Elektroauto-Ladestation zu Hause installieren

Die Installation von Ladestationen zu Hause, wie z.B. Wallboxen, erfordert technische Vorkehrungen und für Mieter die Zustimmung der Vermieter.


Kann ich als Mieter oder Stockwerkeigentümer eine Elektroauto-Ladestation installieren?

Während die Elektroauto-Ladestation bei Besitzern von Einfamilienhäusern kaum Probleme macht, verschärfen sich die Dinge bei Stockwerkeigentümern und bei Mietern, welche ihr Fahrzeug in einer Tiefgarage parken. Vorab muss der Stockwerkeigentümer das Einverständnis der Eigentümerversammlung einholen. Der Mieter braucht hingegen die Erlaubnis des Vermieters. Im Hinblick darauf ist es wichtig, ein technisches Dossier vorzulegen. 

Wenn man beispielsweise von einem Objekt im Miteigentum mit 9 Wohnungen und ebenso vielen unterirdischen Parkplätzen ausgeht, das für Strom von 80 A (Ampere) ausgelegt ist, verträgt die elektrische Anlage eine Ladestation mit 11 kW 3 Stationen mit 3.7 kW. Aber die Geschichte wird komplizierter, wenn die anderen Bewohner auch eine Ladestation einbauen möchten. Es ist deshalb empfehlenswert, von Anfang an zu klären für wie viele Ladestationen die Reserve der Hausanschlussleistung ausreicht und inwiefern später allenfalls eine Verstärkung möglich ist. Wenn mehrere Elektroautos angehängt sind, wählt man am besten intelligente Ladestationen, welche die Grösse der Belastung des Stromnetzes messen und optimieren.

Welche Kapazität der E-Auto-Ladestation sollte gewählt werden?

Wer keine grossen Investitionen tätigen will, könnte sich mit einer Heiminstallation mit 3.7 kW (230 V/16 A) begnügen. Andere, welche insbesondere die zunehmende Reichweite der E-Auto berücksichtigen, sind eher Verfechter von Anlagen mit 11 kW (400 V/16 A). 

Nehmen wir das Beispiel einer Ladung zum Niedertarif (von 22 bis 6 Uhr) in 8 Stunden. In dieser Zeit liefert eine 3.7-kW-Station ungefähr 29 kWh, was etwa einer Reichweite von 140 bis 160 km entspricht. Eine solche Installation erweist sich als ausreichend für Elektroautos vom Typ BMW i3 oder VW e-Golf sowie für Plug-in-Hybride. Eine Station mit 11 kW hingegen produziert ungefähr 88 kWh, das heisst eine Reichweite von 360 bis 400 km. Eine solche Anlage erlaubt das Laden von Autos mit grossen Batterien, wie sie etwa Tesla-Modelle besitzen.  In den meisten Fällen werden jedoch wohl Stationen mit 3.7 kW auch für Fahrzeuge mit grosser Kapazität ausreichen. Im schlimmsten Fall muss dann eben die Ladung ausserhalb der Niedertarifzeit abgeschlossen werden. 

Eine Elektroauto-Ladestation zu Hause installieren: die Wallbox

Was ist eine Wallbox?

Wallboxen sind Ladeeinrichtungen für E-Autos, mithilfe derer die Ladezeit zuhause verkürzt wird. Grundsätzlich kann jedes Elektroauto an der Haushaltssteckdose mit Wechselstrom geladen werden, davon wird aber aus diversen Gründen abgeraten und die Ladeleistung beträgt nur rund 2 Kilowatt). Die Verwendung von Wallboxen ist die sichere Lösung, womit einphasiges Laden mit 3,7 kW und dreiphasiges Laden mit 11 oder 22 kW möglich ist.

Kann ich die Wallbox selber installieren?

Die Installation einer Wallbox ist nichts für Laien. Das ist die Aufgabe einer Fachperson. Bevor sie im Haus installiert werden kann, muss ein technisches Anschlussgesuch eingereicht werden sowie eine Installationsanzeige beim lokalen Stromanbieter. Der genaue Ablauf kann in den Werksvorschriften des lokalen Stromanbieters nachgelesen werden. Grundsätzlich kann die Wallbox fest mit dem Wechselstromnetz verbunden sein oder trennbar mithilfe eines CEE-Steckers. Das trennbare Prinzip wird bei den TCS-Heimladestationen verwendet, so kann die Wallbox bei einem allfälligen Problem schnell ausgetauscht werden.

Wie funktioniert ein Ladevorgang?

In Europa wird grösstenteils der Typ-2-Stecker zum Laden mit Wechselstrom verwendet. Sobald das Typ-2-Ladekabel an der Wallbox sowie am Fahrzeug angeschlossen ist, wird Aufgrund des Proximity-Pilot-Anschlusses (PP) von beiden Seiten erkannt, dass ein Ladekabel angeschlossen ist und für welche Leistung es ausgelegt ist. Wird von der Ladestation erkannt, dass ein Ladekabel angeschlossen ist, wird über den Control Pilot (CP) vom Ladekabel ein Signal an das E-Auto gesendet. Sobald das E-Auto feststellt, dass ein Ladekabel angeschlossen ist, wird die Wegfahrsperre aktiviert und das Signal von der Ladestation beeinflusst. Für das Signal gibt es vier Zustände: kein Fahrzeug angeschlossen - Fahrzeug angeschlossen aber nicht ladebereit - Fahrzeug laden - Fehler beim Laden. Ist das Fahrzeug ladebereit, gibt die Schalteinheit der Wallbox den Ladestrom frei und der Ladevorgang beginnt. Über das Signal kann vom Auto die Ladeleistung während des Ladevorgangs angepasst werden und nach vollständiger Ladung der Ladevorgang beendet werden. Je nachdem, ob einphasig über L1 oder mehrphasig über L1, L2 und L3 geladen wird, sind die entsprechenden Kontakte am Stecker belegt. Zudem verfügt der Typ-2-Stecker immer über den Neutralleiter (N) und die Erdung (PE).

Tipps für das Installieren einer Elektroauto-Ladestation zu Hause

  • Elektroinstallateure und Stromversorger vor Ort kontaktieren.
  • Ein schneller Kundendienst ist essenziell, das Auto kann bei Störungen nicht geladen werden.
  • Das schwächste Glied in der Ladekette (Auto, Ladekabel und Wallbox) entscheidet über die maximale Ladeleistung.
  • Ein fest angebrachtes Kabel ist an abgeschlossenen oder nicht frei zugänglichen Orten ein Komfortgewinn. Ein Kabel im Kofferraum ist dennoch mitzuführen.
  • An frei zugänglichen Orten empfiehlt sich eine Freischaltvorrichtung gegen missbräuchliche Nutzung.

  • Stockwerkeigentümern und Mieter: Einen klar formulierten Antrag mit Begründung, welche Abmachungen/Regelungen zu beschliessen sind, zuhanden der Eigentümerversammlung vorbereiten.
  • Stockwerkeigentümern und Mieter: Ein E-Auto-Pionier sollte bereit sein, seine Ladestation in ein Lastmanagement-System zu integrieren, wenn weitere Eigentümer dasselbe wünschen.
  • Stockwerkeigentümern : Die Regelung muss beim Verkauf der Wohnung auf den neuen Eigentümer übergehen.

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