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Test: Light-Assist E-Bikes

 
 

Light-Assist E-Bikes sind ein aktueller Trend. Nachdem Motoren und Akkus zu Beginn des E-Bike Booms immer grösser und stärker wurden, ist hier erstmals eine Umkehrtendenz feststellbar. Diese urbane Kategorie an E-Bikes wurde bewusst so konstruiert, dass diese so leicht sind, dass sie mindestens in der Ebene praktisch ohne Elektroantrieb auskommen. Damit erreichen die Bikes trotz deutlich kleineren und somit leichteren Akkus trotzdem Reichweiten zwischen 35 und 58 Kilometern.

Im vorliegenden Test wurden 8 Light-Assist E-Bikes mit einem Maximalpreis von CHF 5000.- miteinander verglichen. Diese Produktkategorie nimmt im urbanen Raum an Bedeutung zu und ist für den städtischen Verkehr entwickelt. Eine offizielle Abgrenzung von Light-Assist- E-Bikes zu Bikes mit stärkerer Unterstützung existiert aktuell nicht, daher wurden Bikes miteinander verglichen, welche leichter sind als 23 kg und maximal über einen Akku von 500 Wh verfügen.

Testergebnisse

Testsieger ist das Cube Nulane Hybrid, welches mit seinen 16.5 kg Leergewicht und dem Bosch Performance Line SX Motor zu überzeugen weiss. Insgesamt am schlechtesten bewertet wurde das Rose Sneak-Plus, welches aber durchaus über Qualitäten verfügt: es ist das leichteste Bike und erreicht in der Realität die grösste Reichweite. Allerdings ist es als Single-Speed Bike in steilerem Gelände klar limitiert.

Eine erstaunliche Erkenntnis aus dem Test: Das technisch hochstehende Pinion-Getriebe hat in Kombination mit dem Grip-Shift Bedienelement nicht überzeugt.

Bewertung (Prozent)

Modell

Antrieb

Motor

Akku [Wh]

Preis [CHF]

Sehr empfehlenswert (72%)

Cube NULANE HYBRID C:62 RACE 400X FE

Mittelmotor

Bosch Performance Line SX

400

3399

Sehr empfehlenswert (67%)

Canyon Citylite:ON

Mittelmotor

Bosch Performance Line BDU3460

400

2999

Sehr empfehlenswert (67%)

Bixs District-E1

Hinterrad

Mahle X30

250

3390

Sehr empfehlenswert (66%)

Schindelhauer Emil

Hinterrad

Mahle X20

250

4690

Sehr empfehlenswert (64%)

Ampler Curt

Hinterrad

Ampler

336

3970

Sehr empfehlenswert (63%)

Cresta e-Largo

Hinterrad

Hyena, MRC-E250

223

3098

Sehr empfehlenswert (61%)

Asfalt GT2

Hinterrad

Mahle X35

248

4290

Empfehlenswert (57%)

Rose Sneak-Plus

Hinterrad

Mahle X35

250

2835

Fazit

Für den Test wurden bewusst E-Bikes mit unterschiedlichen Motoren ausgewählt, zwei mit Mittelmotoren und sechs mit dem Motor in der Hinterradnabe. Auch bei den Schaltungen ist von allem etwas dabei: Pinion-Getriebe und Nabenschaltungen mit Riemenantrieb sind genauso vertreten, wie normale Kettenschaltungen. Ein Single-Speed Bike komplett ohne Schaltung ist auch dabei. 

Schaltung
Das erstaunliche Resultat bei den Schaltungen: Auch wenn die Pinion-Getriebe qualitativ und von der Langlebigkeit her sehr gut einzuschätzen sind, überzeugen sie in der Praxis in Kombination mit einer Grip-Shift Bedieneinheit (Drehgriff) weniger, weil die Bedienung zu viel Kraft benötigt. Speziell unter Last ist die Bedienung sehr anstrengend. 

Motor
Bei den Motoren erbringen die beiden Mittelmotoren deutlich die grösseren Spitzenleistungen als die Nabenmotoren. Beim Hyena-Motor des Cresta wurde mit knapp 300 Watt die grösste Spitzenleistung der Nabenmotoren gemessen. Die geringsten Spitzenleistungen erreichte der Ampler Motor beim gleichnamigen Bike mit 238 Watt.

Energieeffizienz
Bei der Energieeffizienz von Ketten- und Riemenantrieben gab es auch eine kleine Überraschung. Obwohl Riemenantriebe grundsätzlich als etwas weniger effizient gelten, belegen die drei Bikes mit Riemen bei der Messung des Energieverbrauchs pro Kilometer die Plätze 1, 2 und 4. Da der Energieverbrauch aber von diversen Faktoren abhängt (Sitzposition, Verluste in Naben und Schaltungen, Umwelteinflüsse usw.), ist keine abschliessende Aussage zur Effizienz von Riemen gegenüber Ketten möglich.

