten die Symptome viel weniger lange an und machen uns auch nicht so krank wie die Influenzagrippe im Winter.

Wie behandelt man die Sommergrippe?
Symptomatisch. Ausruhen, viel trinken und gegebenenfalls fiebersenkende Mittel. Selten braucht es mehr. Im Gegensatz zum Winter lassen sich aber viele Erkrankte aufgrund des Sommers dazu verleiten, sich nicht zu schonen, sondern weiter aktiv zu sein, Sport zu treiben und voll zu arbeiten. Dadurch kann auch eine Sommergrippe verschleppt werden und dann richtig krank machen.

Wann muss man zum Arzt oder auf den Notfall?
Wenn die Symptome nach 3 bis 5 Tagen immer noch anhalten oder sich sogar verschlimmern, dann sollte man unbedingt zum Arzt. Auch für ältere Menschen oder Personen mit einem geschwächten Immunsystem ist Vorsicht geboten: Aufgrund von chronischen Erkrankungen oder Operationen sollten sich diese Personengruppen nicht scheuen, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen. Auch eine Sommergrippe endet nicht immer in einem Sommermärchen, sondern ist ernst zu nehmen.


Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

Für Anregungen und Inputs, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren: mdtcsch

Inselspital

Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum Inselspital (Universitätsspital Bern), realisiert.

www.insel.ch

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