Sichern Sie wichtige Fotos, Dokumente und persönliche Dateien regelmässig. Bewahren Sie mindestens eine Sicherungskopie getrennt vom Gerät auf, beispielsweise auf einem externen Speichermedium, das nicht permanent verbunden ist.






Stellen Sie sich vor, Sie öffnen Ihr Notebook und stellen fest: Dateien lassen sich nicht mehr öffnen, Systeme stehen still und auf dem Bildschirm erscheint eine Lösegeldforderung. In wenigen Minuten wird aus einem normalen Tag eine Krisensituation. Ransomware ist eine Schadsoftware, die Dateien verschlüsselt oder den Zugriff auf ein Gerät blockiert. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern «ransom» für Lösegeld und «software» zusammen.
Nach der Sperrung erscheint in der Regel eine Lösegeldforderung. Die Angreifer behaupten, die Daten nach einer Zahlung wieder freizugeben. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht. Deshalb sollten Betroffene nicht vorschnell zahlen, sondern das Gerät isolieren und fachkundige Hilfe einholen. Für Betroffene bedeutet ein solcher Angriff oft nicht nur einen technischen Ausfall, sondern auch Unsicherheit, Stress und die Sorge um wichtige private oder geschäftliche Daten. Cyberkriminelle nutzen diese Drucksituation gezielt aus, um Menschen und Unternehmen zur Zahlung von Lösegeld zu bewegen.
Ransomware gehört zur übergeordneten Kategorie Malware, also Schadsoftware. Nicht jede Malware ist Ransomware: Während andere Schadprogramme beispielsweise Daten ausspionieren oder unerwünschte Werbung anzeigen, zielt Ransomware gezielt auf die Sperrung oder Verschlüsselung von Daten und die anschliessende Erpressung ab.
Malware: Sammelbegriff für schädliche Software
Trojaner: Schadsoftware, die sich häufig als legitime Datei oder Anwendung tarnt
Ransomware: Schadsoftware, die Daten oder Geräte sperrt und Lösegeld fordert
Ransomware kann sich beispielsweise in einem manipulierten E-Mail-Anhang, einem vermeintlichen Download oder einer gefälschten Anwendung verstecken. Auch Sicherheitslücken in nicht aktualisierten Programmen können ausgenutzt werden.
Beim Öffnen einer Datei oder Starten eines Programms installiert sich die Schadsoftware. Dieser Vorgang wird von der betroffenen Person häufig nicht bemerkt.
Die Ransomware verschlüsselt Dateien oder blockiert den Zugriff auf das Gerät. Je nach Angriff können auch angeschlossene Speichermedien oder erreichbare Netzlaufwerke betroffen sein.
Die Angreifer fordern eine Zahlung, häufig in einer Kryptowährung. Im Gegenzug versprechen sie, die Daten wieder freizugeben. Betroffene sollten dieser Aufforderung nicht vorschnell folgen.
Ein Ransomware-Befall wird häufig erst sichtbar, wenn Dateien bereits gesperrt sind. Bestimmte Anzeichen sollten Sie ernst nehmen.
Mit dem kostenlosen Virenscan unseres Partners iBarry erhalten Sie eine erste technische Prüfmöglichkeit.
Zum Virenscan unseres Partners iBarry »Wenn Dateien nicht mehr zugänglich sind oder eine Lösegeldforderung erscheint, zählt ruhiges Handeln. Mit den folgenden Schritten begrenzen Sie das Risiko weiterer Schäden.
