Camper-Langzeitreise mit Hund

Im Camper unterwegs – Mit Bello auf eine Langzeitreise

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Camper schreiben für Camper!

Autorin: Stephanie Köllinger, TCS Camping Mitglied und begeisterte Camperin. Stephanie reist mit Freundin Sarah und Hund Filou für unbestimmte Zeit im Camper durch Europa.

 

Im Camper unterwegs – Mit Bello auf eine Langzeitreise

Die Welt für mehrere Monate oder gar Jahre auf vier Rädern erkunden. Frei und unabhängig sein, einfach drauflos fahren ohne jeglichen Zeitdruck. Immer mehr Menschen träumen von so einer Lebensreise. Doch was tun, wenn man Herrchen oder Frauchen eines Hundes ist? Ganz einfach: Bello & Co. mitnehmen! Denn: die Welt mit einer Fellnase zu entdecken ist ein wunderschönes und einzigartiges Erlebnis und schweisst Herrchen/Frauchen und Hundchen noch viel fester zusammen. Und sowieso: Wer würde es schon übers Herz bringen, seinen Vierbeiner für längere Zeit nicht bei sich zu haben? 

Doch wie geht das eigentlich mit Hund im Camper? Was muss man einpacken, welche Papiere werden benötigt und was muss man sonst noch beachten, wenn man mit einem Hund für längere Zeit ins Ausland fährt? Der folgende Artikel gibt Auskunft zu den wichtigsten Fragen rund ums Thema: Camper-Langzeitreise mit Hund.

1. Vorbereitung

Am liebsten würde man einfach drauflos fahren, doch sofern man unterwegs keinen Ärger mit Zollämtern, Behörden, Versicherungen & Co. haben will, kommt man um das Erledigen verschiedener Formalitäten vor Reiseantritt leider nicht herum. Auch im Hinblick auf «Reisen mit Hund» gibt es so einiges, dass man im Voraus beachten muss.

Damit Bello mit auf die Reise darf, braucht er:

  • einen europäischen Heimtierausweis
  • eine gültige Tollwutimpfung sowie
  • einen Mikrochip

Je nach Zielland kann es weitere Bestimmungen geben, deshalb sollte man stets die Einreisebestimmungen des jeweiligen Ziellandes konsultieren. In Europa beispielsweise kann man sich mit den erwähnten Bestimmungen relativ frei bewegen, trotzdem gibt es gewisse Einschränkungen. Will man zum Beispiel auf dem Landweg nach Griechenland fahren, sollte die Route nicht ohne Vorbereitung durch Montenegro oder Serbien führen – denn beides sind Länder, die nicht zur EU gehören. Bei der Wiedereinreise in ein europäisches Land gelten zusätzliche Bestimmungen, in der Regel muss ein spezielles Gesundheitszertifikat vorgelegt werden. Ein Tierarzt kann detailliert informieren und unterstützt beim Zusammenstellen der nötigen Papiere.  

Für Listenhunde kann es je nach Reiseland zu weiteren Einschränkungen kommen. In diesem Fall sollte man sich besonders gründlich über die Einreisebestimmungen des Ziellandes informieren.
Auch Leine und Maulkorb sollten unbedingt mit ins Gepäck, denn vielerorts herrscht Leinenpflicht und in gewissen Ländern sogar Maulkorbpflicht. In Österreich herrscht beispielsweise in allen öffentlichen Verkehrsmittel Maulkorbpflicht. Kleiner Tipp am Rande: Vor Reiseantritt Maulkorbtragen üben.

2. Medizinisches

Im Heimtierausweis sind Name und Beschreibung des Tieres, seine Chipnummer, Name und Adresse des Hundehalters sowie eine Übersicht aller Impfungen vermerkt. Gemäss den europäischen Einreisebestimmungen müssen alle Hunde obligatorisch gegen Tollwut geimpft sein. Da die Wirkung des Impfstoffes einige Tage in Anspruch nimmt, sollte die Impfungen rechtzeitig vor Reiseantritt - in der Regel 21 Tage vorher - beim Tierarzt erfolgen. Langzeitreisende müssen zusätzlich beachten, dass die Tollwutimpfung regelmässig erneuert werden muss. Je nach Wirkstoff muss alle zwei bis drei Jahre neu geimpft werden. Auf die nahtlose Erneuerung sollte während der Reise unbedingt geachtet werden. 

