120 Jahre Rat, Schutz und Hilfe

1896 haben Genfer Velofahrer den TCS ins Leben gerufen. Was daraus entstanden ist, hätten sie sich wohl nie erträumen lassen.


Am 1. September 2016 feierte der TCS sein 120-jähriges Bestehen. 205 Genfer Velofahrer hatten im September 1896 den Grundstein für den grössten Mobilitätsverein der Schweiz gelegt. 

Es war dazumal eine andere Welt. Doch eines hat sich bis heute nicht verändert: der TCS ist nach wie vor bestrebt, alle Nischen der Mobilität abzudecken und aktiven, mobilen Menschen ein zuverlässiger Partner zu sein.

So besannen wir uns zum 120-jährigen Bestehen mit der Einführung der «TCS Bike Assistance» nicht nur auf unsere Wurzeln, sondern machten zugleich den nächsten Schritt in die Zukunft.

120 Jahre im Rückblick - der Werdegang des Touring Club Schweiz

Die traditionsreiche Geschichte unseres Clubs lässt sich wie folgt sehr treffend auf den Punkt bringen: «120 Jahre Hilfe, Rat und Schutz, 120 Jahre Unterstützung und Einsatz – 120 Jahre Vertrauen». Und das wollen wir fortsetzen: dank unseren Mitgliedern - und für unsere Mitglieder.

Erste Jahre

1896-1915

Im Jahr 1898 wird die «Ligue Internationale des Associations Touristes» (LIAT) gegründet, zu deren Gründungsmitgliedern auch der TCS zählt. Bereits im Jahr 1901 bauen wir unser Dienstleistungsangebot aus: Nun kommen auch Automobilisten in den Genuss zahlreicher Vorteile. So veröffentlichen wir ein Verzeichnis aller Orte, an denen Benzin gekauft werden kann. 

Wir sind auch ein beachteter Teilnehmer am internationalen Strassenkongress in Paris, der 1908 stattfindet. 

Grosse Aufmerksamkeit ziehen wir mit unkonventionellen Ideen auf uns, etwa mit dem ersten Lernfilm zur Verkehrserziehung oder der Einführung der Kaskoversicherung. 

1916-1925

Mitten im Krieg konnten wir auf unser zwanzigjähriges Bestehen zurückblicken. Es versteht sich von selbst, dass die Geburtstagsfeier verschoben werden musste. 1917 nehmen wir an der Gründung der Schweizerischen Verkehrszentrale teil.

1919 treten wir der «Alliance Internationale de Tourisme» (AIT) bei. 

Ein Umzug an die Place des Bergues in Genf, in der Nähe von Bahnhof und Schiffstation, trägt dazu bei, die Mitgliederzahl bis 1920 auf 7'200 ansteigen zu lassen. 

Als weiteren Meilenstein in diesem Jahrzehnt nehmen wir erstmals mit einem eigenen Stand am Automobilsalon teil. 

1926-1935

Diese Zeitspanne ist durch den Umzug an die Rue Pierre-Fatio in Genf geprägt, wo wir uns für über 70 Jahre niederlassen. 

Ein weiteres Hauptereignis ist der Aufbau des Strassenhilfsdienstes, Vorläufer der Touring-Hilfe und der TCS Patrouille.

Im ersten Jahr helfen die Mechaniker mit ihren Seitenwagengespannen bei 1'052 Pannen und 69 Unfällen. Sie transportieren 19 Verletzte ins Spital.

Wir zeichnen uns weiter mit einem bemerkenswerten, von Behörden, Presse und Publikum gut aufgenommenen Programm zur Unfallverhütung aus.

Die erste durch den TCS organisierte Reise führt eine kleine Gruppe von Mitgliedern in die USA. Mit der Routenplanung bieten wir schliesslich unseren zunehmend reisefreudigen Mitgliedern eine zusätzliche, äusserst geschätzte Dienstleistung. 

1936-1945

Unsere Organisation vervielfacht ihre Anstrengungen, mit dem Schwergewicht auf der Verkehrssicherheit. 

Unsere seit der Gründung herausgegebene Revue erhält ein neues Format und einen neuen Namen. Touring ist nicht mehr eine Monatszeitschrift, sondern ein echtes Wochenblatt und verstärkt entsprechend die Bindung zwischen dem Club und seinen Mitgliedern. 

50er, 60er und 70er

1946-1965

Zahlreiche gute Ideen lassen sich nun realisieren, wie der Druck eines schweizerischen Autoreiseführers oder der Aufbau von Campingplätzen. Die boomende Reisefreudigkeit unserer Mitglieder veranlasst uns, eine Auslandhilfe mit einem Heimschaffungsdienst einzurichten.