Urbane Kurzstrecke
Für urbane Kurzstrecken-Pendler, die allfällige Aufstiege unverschwitzt bewältigen wollen, sind Light-Assist E-Bikes eine valable Option. Zu bedenken ist dabei, dass bei allen Bikes mit Ausnahme des Canyon, der Akku nicht ausgebaut werden kann. Wer über keinen Zugang zu einem beheizten Velokeller verfügt und das Bike auch bei Minustemperaturen draussen lassen muss, sollte sich den Kauf gut überlegen. Akkus und Elektronik mögen keine tiefen (und zu hohe) Temperaturen und altern bei diesen Umwelteinflüssen schneller. Zudem kann es geschehen, dass zu kalte Akkus ihren Dienst komplett verweigern.

Händler
Reine Online-Anbieter wurden in diesem Test nicht berücksichtigt, da bei einer Reparatur der Ansprechpartner fehlt und Online-Anbieter dieses Produktsegment nicht anbieten. Für die beiden online bestellten Bikes von Canyon und Rose besteht im Fall von Canyon die Möglichkeit das Bike via einen lokalen Händler ausliefern zu lassen. Bei Rose wird das Bike zwar direkt geliefert, es existieren aber Rose-Shops für Probefahrten und Reparaturen. Alle anderen Marken sind beim lokalen Fachhandel erhältlich.

 
 

Die Test-Bikes

Cube – Nulane Hybrid C:62 Race 400X FE
Cube – Nulane: Testsieger mit starkem (eher lautem) Motor und guter Reichweite. Leichter Carbonrahmen, gute Beleuchtung und Schutzbleche. Bestnote im Laien-Test.
Canyon – Citylite:ON
Canyon Citylite ON: Schweres Kraftpaket. Gefederte Sattelstütze, ergonomische Griffe.
Bixs – District-E1
Bixs District-E1: Überdurchschnittlich. Gute Beleuchtung, bestes Schaltspektrum der Kettenschaltungen.
Schindelhauer – Emil
Schindelhauer – Emil: Sehr gute Komponenten, grosses Schaltspektrum, das komfortabelste Bike im Test. Grip-Shift-Schaltung braucht viel Kraft, Anzeige nicht intuitiv, hinterer Rückstrahler fehlt.
Ampler –Curt
Ampler – Curt: Sehr leicht, geringe Spitzenleistung, Bedienelemente am Oberrohr nicht optimal.
Cresta – e-Largo
Cresta – e-Largo: Vorderlicht mit gutem Abblendhorizont, Rückstrahler hinten fehlt. Limitierte Reichweite. Anzeige von Unterstützungsstufe und Ladezustand nicht intuitiv.
Asfalt – GT2
Asfalt GT2: Grosses Schaltspektrum, Sitz und Lenker unbequem. Bedienelemente am Oberrohr.
Rose – Sneak-Plus
Rose – Sneak-Plus: Sehr leicht, grösste Reichweite. Single-Speed schlecht am Hang, Vorderlicht blendet Gegenverkehr, Rückstrahler fehlt.

Tipps der TCS-Experten

Überlegen Sie sich vor dem Kauf eines Light-Assist E-Bikes gut, welches Ihre Bedürfnisse sind und probieren Sie die Modelle aus. Diese Punkte helfen Ihnen bei der Entscheidung:

  • Welche Reichweiten muss Ihr E-Bike erreichen? Tägliche Einkäufe und kurze bis mittlere Arbeitswege können mit allen E-Bikes bewältigt werden. Planen Sie auch längere Touren oder ist es Ihnen wichtig den E-Bike-Akku nur möglichst selten zu laden, sollten Sie sich mit der Akkukapazität der E-Bikes befassen. Bei Light-Assist E-Bikes ist der Energieverbrauch bei ca. 5 – 10 Wattsunden pro Kilometer. Bei einem leichten, effizienten Bike kann also bereits ein Akku mit einer Kapazität von 250 Wattstunden um die 50 Kilometer Reichweite erreichen. Diese hängt aber entscheidend davon ab, wie sportlich der Fahrer unterwegs ist, welches Gesamtgewicht transportiert wird, wie viele Höhenmeter absolviert werden und einigen weiteren Faktoren.
  • Welches Modell passt zu Ihnen? Vor einem Kauf muss das Bike ausgiebig getestet werden. Passen Rahmengeometrie und die Motorenunterstützung zu Ihnen? Nutzen Sie die Möglichkeit, unterschiedliche Modelle ausgiebig Probe zu fahren und testen sie dabei die Bedienelemente (am Rahmen oder Lenker).
  • Online-Kauf? Überlegen Sie sich gut, ob Sie ein E-Bike online kaufen wollen. Bei einem Defekt fehlt der Ansprechpartner und die Lieferbarkeit von Ersatzteilen kann beschränkt sein. Nicht optimale Lenker, Vorbauten oder Sättel können nur bei einem Händler vor Ort individuell angepasst werden.
 
 

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