





Text: Dino Nodari, Philippe Rawyler. Illustration: Oliver Maier. Quellen: Astra, BFS, SRF, TomTom
Im Jahr 2005 beliefen sich die Staustunden auf 10’975. Diese Zahl ist seitdem sprunghaft angestiegen und erreichte im vergangenen Jahr mehr als 68’000 Stunden – das ist ein 6-facher Anstieg innerhalb von 20 Jahren. Das Bundesamt für Strassen weist jedoch darauf hin, dass dieser Vergleich aufgrund einer geänderten Berechnungsmethode nur bedingt aussagekräftig ist. Dennoch lassen die Fakten das Ausmass dieser Entwicklung deutlich erkennen.
Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der auf unseren Strassen verkehrenden Fahrzeuge um 27% (von 6’134’000 im Jahr 2005 auf 7’789’000 im Jahr 2025).
Das verfügbare Autobahnnetz wuchs hingegen nur um 8,3% – von 1747 km im Jahr 2005 auf 1892 km im Jahr 2025. Kein Wunder also, dass die Autobahnen an Kapazität verlieren.
Ebenso wenig überrascht es, dass im vergangenen Jahr 89% der Staus ausschliesslich auf eine Überlastung des Verkehrs zurückzuführen waren, ohne dass Hindernisse auf der Autobahn vorlagen. Baustellen und Unfälle, die den Verkehr beeinträchtigten, machten nur etwa 10% der Gesamtzahl aus.
Und auch wenn der Pannenstreifen nun auf bestimmten Strecken zu den Hauptverkehrszeiten genutzt werden darf, bleibt das Problem weiterhin bestehen.
Was den Stadtverkehr betrifft, verzeichnet die Stadt Genf die meisten Staus (141 verlorene Stunden im Jahr 2025).
Die Überlastung des Autobahnverkehrs in der Schweiz ist das Ergebnis einer Kombination aus wachsendem Fahrzeugbestand, grenzüberschreitenden Verkehrsströmen, städtischer Konzentration, Wirtschafts-, Tourismus- oder Saisonverkehr sowie geografischen Gegebenheiten.
Verkehrsüberlastungen sind die Hauptursache für Staus auf Autobahnen, da auf einem überlasteten, dicht befahrenen Abschnitt der Verkehr instabil wird: Eine kleine Geschwindigkeitsschwankung wie z.B. ein Bremsmanöver, verstärkt durch Reaktionszeiten und Sicherheitsabstände, verwandelt sich in eine Verlangsamungswelle, die sich rückwärts ausbreitet, selbst wenn kein physisches Hindernis vorliegt. Und diese «Welle» hält so lange an, wie sich dahinter genügend Fahrzeuge befinden; sie lässt erst nach, wenn die Verkehrsdichte abnimmt.
Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass Verkehrsüberlastungen in der Regel bei der Anfahrt auf Grossstädte (Zürich, Genf, Basel, Lausanne, Bern) auftreten. Allein auf die Autobahnen A1 (Genf–Lausanne–Bern–Zürich–St. Gallen–St. Margrethen) und A2 (Basel–Luzern–Gotthard–Lugano–Chiasso) entfällt im Jahr 2025 die Hälfte der Staustunden (ca. 35’000 Stunden).
Weitere Streckenabschnitte sind saisonal durch Freizeit- oder Tourismusverkehr betroffen: die A9 Montreux–Martigny, die A6 Bern–Thun, die A13 Sargans–Chur und natürlich die Zufahrt zum Gotthardtunnel auf der A2.
22,4% mehr Staustunden wurden 2025 im Vergleich zum Vorjahr in der Schweiz gezählt. Würden die Staustunden im gleichen Tempo weiterwachsen, gäbe es laut SRF-Hochrechnung in 10 Jahren über eine halbe Million Staustunden.
10’ 975 Staustunden wurden 2005 gezählt. Im Vergleich zum letzten Jahr entspricht dies einer Steigerung auf mehr als das 6-Fache in 20 Jahren. Das Astra verweist aber darauf, dass die Zahlen wegen Methodenwechsel und Netzerweiterung nur eingeschränkt vergleichbar sind.
117 Staustunden weniger gab es im letzten Jahr auf der A6. Dies vor allem, weil auf dem Abschnitt zwischen Muri und Wankdorf BE eine Pannenstreifenumnutzung stattgefunden hat.
3% machen die Nationalstrassen des gesamten Schweizer Strassennetzes aus. Darauf abgewickelt werden aber knapp 45% aller Fahrzeugkilometer.
95 Fahrzeuge pro Minute passieren im Durchschnitt die A1 bei Wallisellen ZH. Mit rund 136’ 800 Fahrzeugen pro Tag ist dies der höchstbelastete Autobahnabschnitt der Schweiz.
89% der Staustunden im letzten Jahr entstanden durch Verkehrsüberlastung. Baustellen waren für weniger als vier Prozent verantwortlich und Unfälle für rund 6%.
141 Stunden verloren Pendler im Berufsverkehr in Genf im letzten Jahr. Gemäss TomTom-Traffic-Index liegt Genf klar an der Spitze der Schweizer Städte, gefolgt von Zürich (116 Stunden) und Lausanne (86 Stunden).
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