Mitglieds-Karte
TCS Mastercard
Rechnung

21.08.2026

Zielflagge für den künftigen Klassiker

Mit der A110 hat Renault die Marke Alpine wiederbelebt. Mittlerweile wird der Vierzylinder-Zweisitzer nicht mehr gebaut, die elektrische Nachfolgerin dreht schon Testrunden.

- Der Bau der Alpine A110 mit Verbrennungsmotor wurde eingestellt.
- Das Motto des künftigen Sportcoupé-Klassikers: Leichtbau.
- Die nächste Alpine A110 wird batterieelektrisch.

Alpine A110 GTS

Zur Jahresmitte lief im geschichtsträchtigen Werk in Dieppe in der Normandie die Produktion der Alpine A110 aus. Damit schliesst ein spannendes Kapitel Autogeschichte (und, keine Sorge: eine Fortsetzung ist versprochen). Mit der neuen A110 (präsentiert am Genfer Autosalon 2017) hatte Alpine nicht nur ein legendäres Modell aus den 1960er und 70er Jahre, sondern die Marke überhaupt wiederbelebt. Und das mit Erfolg. Vielleicht nicht in der Quantität, sicher aber in der Qualität. Alpine hat vom Retro-Sportler über die Jahre 28701 Exemplare gebaut (nur wenige Märkte ausserhalb Europas wurden überhaupt bedient. Vom sagenumwobenen Original hat Alpine damals fast 7000 verkauft. Sportive Zweisitzer sind eben Nischenprodukte. Aber solche mit Strahlkraft über das Modell hinaus. Diese hat die Marke mittlerweile genutzt, um zwei weitere Modelle zu lancieren, den kleinen A290 sowie den Fastback A390. Beide sind batterieelektrische Autos, wie auch die künftige A110 – davon mehr zum Schluss.

PHEV mit mehr Platz und Anhängelast

Honda CR-V
Die beiden Hybridmotoren des CR-V ähneln sich. Der Plug-in-Hybrid verfügt über die viel grössere Batterie als der Vollhybrid und schafft rein elektrisch gemäss Honda bis zu 82 Kilometer.

Das Motto beim Bau der A110 ist einfach und wurde hinlänglich beschrieben und gelobt: Leichtigkeit. 1108 Kilos gibt Alpine für die Modellvariante GTS an. Rahmenleichtbau mit 95 Prozent Alu-Anteil für ein 4,18 m kurzes und 1,25 m flaches Auto ermöglichen das Fliegengewicht (an modernen Standards gemessen). Auch beim Motor hat sich Alpine zurückgehalten und auf einen 1,8-Liter-Vierzylinder-Turbo aus dem Konzernfundus zurückgegriffen. 252 oder 300 oder, in der Version R Ultime gar 345 PS liegen an. Doch Leistungswerte machen nicht den Zauber der A110 aus. Das Interessante, wenn man das Auto ein paar Tage bewegen darf: Bald fühlt sich die Leichtigkeit normal an. Das gleiche gilt für die Sitzhöhe. Und das Ein-/Aussteigen ist, auch dank der grosse Türausschnitten, weniger beschwerlich, als man befürchten könnte.

Schneller, aber kein Sprinter

Honda CR-V
Der CR-V bietet einen der grössten Kofferräume in seinem Segment. Mit umgeklappten Sitzen werden ein grosser Transportraum oder eine Liegewiese daraus.

Die oberste Mission eines Sportcoupés ist Fahrspass, und davon bietet die A110 eine ganze Menge. Erfahren in Alpine Bleu, die von der Kundschaft am häufigsten gewählte Farboption. Die Farbe und ihre Kleinheit bringen der Alpine Sympathien und viele Bewunderer übers Fachpublikum hinaus. Kein Wunder, ihr geht die optische Aggressivität grösserer Sportboliden ab. Und deren Nachteile. Das kurze und mit 1,78 m schmale Coupé passt auch auf (die oft interessanten) Nebenstrassen, man kreuzt Gegenverkehr mit weniger Stress.

Man kriegt viel fürs (viele) Geld

Honda CR-V
Eher konventioneller Aufbau des Cockpits und der Fahrzeugbedienung. Das meiste indes einfach und intuitiv bedienbar.

Fahrvergnügen beherrscht die A110 GTS auf mehreren Ebenen. Nicht in brutal harter Sportwagenmanier, eher als elastischer Kurventänzer. Zwar sind Federdämpfung und Querstabilisatoren im Vergleich zum Basismodell und zum früheren GT straffer und steifer ausgelegt, aber nicht zu sehr. Und dem Alu-Chassis gestanden die Ingenieure ein bisschen Verwindungstoleranz zu. Das heisst, das Fahrwerk kommt auch mit schlechtem Belag (ausser bei Innerortstempo) gut zurecht, auch eine fein austarierte Seitenneigung lässt die A110 GTS zu.

 
Diese Abstimmung lässt sich besonders in Wechselkurven geniessen. Wo sich besonders höher bauende Autos noch am Kurvenausgang gegen die Fliehkräfte wehren und in den Federn hängen, schnalzt die Alpine nach kurzem Lenkbefehl freudig agil und weich kontrolliert in den nächsten Bogen. Die A110 vermittelt ein Höchstmass an Vertrauen für den Grip an der Vorderachse. Die Rückmeldung erfolgt dabei zu gleichen Teilen übers Popometer und die vielleicht ein bisschen zu leichtgängige Lenkung. Apropos Popo: Im früheren GT und dem späteren GTS nimmt man in einstellbaren Sportsitzen Platz, in A110 S und R sorgen fixe Schalensitze für zusätzlichen Seitenhalt und noch mehr Gefühlsechtheit.


Text: Daniel Riesen
Fotos: Honda

Technische Daten

Alpine A110 GTS

LxBxH: 4,71 x 1,87 x 1,67/168 m, Leergewicht 1821-1889 kg (e:HEV), 1991 kg (e:PHEV).
Antrieb: Hybridsystem mit 2,0-l-Vieryzinder- und Elektromotoren. Systemleistung 135 kW (184 PS). e:HEV 2- oder 4-Rad-Antrieb, PHEV 2-Rad-Antrieb. Benzintank 57 Liter (e:PHEV: 46,5 l), Batterie e:PHEV 17,7 kWh.
0 bis 100 km/h: 9,0 – 9,5 s;
Höchstgeschwindigkeit 187 – 195 km/h.
Verbrauch nach WLTP: 5,9-6,7 l (e:HEV), 0,8 l plus 15,5 kWh (e:PHEV) / 100 km.

Share Funktionen:
durckenE-MailFacebookTwitter

Mehr Artikel aus der Touring-Redaktion

 
Bitte haben Sie einen Moment Geduld
Ihre Bestellung wird bearbeitet.