Ihre aktuelle Situation | Was Sie jetzt tun sollten |
|---|---|
Sie haben eine E-Mail mit verdächtigem Anhang erhalten, sie jedoch noch nicht geöffnet. | Beobachten Sie das Gerät und führen Sie eine Sicherheitsprüfung durch. Ändern Sie wichtige Passwörter vorsorglich über ein anderes, sauberes Gerät. Beginnen Sie mit dem E-Mail-Konto. |
Sie haben eine Datei geöffnet, sehen jedoch noch keine Auffälligkeit. | Beobachten Sie das Gerät und führen Sie eine Sicherheitsprüfung durch. Ändern Sie wichtige Passwörter vorsorglich über ein anderes, sauberes Gerät. Beginnen Sie mit dem E-Mail-Konto. |
Sie können Dateien auf Ihrem Computer nicht mehr öffnen. | Trennen Sie das Gerät sofort vom WLAN oder Netzwerk und verwenden Sie es nicht weiter. Öffnen, verändern oder löschen Sie keine Dateien, damit eine spätere Untersuchung oder Datenwiederherstellung nicht erschwert wird. |
Auf Ihrem Bildschirm erscheint eine Lösegeldforderung. | Bezahlen Sie nicht vorschnell. Eine Zahlung garantiert nicht, dass Sie Ihre Daten zurückerhalten. Fotografieren Sie die Meldung nach Möglichkeit mit einem anderen Gerät und notieren Sie die Zahlungsinformationen sowie den ungefähren Zeitpunkt des Vorfalls. |
Sie hatten während des Angriffs eine externe Festplatte angeschlossen. | Alle angeschlossenen Speichermedien sofort trennen und bis zu einer fachlichen Prüfung nicht mehr verwenden. So reduzieren Sie das Risiko, dass weitere Geräte oder Sicherungskopien betroffen werden. |
Sie vermuten, dass Zugangsdaten gestohlen wurden. | Passwörter wichtiger Konten über ein sauberes Gerät ändern und die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren. Beginnen Sie mit dem E-Mail-Konto. |
Sie sind unsicher, welche Dateien betroffen sind. | Lassen Sie prüfen, welche Geräte und Dateien betroffen sind und ob eine Entfernung der Schadsoftware oder eine Wiederherstellung der Daten möglich ist. |
Der Angriff konnte gestoppt werden. | Bewahren Sie Screenshots, Meldungen und weitere Informationen auf. Melden Sie den Vorfall beim Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) und gegebenenfalls bei der Polizei. |
Ihre aktuelle Situation | Sie haben eine E-Mail mit verdächtigem Anhang erhalten, sie jedoch noch nicht geöffnet. |
Was Sie jetzt tun sollten | Beobachten Sie das Gerät und führen Sie eine Sicherheitsprüfung durch. Ändern Sie wichtige Passwörter vorsorglich über ein anderes, sauberes Gerät. Beginnen Sie mit dem E-Mail-Konto. |
Ihre aktuelle Situation | Sie haben eine Datei geöffnet, sehen jedoch noch keine Auffälligkeit. |
Was Sie jetzt tun sollten | Beobachten Sie das Gerät und führen Sie eine Sicherheitsprüfung durch. Ändern Sie wichtige Passwörter vorsorglich über ein anderes, sauberes Gerät. Beginnen Sie mit dem E-Mail-Konto. |
Ihre aktuelle Situation | Sie können Dateien auf Ihrem Computer nicht mehr öffnen. |
Was Sie jetzt tun sollten | Trennen Sie das Gerät sofort vom WLAN oder Netzwerk und verwenden Sie es nicht weiter. Öffnen, verändern oder löschen Sie keine Dateien, damit eine spätere Untersuchung oder Datenwiederherstellung nicht erschwert wird. |
Ihre aktuelle Situation | Auf Ihrem Bildschirm erscheint eine Lösegeldforderung. |
Was Sie jetzt tun sollten | Bezahlen Sie nicht vorschnell. Eine Zahlung garantiert nicht, dass Sie Ihre Daten zurückerhalten. Fotografieren Sie die Meldung nach Möglichkeit mit einem anderen Gerät und notieren Sie die Zahlungsinformationen sowie den ungefähren Zeitpunkt des Vorfalls. |
Ihre aktuelle Situation | Sie hatten während des Angriffs eine externe Festplatte angeschlossen. |
Was Sie jetzt tun sollten | Alle angeschlossenen Speichermedien sofort trennen und bis zu einer fachlichen Prüfung nicht mehr verwenden. So reduzieren Sie das Risiko, dass weitere Geräte oder Sicherungskopien betroffen werden. |
Ihre aktuelle Situation | Sie vermuten, dass Zugangsdaten gestohlen wurden. |
Was Sie jetzt tun sollten | Passwörter wichtiger Konten über ein sauberes Gerät ändern und die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren. Beginnen Sie mit dem E-Mail-Konto. |
Ihre aktuelle Situation | Sie sind unsicher, welche Dateien betroffen sind. |
Was Sie jetzt tun sollten | Lassen Sie prüfen, welche Geräte und Dateien betroffen sind und ob eine Entfernung der Schadsoftware oder eine Wiederherstellung der Daten möglich ist. |
Ihre aktuelle Situation | Der Angriff konnte gestoppt werden. |
Was Sie jetzt tun sollten | Bewahren Sie Screenshots, Meldungen und weitere Informationen auf. Melden Sie den Vorfall beim Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) und gegebenenfalls bei der Polizei. |
Ein Ransomware-Vorfall wirft viele Fragen auf: Ist nur ein Gerät betroffen? Sind persönliche Daten abgeflossen? Lassen sich Dateien wiederherstellen? Muss der Vorfall gemeldet werden? Mit dem TCS Cyber-Schutzbrief erhalten Sie eine persönliche Anlaufstelle. Unsere Cyberspezialistinnen und -spezialisten unterstützen Sie bereits bei einem Verdacht bei der ersten Einordnung und koordinieren bei Bedarf die weiteren Schritte.
