Auto im Wasser - was tun?

Nach dem Aufprall im Wasser ist es wichtig das Fahrzeug schnellstmöglich durch die Seitenscheibe oder das Schiebedach zu verlassen.


Ein Wasserunfall ist für viele der absolute Horror, aber zum Glück eine seltene Unfallart. Trotzdem sind die Konsequenzen wegen der sehr beschränkten Rettungszeit meist tragisch. Nach dem Aufprall im Wasser ist es wichtig das Fahrzeug schnellstmöglich durch die Seitenscheibe oder das Schiebedach zu verlassen.

Vorgehen nach einem Aufprall mit dem Auto im Wasser

  • Das Tragen des Sicherheitsgurts erhöht bei einem Unfall die Chance, bei Bewusstsein zu bleiben.
  • Leichte Kleidung erhöht die Beweglichkeit und mindert die Gefahr, bei der Rettung hängenzubleiben.
  • Nach einem Aufprall auf dem Wasser sollte das Fahrzeug schnellstmöglich verlassen werden, und zwar am besten durch die Seitenscheiben oder das Schiebedach. Gemäss einer Versuchsreihe des TCS mit Unterstützung des Fonds für Verkehrssicherheit aus dem Jahr 1998 lassen sich elektrisch betätigte Scheiben und Dächer in der Regel auch noch im oder unter Wasser öffnen.
  • Wenn sich die Seitenscheiben nicht mehr öffnen lassen, muss eine hintere Scheibe eingeschlagen werden (Frontscheiben und teilweise auch vordere Seitenscheiben lassen sich nicht rausschlagen – Verbundglas). Dies geschieht am besten durch einen gezielten, kräftigen Schlag mit einem Scheibenhammer in eine Ecke der Scheibe.
  • Die Türen sollten unbedingt geschlossen bleiben. Sie lassen sich wegen des Wasserdrucks häufig ohnehin schlecht oder gar nicht öffnen. Und wenn doch, dann wird das aufschwimmende Fahrzeug destabilisiert und sowohl Insassen wie Helfer werden durch den schlagartigen Wassereintritt bei den Rettungsbemühungen gefährdet.
  • Auf keinen Fall sollte bis zum kompletten Fluten des Innenraums zugewartet werden, auch wenn sich dann die Fahrzeugtüren öffnen lassen. Das würde viel zu lange dauern und enormen Stress verursachen.
  • Ein komplett versunkenes Fahrzeug muss schnellstmöglich durch eine der Seitenscheiben verlassen werden. Beim Einschlagen einer Scheibe unter Wasser wird das Fahrzeug in der Folge schlagartig geflutet. Durch den Aussendruck des Wassers werden Glassplitter in den Innenraum gedrückt. Deshalb ist bei der Rettung besondere Vorsicht geboten, um das Verletzungsrisiko für Insassen so klein wie möglich zu halten.

Hilfe von aussen

  • Alarmierung
  • Situation beurteilen
  • Insassen unter Beachtung der eigenen Sicherheit sowie der vorgängig erwähnten Vorgehensweise beim Verlassen des Fahrzeugs unterstützen
  • Unselbstständige Personen (Kleinkinder, behinderte Menschen, alte Personen, Bewusstlose) durch die Seitenscheiben aus dem Fahrzeug bergen

Bei Rettungsaktionen ist grosse Vorsicht geboten

Die Rettung von Insassen ist erschwert, wenn das Fahrzeug auf dem Dach zu liegen kommt. Insassen hängen im Sicherheitsgurt, evtl. sogar mit dem Kopf unter Wasser. Eine situationsgerechte Soforthilfe – immer unter Berücksichtigung der eigenen Sicherheit – ist in solchen Fällen besonders wichtig. Bei Rettungsaktionen in fliessenden Gewässern ist grosse Vorsicht geboten. Eine umgehende Alarmierung der Rettungskräfte ist unerlässlich, weil diese mit Spezialausrüstung das Fahrzeug sichern und die Rettung einleiten können.

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