Die Rechtshilfe bei Unfällen stellt für die damalige Zeit ebenfalls eine wichtige Neuerung dar. Um die Wirksamkeit dieser Dienstleistung zu steigern, bauen wir zusammen mit zahlreichen weiteren europäischen Clubs ein internationales Netz auf. 

Zu Beginn der 60er Jahre sind die TCS Reisen zur Realität geworden. Trotzdem erweitern wir unsere Aktivitäten im Tourismussektor und erwerben zwei Hotels.

Dank der Strassenpatrouillen und ihren 17 gelb-schwarzen Fahrzeugen wird die Touring-Hilfe zu einer TCS-eigenen Dienstleistung.

Doch die grosse Neuerung dieser Zeit bleibt die Einführung des TCS ETI Schutzbriefs, der noch heute Bestseller unter den TCS-Produkten ist. 

1966-1975

Um unseren Mitgliedern das beste Preis- und Leistungsverhältnis zu bieten, gründen wir eine eigene Rechtsschutzversicherung TCS Rechtsschutz.

Die Leistungen folgen der Nachfrage, und die Mitglieder können die Dienste einer rund um die Uhr besetzten Alarmzentrale für die Auslandhilfe in Anspruch nehmen.  

Die Entwicklung des Verkehrs rückt die Sicherheit immer mehr in den Vordergrund. Wieder einmal nehmen wir die Zukunft vorneweg und entwickeln die seither allgemein bekannt gewordenen Kurse «noch besser fahren». 

Dieses Jahrzehnt endet mit der der Gründung der TCS Versicherungs AG.

80er, 90er & Jahrtausendwende

1976-2007

Dank unserer direkten Telefonnummer 0800 140 140 brauchen sich TCS-Mitglieder von nun an in der ganzen Schweiz bei Pannen noch weniger Sorgen zu machen. Und mit der Inbetriebnahme des Technischen Zentrums Emmen werden zwei Jahre später Einsatzbereitschaft und Schnelligkeit der Patrouillen-Wagen erneut gesteigert.

Der TCS ETI Schutzbrief kennt keine Grenzen mehr, seitdem er mit seiner «Erweiterung Welt» den ganzen Planeten abdeckt. Mehr denn je können sich mittlerweile eine Million Mitglieder auf die Unterstützung und den Beistand ihres Clubs verlassen. 

1996 ist ein besonderes Jahr für unseren Club: Wir feiern nicht nur unser 100-jähriges Bestehen, sondern bringen mit dem Inkrafttreten der ersten Verträge der TCS Fahrzeug-Versicherungen, in Zusammenarbeit mit der Basler Versicherung, eine Motorfahrzeugversicherung für unsere Clubmitglieder auf den Markt.

Am 5. März 1998 weiht der Bundesrat Flavio Cotti unseren neuen Zentralsitz in Blandonnet (Vernier) ein.

Eine weitere wichtige Entwicklung sind die Fahrkurse mit der Eröffnung des ersten Verkehrssicherheitszentrums von Stockental im Berner Oberland im Juni 2000. Im Januar 2002 folgt das Zentrum von Betzholz im Kanton Zürich, das grösste Verkehrssicherheitszentrum der Schweiz und eines der modernsten Europas.

Ab 2006 wird die 2-Phasen-Ausbildung in all unseren Fahrtrainingszentren durchgeführt.

Letzte 10 Jahre

2007-2016

Seit dem Jahr 2008 können junge Lenker zwischen 16 und 25 Jahren durch den Beitritt zum Cooldown Club TCS-Mitglied werden. Im gleichen Jahr gründen wir die Mobilitätsakademie als interdisziplinäre wissenschaftliche Plattform für künftiges Handeln in Sachen Mobilität. 

2009 weihen wir das Kundenkontaktcenter ein und beschliessen eine Kooperation mit Kuoni, um den Bereich Reisen weiterzuentwickeln.

Die Fachstelle ETI-Med wird 2010 bei der Einsatzzentrale des ETI-Schutzbriefs gegründet. Diese ETI-Zelle besteht aus einem Team von Ärzten und Spezialisten, die gesundheitliche Problemfälle im Ausland beurteilen und bei Bedarf auch Rückführungen organisieren.

2011 erhält unser Club ein neues Erscheinungsbild, welches unsere Marke aufwertet und unsere künftigen Ambitionen veranschaulicht. Im Bereich der Personenassistance vervollständigen medizinisch ausgerüstete Helikopter und Ambulanzfahrzeuge das Dienstleistungsangebot bei Rückführungen.

2012 eröffnen wir in Derendingen (Solothurn) das schweizweit 6. Verkehrssicherheitszentrum für Aus- und Weiterbildungen für Autofahrer. 

2016 wird die TCS Bike Assistance lanciert. Diese bietet fortan Pannenhilfe und Services auch für Velos und E-Bikes.

Am 1. September 2016 feiert der TCS seinen 120. Geburtstag.

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