Fahrverbotszone in Italien erschwert die Zufahrt

Mit dem Fahrzeug kommt man in Italien oft nur noch mit besonderen Umwelttickets ins Stadtzentrum, da es oft eine Fahrverbotszone gibt.


Fahrverbotszone «zone a traffico limitato»

Die Fahrverbotszone «zone a traffico limitato» abgekürzt «ZTL» existieren in zahlreichen italienischen Stadten wie zum Beispiel in Bologna, Florenz, Genua, Mailand, Neapel, Pisa, Rom und Verona. Diese verkehrsbeschränkten Zonen sind zur Bekämpfung von Stau und Umweltverschmutzung eingeführt worden. Die Regelung der Fahrverbotszone variiert je nach Region.

Die Zonen sind mit einem Fahrverbotsschild gekennzeichnet, welche die Regelung - die Verkehrsbeschränkung oder das Fahrverbot präzisiert. Solche Zonen sind in Navigationsgeräten nicht zwingend gekennzeichnet.

Motorisiert reisende Touristen, die in einem Hotel innerhalb einer solchen Zone übernachten, sollten sich deshalb vorab und direkt beim Hotel betreffend einer zeitweiligen Einfahrtsgenehmigung informieren. Die Gültigkeit der Genehmigung, die Zugangsmodalitäten und der Zeitrahmen können von Stadt zu Stadt variieren. In den meisten Fällen muss das Fahrzeug während des Aufenthalts im privaten Hotel-Parkhaus, einem anderen Parkhaus oder schlichtweg ausserhalb der ZTL abgestellt werden.

Mailand: Umweltpass und Fahrverbote

Area C - Umweltpass je nach Wochentag
In Mailand muss für das Befahren des historischen Stadtzentrums «Cerchia dei Bastioni» (Zone/Area C) für die folgenden Zeitperioden ein Umweltpass gekauft werden: montags, dienstags, mittwochs und freitags zwischen 07.30 und 19.30 Uhr und donnerstags zwischen 07.30 und 18.00 Uhr. Der Umweltpass muss vor der Einfahrt in die Zone gekauft und aktiviert werden. Die Gebühr beträgt EUR 5.-/Tag. Weitere Infos zu diesem Thema finden Sie unter: Area C in Mailand (auf Englisch)

Area B - Dieselfahrzeuge eingeschränkt
Ausserhalb der Zone «C» gibt es neu die Zone «B» , in welche umweltschädliche Fahrzeuge nicht einfahren dürfen. Benzinfahrzeuge mit der Kategorie Euro 0 und Dieselfahrzeuge der Kategorien Euro 1,2, 3 und 4 dürfen die Zone «Area B» nicht befahren. Bis 2030 sollen schrittweise alle Dieselfahrzeuge verboten werden.

Die Einschränkungen gelten von Montag bis Freitag, von 7.30 Uhr bis 19.30 Uhr, mit Ausnahme von Feiertagen, gleich wie in «Area C». Der Zugang ist kostenlos. Mehr Infos finden Sie unter: Area B in Mailand (auf Italienisch)

Rom: Tag- und Nachtfahrverbote

In Rom gibt es mehrere ZTL-Zonen, welche den Zugang zum historischen Zentrum und zum Stadtzentrum einschränken. Es gibt drei wichtige ZTL, die tagsüber wie auch nachts in Kraft sind.

ZTL Tridente
Autos, Mopeds und Motorräder dürfen zu folgenden Zeiten die Zone nicht befahren: Montag bis Freitag von 6.30 Uhr bis 19.00 Uhr und Samstags von 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr. Feiertage sind ausgenommen.

ZTL Centro Storico
Die erlaubten Fahrten in die Fahrverbotszone im historischen Zentrum variieren je nach Tages- und Nachtzeit. Die Zone darf tagsüber zwischen 6.30 und 18.00 Uhr von Montag bis Freitag nicht befahren werden, am Samstag von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Nachts gilt ein Fahrverbot für Freitag und Samstag von 23.00 Uhr bis 3.00 Uhr. An Feiertagen und in den Nächten vom 1. bis 31. August gelten die Einschränkungen nicht.

