Die Kundschaft reagiert auf die Vorschusslorbeeren; sie bestellt den Wagen fleissig und sieht sich auch schon mit Wartezeiten konfrontiert. BMW hat reagiert und im Werk Debrecen bald nach Produktionsstart auf Zweischichtbetrieb umgestellt. Damit scheint die Neue Klasse die Erwartungen zu erfüllen, die intern wie von Beobachtern hoch waren. Mit dem historisch aufgeladenen Begriff umschreibt BMW eine komplett neu entwickelte Fahrzeugplattform, die sämtliche Elemente eines Technologiesprungs umfassen: Ein grösserer Akku, der grösste in der Klasse, basierend auf runden statt wie bisher prismatischen Zellen für höhere Energiedichte, die platzsparend nicht mehr in Module aufgeteilt ins Gehäuse gepackt werden. 800-Volt-Layout für sehr schnelles Laden. Eine Elektronik mit vier Zonenrechnern statt Dutzenden von Steuermodulen und neuem Betriebssystem. «Neue Klasse» weist zudem darauf hin, dass das massive Upgrade in weiteren Autos auftauchen wird; zum Beispiel im neuen Dreier oder in der elektrischen Version des X5: Die Plattform ist technologieoffen, auch verbrennerisch motorisierte Versionen sind verfügbar.
Das geballte Paket Technik macht BMW im Innenraum mit einer neuen Form der Instrumentierung erlebbar. Panoramic Vision nennt BMW das neue, schmale Band, unten auf die Windschutzscheibe projiziert. Die Projektionen sind hochauflösend-scharf, bestens ablesbar und in grösserer Distanz zum Menschen am Lenkrad als konventionelle Bildschirme, was seinen oder ihren Augen weniger Anstrengung beim Fokussieren abverlangt. Und natürlich sind die Infos individuell konfigurierbar. Wie überhaupt das ganze, fahrende BMW-Rechenzentrum etwas Einarbeitung fordert, will man alles rausholen.
Text: Daniel Riesen