





Im Vergleich von 10 Dachboxen mit einem Fassungsvermögen von rund 400 Litern finden sich neben etablierten Herstellern auch Dachboxen bekannter Automarken. Die von den Automobilherstellern angebotenen Dachboxen sind teilweise mehr als doppelt so teuer, bieten jedoch nicht zwangsläufig eine bessere Leistung.
Das Gesamtergebnis: 7 sehr empfehlenswerte und 3 empfehlenswerte Dachboxen im Test.
Die hochwertige Dachbox von Audi, gefertigt von Thule, erzielte im Crashtest ein sehr gutes Ergebnis und erhielt gute Bewertungen in der Kategorie Fahreigenschaften, das heisst bei dynamischen Ausweichmanövern und Bremstests. Neben umfangreichen Sicherheitshinweisen im Inneren der Dachbox wird eine gute Bedienungsanleitung mitgeliefert. Ohne weitere negative Auffälligkeiten belegt sie den ersten Platz im Test. Das hohe Eigengewicht von knapp 23 Kilogramm und der Verschlussmechanismus «Power-Click-System» wurden von den Testern jedoch als verbesserungswürdig bezeichnet. Die Arretierung mittels Einklicken der 2 Plastiknasen an den Befestigungen erwies sich als umständlich und erschwerte das Handling bei der Montage der Dachbox auf dem Grundträger.
Die Dachboxen wurden hinsichtlich Konstruktion, Handhabung, Fahreigenschaften und Crashsicherheit geprüft. Die Bewertung umfasst unter anderem Fahrversuche mit Ausweichmanövern und Bremsungen, einen Crashversuch bei 30 km/h sowie die Beurteilung von Montage, Bedienung und Ladungssicherung.
Bei einigen Montagevarianten kann die Befestigung der Dachbox aufwendig sein, beispielsweise beim System von Škoda. Hier werden in die Nuten des Dachträgers 4 Platten eingefädelt, an denen jeweils 2 Gewindestangen angebracht sind. Diese 8 Stangen müssen durch Bohrungen am Boden der Dachbox geführt werden. Im Innern der Dachbox werden dann Kunststoffplatten auf die Gewinde aufgesetzt und Muttern aufgeschraubt. Zuvor müssen die Gurte zur Befestigung der Beladung durch die Kunststoffplatten gefädelt werden. Alle nicht verwendeten Bohrungen im Boden der Dachbox sind anschliessend noch mit dem mitgelieferten Klebeband zu verschliessen, damit bei Regen keine Nässe in die Dachbox eindringt. Insgesamt eine umständliche Lösung, weshalb die Erstmontage der Škoda-Box leicht eine halbe Stunde dauern kann.
Die T-Nut des Grundträgers wird auch von den Dachboxen von VW und BMW genutzt. Allerdings passt die BMW-Dachbox nicht in die herkömmlichen T-Nut-Aussparungen universeller Grundträger. Die Bedienungsanleitung bestätigt, dass die BMW-Dachbox ausschliesslich mit originalen BMW-Dachträgern verwendet werden kann, welche eine spezifische Nutbreite aufweisen und individuell für das jeweilige Modell bestimmt sind. Das schränkt die Nutzbarkeit deutlich ein. Man muss sich beim Kauf dieser Dachbox also bewusst sein, dass sie ausschliesslich auf ein spezifisches Fahrzeugmodell passt. Für andere BMW-Modelle sind gegebenenfalls neue Grundträger erforderlich, und auf Fahrzeuge anderer Marken lässt sich die BMW-Dachbox gar nicht montieren.
Die Schnellmontagesysteme von Atera, Audi, Mercedes-Benz, Hapro und Thule erwiesen sich im Test dagegen als die besten Lösungen, was sich in einer raschen und simplen Montage widerspiegelt.
Testvorgabe war ein Volumen von etwa 400 Litern. Bewertet wurde, wie genau die Volumenangaben der Hersteller sind. Nur wenige Modelle erreichen das angegebene Volumen genau. Audi und Thule unterschreiten das Volumen um 7 respektive 10 Prozent. Das Volumen ist wichtig, allerdings ist die Nutzbarkeit des Volumens entscheidend. Unebene Böden und Deckelkonstruktionen sowie Befestigungssysteme, die in der Höhe zu viel Platz beanspruchen, sind hier nachteilig. Am besten löst diese Herausforderung der Hersteller Kamei mit der sehr flachen Bauweise und dem fast ebenen Boden.
Anzahl und Material der Befestigungsgurte wirken sich oft auf das Crashverhalten aus. Mit 3 stabilen Stahlverschlüssen und qualitativ hochwertigen Gurtbändern gibt es grundsätzlich keinen Grund zur Beanstandung. Wenn dann noch die Anbindung der Gurtschlaufen an der Dachbox fest und sicher gelöst ist, wird auch bei einem Crash mit 30 km/h vermutlich nichts passieren. Bei den Dachboxen von Audi und Thule wurde zusätzlich eine Querstrebe im vorderen Bereich installiert, die verhindert, dass sich die Dachbox bei Verzögerungen öffnet.
Die Qualität des Materials der Zurrgurte variierte: Nur beim Model von VW entsprachen die Gurten der Norm EN 12195-2, was auf eine gute und geprüfte Qualität hinweist.
Alle getesteten Dachboxen sind abschliessbar. Dennoch gibt es hier Unterschiede: Die Dachbox von Kamei verriegelt beim Schliessen automatisch und hörbar, wenn der Schlüssel aussen steckt. Das vermittelt ein sicheres Gefühl, dass die Box richtig verschlossen ist.
Die Angaben zur Dachlast im Fahrzeugausweis eines Fahrzeugs entscheiden über die tatsächlich nutzbare Zuladung der Dachbox. Ein überschaubarer Anteil der Fahrzeuge erlaubt die maximale Zuladung einer üblichen Dachbox. Am Beispiel des Testfahrzeugs, eines VW Golf, sind 75 Kilogramm Dachlast zugelassen. Kombiniert mit der schwersten Dachbox im Test, der Mercedes-Benz-Dachbox M mit 23,9 Kilogramm, ergibt sich folgendes Rechenbeispiel:
75 kg Dachlast (VW Golf) – 23,9 kg Eigengewicht der Dachbox – 5,2 kg Dachträgersystem (VW Golf) = 46 kg maximale Zuladung
Daher ist es nicht immer zwingend erforderlich, auf eine Dachbox mit einer hohen maximalen Zuladung von 75 Kilogramm zurückzugreifen. Ein geringes Eigengewicht der Dachbox erleichtert nicht nur die Montage, sondern ermöglicht auch eine höhere nutzbare Zuladung. Die Dachbox von G3 wiegt lediglich 13 Kilogramm, die von VW sogar nur 12,6 Kilogramm. Damit sind sie Leichtgewichte im Gegensatz zu den Boxen von Mercedes (23,9 kg), Thule (23,4 kg) und Audi (22,9 kg).
In einigen Dachboxen fehlten hilfreiche Hinweise wie zum Beispiel zur Lastverteilung, empfohlenen Höchstgeschwindigkeit, zusätzlichen Fahrzeughöhe und zum Eigengewicht der Dachbox.
Vor dem Kauf
Vor Antritt der Fahrt
Nach der Nutzung