Gewisse Reiseländer gelten als Risikogebiet für bestimmte Krankheiten wie zum Beispiel Leishmaniose. Deshalb empfiehlt es sich, einige Monate vor Reiseantritt einen Termin beim Tierarzt zu vereinbaren und mit ihm die Reiseroute inklusive Risikogebiete, allfällige weitere Impfungen sowie die Notwendigkeit der Erstellung spezieller Gesundheitszeugnisse zu besprechen.

Und wenn man schon mal beim Tierarzt ist, sollte man auch das Thema Hundeapotheke besprechen. Wie umfangreich eine Hundeapotheke sein soll, hängt auch vom Reiseland ab. In Europa findet man an vielen Orten einen Tierarzt, bei dem man auch unterwegs die nötigen Medikamente einkaufen oder der bei einem Notfall den Hund behandeln lassen kann. Daher reicht hier eine einfache «Erste-Hilfe-Apotheke» schon aus. Wenn die Reise nach Indien oder nach Feuerland geht, dann lohnt sich die Investition in eine umfangreiche Hunde-Apotheke, da nicht immer ein Tierarzt in der Nähe sein wird. Kleiner Tipp: Bei der Zusammenstellung einer Hundeapotheke auf die Verfallsdaten der einzelnen Medikamente achten und allenfalls solche verlangen, die nicht schon in einem halben Jahr ablaufen. 


Was in jedem Fall in die Erste-Hilfe-Hundeapotheke gehört

  • Zeckenzange
  • Desinfektionsmittel
  • Entwurmungstabletten
  • Erste-Hilfe-Verbandmaterial (sterile Wundauflagen, Heftpflaster, Mullbinden etc.)
  • Einweghandschuhe
  • Wundsalbe
  • Aktivkohle (gegen Vergiftungen)
  • Spot-On gegen Insektenbefall

Zur Vorbeugung von Bellos Gesundheit sollte zusätzlich während der Reise auf Folgendes geachtet werden:

Hund mit Halsband gegen Zecken und Flöhe ausstatten sowie regelmässig entwurmen. Die Tabletten zum Entwurmen kriegt man beim Tierarzt. Zudem sollte man regelmässig den Körper des Hundes auf unnatürliche Irritationen und Insektenbefall kontrollieren sowie sein Verhalten beobachten. Zeigt der Hund über längere Zeit Anzeichen von Stress, Abgeschlagenheit oder anderes abnormales Verhalten, dann sollte ein Tierarzt konsultiert werden. 

Auch wichtig: Die meisten Hunde lieben Autofahren, aber leider nicht alle. Den Hund für längere Zeit im Camper mitzunehmen kommt daher nur in Frage, wenn der Hund ans Autofahren gewohnt ist und dabei keine Stresssymptome zeigt. Ansonsten im Voraus das Autofahren üben, allenfalls mit Hilfe eines Hundetrainers.

3. Versicherungen

Kranken- und Unfallversicherung

Für Herr und Frau Schweizer obligatorisch, für Bello optional: die Kranken- und Unfallversicherung. Ob man den Vierbeiner versichern lassen möchte, sollte jeder selber entscheiden, aber informieren lohnt sich auf jedem Fall! Auf Comparis kann man die verschiedenen Versicherungsanbieter und deren Leistungen vergleichen.

Haftpflichtversicherung

Eine Hunde-Haftpflichtversicherung schützt vor den finanziellen Folgen aufgrund Schäden, die der Hund angerichtet hat– sei es an Gegenständen oder an Personen. Eine Hundehaftpflicht ist nicht obligatorisch, kann aber gerade bei Hunden, die gerne mal an fremden Möbeln knabbern oder in knackige Waden schnappen sinnvoll sein. Manchmal ist das Haustier aber schon durch die eigene Haftpflichtversicherung abgedeckt – einfach mal bei der Versicherung nachfragen.

