





Ob die Reichweite passt, hängt von den jeweiligen Anforderungen ab. Im Alltag kommt man mit weniger aus, für die Ferien hätte man gerne mehr. Heutige vier- bis fünfjährige E-Occasionen verfügen meist über 400 Kilometer Normreichweite oder mehr. Üblicherweise liegt der SoH (State of Health, Zustand der Batterie) noch bei über neunzig Prozent, das heisst, dass der Akku weniger als zehn Prozent seiner ursprünglichen Speicherfähigkeit verloren hat. Ein Batteriezertifikat gibt Aufschluss über den genauen Zustand des Akkus.
Eine Occasion kauft man in der Regel nicht als Wertanlage, sondern um seine Mobilität günstig und umweltfreundlich abzudecken. Sind also die Occasionen günstig zu haben, ist das für die Käufer eine gute Gelegenheit, kostengünstig in die Elektromobilität einzusteigen.
Die Technologie entwickelt sich tatsächlich rasant. Trotzdem sehen wir, dass etwa die Reichweiten bei den Mittelklasseautos seit 2020 kaum mehr zugenommen haben. Auch die Schnellladung ist schon seit längerer Zeit Standard, und Leistung haben E-Autos ohnehin genug, wenn nicht sogar zu viel. Es lohnt sich also, sich zu fragen, welche Innovationen einem wichtig sind. Viele Leute können zum Beispiel gut auf den Tempowarner verzichten, der in Neuwagen obligatorisch ist.
Um sicherzugehen, dass die Batterie noch gut ist, empfehlen wir auf jeden Fall, einen Test zu machen und ein Batteriezertifikat zu verlangen. Die Garantie für E-Auto-Batterien beträgt meist acht Jahre oder 160 000 Kilometer und garantiert einen SoH von mindestens siebzig Prozent der ursprünglichen Kapazität. Batterien müssen heute in den seltensten Fällen ersetzt werden. Sie sind langlebiger als ursprünglich angenommen und es ist auch immer mehr Know-how vorhanden, um Reparaturen durchzuführen. Das kann bedeuten, dass einzelne Zellen oder Module getauscht werden oder aber Dichtungen, Sicherungen und Elektronik ersetzt werden.
Schon nach etwa 50 000 Kilometern ist man mit dem Elektroauto ökologischer unterwegs als mit einem Verbrenner, wie ein Blick auf den CO2-Rechner der TCS Autosuche zeigt. Je länger ein solches Auto in Betrieb bleibt, desto besser ist es für die Umwelt. Und der Akku wird am Ende rezykliert. Allein in der Schweiz gibt es mehrere Firmen, die darauf spezialisiert sind und das auch schon anbieten.
Eine Ladestation zu Hause bringt viel Komfort und Kosteneinsparungen. Wer diese nicht hat, muss sich organisieren. Doch es geht oft auch ohne. Immer mehr Arbeitgeber installieren Ladeinfrastruktur für ihre Mitarbeitenden, und auch öffentliche Lademöglichkeiten sind weit verbreitet. Man kann auch – wie mit dem konventionellen Auto – zum Schnelllader fahren, um «aufzutanken». Zugegeben: Es dauert dort eher eine halbe Stunde als die gewohnten bis zu fünfzehn Minuten (erst Tanken, dann durch den Shop streifen, dann an der Kasse anstehen und schliesslich bezahlen). Dafür kann man während dieser Zeit etwas erledigen. Und mit einem entsprechenden Abo fährt man auch beim öffentlichen Laden eher günstiger als mit Benzin.