ZTL Trastevere
Die Einschränkungen gelten sowohl tagsüber wie auch nachts. Tagsüber darf die Zone von 6.30 Uhr bis 10.00 Uhr nicht befahren werden, Feiertage sind ausgenommen. In der Nacht ist die ZTL nicht befahrbar oder es gilt Tempolimite 30km/h. Freitag und Samstags zwischen 21.30 Uhr und 3.00 Uhr gilt Fahrverbot. Von Mai bis Oktober zusätzlich auch am Mittwoch und Donnerstag. Dies gilt auch an Feiertagen, jedoch vom 1. bis 31. August.

Weitere Informationen: ZTL Roma (auf Italienisch)

Bologna: Umweltticket zwischen 7 und 20 Uhr

In Bologna muss ein Umweltticket für die Einfahrt in die verkehrsbeschränkte Zone (ZTL, «zone a traffico limitato») zwischen 07.00 und 20.00 Uhr gekauft werden. Erhältlich ist der Pass an ausgesuchten ÖV-Standorten wie Bahnhöfen und Busbahnhöfen: Ticket für die ZTL in Bologna (auf Italienisch). 

Südtirol: Fahrverbot in den Stadtzentren

Im Südtirol besteht für die Stadtzentren von Bozen (Bolzano) und Brixen (Brissanone) jeweils von Montag bis Freitag, von 07.00 bis 10.00 Uhr und von 16.00 bis 19.00 Uhr (ausser Feiertage), für die meisten Fahrzeuge ein Fahrverbot. Wenn sich Ihr Aufenthaltsort in der betroffenen Zone befindet, müssen Sie Ihre Reservierungsbestätigung vorweisen.

Neapel: Fahrverbot in mehreren Zonen

In Neapel gibt es mehrere Fahrverbotszonen die nur mit einer speziellen Bewilligung befahren werden dürfen. Ein solche Bewilligung ist für Touristen nicht erhältlich.

Weitere Infos: ZTL Napoli (auf Italienisch)

Amalfi-Küste: Sperre für Wohnwagen und Wohnmobile

Auf der Amalfi-Strasse SS 163 an der Küste zwischen Positano und Vietri (40 km) südlich von Neapel, besteht ein Fahrverbot für Wohnwagengespanne und Wohnmobile. Diese Fahrzeuge dürfen die Strassen zwischen 06.30 und 24.00 Uhr nicht befahren (unabhängig vom Wochentag). Autos sind von dieser Regelung nicht betroffen.

Empfindliche Bussen und hohe Kosten

Die Kosten für eine Busse aufgrund nicht berechtigter Einfahrt in eine Zone mit Verkehrseinschränkungen sind hoch. Sie schwanken zwischen mindestens 80,00 € und höchstens 335,00 €. Wenn die Busse innerhalb von 5 Tagen nach der Zustellung beglichen wird, erhält man einen Preisnachlass von 30%. Zu der Busse kommen noch die Bearbeitungs- und Zustellgebühren hinzu: 14,20 €. Der Gesamtbetrag der Busse beläuft sich daher auf mindestens 94.20 €. Nach Erhalt der Busse hat derjenige, der die Ordnungswidrigkeit begangen hat, 60 Tage Zeit, um die Busse zu bezahlen oder Einspruch einzulegen. Nach Ablauf der 60 Tage erhöht sich die Strafe von 80 € auf 167,50 € (die Hälfte des Höchstbetrags) und alle sechs Monate erfolgt eine weitere halbjährliche Erhöhung um 10%, zzgl. einem Aufschlag von bis zu 20% und Verzugszinsen für verspätete Zahlung.

Einspruch einzulegen, um seine Gründe geltend zu machen und die Bezahlung der Busse zu vermeiden, kann riskant und teuer werden. Die wenigen Gründe, in denen empfohlen wird, gegen die Busse Einspruch zu erheben, sind: Ort und Zeitpunkt der Übertretung wurden im Protokoll nicht angegeben; die Busse wird mehr als 360 Tage nach dem Verstoss zugestellt; man kann nachweisen, dass sich das Fahrzeug zum Zeitpunkt der Ordnungswidrigkeit nicht in der Zone mit Verkehrseinschränkungen befand. Wird dem Einspruch nicht stattgegeben, ist man gezwungen, zusätzlich zur Busse die Gerichtskosten und den doppelten Betrag der Busse zu bezahlen.  

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