Elektronisches Serviceheft

Verschiedene Automobilmarken setzen bereits auf das elektronische Serviceheft. Das ist eine durchaus innovative Methode, die aber einige Fragen offen lässt.


Das Serviceheft gehört seit Jahrzehnten in das Handschuhfach eines jeden Autos. Dieses unverzichtbare Dokument bietet einen Überblick über sämtliche am Fahrzeug durchgeführten Wartungsleistungen, die zudem durch den Garagisten mit einem Stempel zertifiziert werden. Damit ist das Wartungsheft massgebend bei der Abklärung von Garantieansprüchen. Darüber hinaus dient es als Nachweis für eine lückenlose Wartung des Autos und ist damit ein wichtiger Trumpf bei Eintausch oder Wiederverkauf des Fahrzeugs. Doch im Zuge der Digitalisierung haben immer mehr Hersteller und Importeure das gedruckte Serviceheft zugunsten einer digitalen Version aufgegeben. Derzeit sind es über ein Dutzend Marken.

Online-Serviceheft

Tatsächlich handelt es sich beim digitalen Serviceheft um eine zentrale Datenbank, die jederzeit konsultiert werden kann und welche die Wartungshistorie des Fahrzeugs aufzeigt. Bereits 2005 ersetzte Mazda als Pionier das gedruckte Serviceheft des Mazda 5 mit einer digitalen Version und stattete ab Mitte 2006 die gesamte Modellpalette damit aus. Die Idee stammt ursprünglich aus den USA. Ziel war, die Daten der Fahrzeuge an einer zentralen Stelle zu sammeln, um bei Gebrauchtwagen mögliche Manipulationen am Kilometerstand nachzuweisen. Seither setzen verschiedene Marken bei einzelnen Modellen oder sogar bei der ganzen Palette auf diese Methode.

In der Praxis erhält der Kunde nach jeder Wartung zusammen mit der Rechnung einen Ausdruck der letzen Servicemassnahmen. Oft können die Daten mittels Login auch am Computer oder am Smartphone konsultiert werden. Im Falle von Mazda zum Beispiel bietet eine kostenlose App den Zugriff auf Wartungshistorie und Fahrzeugdaten. Dort finden sich alle vorgeschriebenen Wartungsarbeiten, aber auch Informationen zu Rückrufaktionen und Reparaturen, die nach einem Unfall gemacht wurden. Im Gegensatz zu anderen Marken bietet Mazda zusätzlich noch ein Stempelheft. Selbstverständlich haben Kunden die Möglichkeit, jederzeit einen Auszug aus dem digitalen Serviceheft zu verlangen.

Unbestreitbare Vorteile

Nach dem Service wird via Internet ein Protokoll an die zentrale Datenbank geschickt. Autorisierte Werkstätten können sich so stets über die erledigten oder zukünftigen Wartungsarbeiten informieren. Diese detaillierten Informationen zeigen dem Mechaniker etwa, welche Verschleissteile am Auto ersetzt wurden. Die Autobesitzer können durch das digitale Servicebuch durchgeführte Arbeiten am Auto belegen.

Die elektronische Sicherung der Daten beendet auch die Sorgen vor Verlust des gedruckten Dokuments: Ein grosser Vorteil beim Verkauf des eigenen Fahrzeugs oder beim Kauf einer Occasion. Darüber hinaus lassen sich Manipulationen am Kilometerzähler aufdecken, indem man sie mit den Daten vergleicht, die bei den Wartungsdiensten aufgezeichnet werden.

Die Frage des Zugangs

Die neue Praxis wirft jedoch auch Fragen auf. Was passiert, wenn ein Fahrzeug an einen Händler einer anderen Marke verkauft wird? Bekommen potenzielle Kunden Zugang zu den Daten? Tatsache ist, dass der Zugriff auf die Fahrzeugdaten kostenpflichtig ist, wobei die Tarife von einer Marke zur anderen variieren. Die Kosten für eine Garage bewegen sich zwischen wenigen Franken pro Stunde bis zu 2000 Franken pro Jahr. Es versteht sich von selbst, dass der Kunde eine Nutzungsgebühr für die Einspeisung der Daten zahlen muss. Wahrscheinlich ist, dass die Kosten in den Stundenansatz der Arbeiten einfliessen. Bislang wurden für die Entwicklung dieser Datenbanken keinerlei Standards definiert. Jeder Hersteller verfolgt seinen eigenen Weg.

Nach Ansicht des TCS ist es wichtig, dass die digitalen Servicehefte den freien Wettbewerb nicht einschränken. Mit der derzeitigen Praxis können unabhängige Werkstätten ihre Daten derzeit kostenlos in das digitale Serviceheft eintragen. Auch wäre es wünschenswert, dass der Kunde wählen kann, ob er eine gedruckte oder digitale Wartungsbroschüre haben möchte.

Der TCS empfiehlt

  • Falls kein gedrucktes Serviceheft oder kein Eintrag im üblichen Serviceheft vorhanden ist, sollte man vom Garagisten einen Beleg verlangen, dass die Wartung im digitalen Serviceheft eingetragen wird.
  • Auf der Rechnung muss der Mechaniker die erfolgte Arbeit und die verwendeten Ersatzteile klar und verständlich aufführen.
  • Der Kunde muss stets die freie Wahl der Garage haben.
  • Es wird empfohlen, sämtliche Dokumente aufzubewahren, die durch den Garagisten ausgehändigt werden.
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