4. Der Hund im Camper

4. Der Hund im Camper

Sicherheit beim Fahren

Wie wird Bello beim Fahren gesichert? Grundsätzlich gilt: er muss so gesichert sein, dass er den Fahrer beim Fahren nicht ablenken kann. Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

  • Hundebox
  • Sicherheits-Geschirr mit Anschnallgurt oder Karabiner
  • Hund mit Gitter oder Netz vom Fahrerbereich trennen

Schlafplatz im Camper

Wichtig ist, dass der Hund einen eigenen Platz im Camper hat, wo er sich auch mal zurückziehen und in Ruhe schlafen oder dösen kann. Bei einem grossen Hymner-Mobil findet sich schnell ein geeignetes Plätzchen, aber bei einem kleinen VW T5 ohne Hochdach wird das schon schwieriger. Am besten man probiert zusammen mit dem Hund ein bisschen aus; vielleicht döst er lieber auf dem Beifahrersitz als in der Wohnmobilgarage, oder vielleicht gefällts ihm auf dem Bett besser als unter dem Bett? Man sollte möglichst einen Ort wählen, wo der Hund nicht ständig gestört wird wenn man im Camper herumhantiert.

Packliste

Wenn der Hund mit auf die Reise kommt, dann dürfen folgende Sachen nicht fehlen: 

  • Heimtierausweis
  • Gesundheitszeugnisse falls vorhanden
  • Reiseapotheke
  • Versicherungsnachweise falls vorhanden
  • Bequeme Liegematte
  • Futter- und Trinknäpfe
  • Spielsachen
  • Leine
  • Maulkorb
  • Halsband mit Kontaktdaten der Besitzer
  • Frottiertuch zum Abtrocknen
  • Kotbeutel
  • Hundebürste
  • Futter, Kauknochen und Belohnungswürfen
  • Sonnenschutz (Sonnenschirm, Markise, Sonnensegel)
  • Vorrichtung, um Hund ausserhalb des Campers zu befestigen (z.B. Anlegespirale)
  • Optional: Kühldecke für hitzige Tage¨
  • Optional: Leuchthalsband (bei Dunkelheit)
  • Optional: Schleppleine
  • Optional: Schwimmweste
  • Optional: PetFinder

5. Unterwegs mit dem Hund

5. Unterwegs mit dem Hund

Alle Formalitäten erledigt, alles gepackt und los geht’s! Doch wohin eigentlich? Fakt ist: Hunde sind nicht überall gerne gesehene Gäste. Es gibt Campingplätze, Restaurants, Museen, Strände etc., auf denen Hunde (leider) verboten sind. Das ist doof. Doch die gute Nachricht lautet: viele Länder, zumindest in Europa, werden immer hundefreundlicher. Inzwischen sind Hunde auf den meisten Campingplätzen erlaubt und es gibt immer mehr Hundestrände und Hundeparks. Tipp: Einfach bei Google nach «Hundestrand» oder «Hundepark» googeln. 

Aber auch die Reisezeit spielt eine wichtige Rolle. In der Hochsaison muss man mit den meisten Einschränkungen rechnen. An vielen Badestränden herrscht Hundeverbot. Und leider kann man den Hund bei hitzigen Temperaturen dann auch nicht alleine im Camper lassen. Viele Langzeitreisende haben aber einen entscheidenden Vorteil: Sie haben Zeit. Für mehr Bewegungsfreiheit und weniger Stress lohnt sich daher, die Hochsaison an weniger touristischen Orten zu verbringen. 

Die beste Reisezeit für Hündeler ist die Nebensaison: Die Touristen sind weg, die Strände, Städte und Berge praktisch leer. Dann interessiert es niemanden mehr, wo Bello sein Pipi macht. Ebenfalls ein Pluspunkt für die Nebensaison, zumindest in der nördlichen Hemisphäre: die Temperaturen sind gesunken und man kann den Hund auch mal für ein paar Stunden alleine im Camper lassen (sofern er sich das gewohnt ist). So hat man die Möglichkeit, Dinge zu unternehmen, die man sonst mit Hund nicht machen kann (z.B. surfen, klettern, ausgehen, Museen und Abenteuerparks besuchen etc.). 

Hinweis:
In Ländern ausserhalb von Europa, speziell in Drittweltländern, kann die Situation ganz anders aussehen. Es ist hilfreich, Erfahrungsberichte von Campern zu lesen, die das gewünschte Zielland bereits mit Hund bereist haben.

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