TCS Cyber-Schutzbrief entdecken »«Wir sind die erste ruhige, kompetente Stimme aus der realen Welt, die ein Opfer hört. Viele Betroffene stehen unter enormem Druck und wissen nicht, ob sie das Lösegeld bezahlen oder das Risiko, wichtige Daten zu verlieren, eingehen sollen. Gerade in dieser Unsicherheit helfen wir dabei, die Situation sachlich einzuordnen und die nächsten Schritte zu planen.»
Melissa Wong, Group Chief Product Officer bei bolttech, Cyberschutz-Partner des TCS
Ransomware kann als Trojaner verbreitet werden, beispielsweise wenn sich die Schadsoftware als eine Rechnung, eine Bewerbung oder ein anderes legitimes Dokument tarnt. Das Ziel eines Ransomware-Angriffs ist jedoch eigentlich immer, durch Sperren von Daten oder Geräten Geldsummen zu erpressen.
Häufige Wege sind manipulierte E-Mail-Anhänge, schädliche Downloads, gefälschte Programme und nicht geschlossene Sicherheitslücken. Auch infizierte Speichermedien können eine Gefahr darstellen.
Eine Zahlung garantiert nicht, dass die Daten wieder freigegeben werden. Trennen Sie das Gerät vom Netzwerk, dokumentieren Sie die Forderung und holen Sie technische Unterstützung ein.
Von eigenständigen Löschversuchen ohne ausreichende Fachkenntnisse ist abzuraten. Veränderungen am System können eine Untersuchung oder Datenwiederherstellung erschweren. Lassen Sie das betroffene Gerät fachkundig prüfen.
Grundsätzlich kann Schadsoftware unterschiedliche Gerätetypen betreffen. Installieren Sie Apps nur aus offiziellen Quellen, halten Sie das Betriebssystem aktuell und prüfen Sie unerwartete Berechtigungsanfragen kritisch.
Eine aktuelle Sicherheitssoftware kann bekannte Bedrohungen erkennen und blockieren, bietet aber keinen vollständigen Schutz. Updates, vorsichtiger Umgang mit Anhängen und getrennte Backups bleiben wichtig.
Ein Backup kann gefährdet sein, wenn das Speichermedium während des Angriffs dauerhaft mit dem Gerät verbunden oder über das Netzwerk erreichbar ist. Eine Sicherungskopie sollte deshalb getrennt aufbewahrt werden.
Es gibt in der Schweiz verschiedene Anbieter für Cybersicherheitslösungen, Virenschutzprogramme und Cyberversicherungen. Welcher Anbieter am besten geeignet ist, hängt davon ab, welchen Schutz Sie suchen.
Wichtig ist, dass Sie sich nicht ausschliesslich auf eine Software verlassen. Ein wirksamer Schutz vor Ransomware besteht aus mehreren Bausteinen: aktuelle Sicherheitsupdates, regelmässige Backups, vorsichtiger Umgang mit verdächtigen Anhängen und Links sowie eine kompetente Anlaufstelle für den Notfall.
Mit dem TCS Cyber-Schutzbrief erhalten Sie Unterstützung vor und nach einem Cyberangriff: Bereits bei einem Verdacht können sich Mitglieder an eine Case Managerin oder einen Case Manager wenden und erhalten Unterstützung bei der Einschätzung der Situation erhalten . Kommt es tatsächlich zu einem Vorfall, stehen je nach Fall technische, rechtliche und finanzielle Hilfeleistungen zur Verfügung.
Cybervorfälle können beim Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) gemeldet werden. Abhängig vom Schaden und den Umständen kann zusätzlich eine Meldung bei der Polizei sinnvoll sein.
