





Die angespannte Weltlage verunsichert die Menschen beim Reisen. Das zeigen die Ergebnisse des zehnten Reisebarometers des TCS. Der grundsätzlichen Reiselust tut dies jedoch keinen Abbruch. Allerdings führen Reisen vermehrt in europäische Länder statt nach Übersee.
Geopolitische Krisen und Konflikte wirken sich auch auf das Reiseverhalten der Schweizerinnen und Schweizer aus. Dieser Befund zeigen die Ergebnisse des zehnten Reisebarometers, den der TCS durch das Forschungsinstitut gfs.bern erstellen liess. An der repräsentativen Umfrage, die zwischen Februar und März 2026, durchgeführt wurde, beteiligten sich 1004 Erwachsene aus der Schweizer Bevölkerung sowie 810 TCS-Mitglieder.
Im Vergleich zum Vorjahr beurteilen die Befragten Reisen ins Ausland als deutlich unsicherer. 33 Prozent gaben an, dass sie Auslandreisen als eher unsicher einstufen, im Reisebarometer 2025 betrug dieser Wert noch 19 Prozent. Nur gerade im Pandemiejahr 2021 war die Unsicherheit bei Auslandreisen noch höher. Das Sicherheitsbedürfnis macht sich auch unterwegs bemerkbar. 89 Prozent gaben an, dass Sicherheit und Versorgung der wichtigste Aspekt beim Reisen ist. Ähnlich stark nachgefragt werden Online-Reiseinformationen und Sicherheitshinweise sowie gute und kurze Kommunikationswege in die Schweiz, um medizinische Beratung zu erhalten.
Nichtsdestotrotz ist die konkrete Reisefreudigkeit der Schweizerinnen und Schweizer immer noch hoch. Der Anteil jener, die gar nie reisen, sank von 19 Prozent im Jahr 2025 auf 9 Prozent in der aktuellen Umfrage. 40 Prozent reisen weniger als früher. 38 Prozent reisen gleich viel wie früher und 11 Prozent häufiger als früher. Damit zeigt sich eine Stabilisierung der Reiselust, die in den ersten Jahren nach der Corona-Pandemie von einem Nachholeffekt geprägt war. Darauf deutet auch der Rückblick hin. 84 Prozent der Befragten gaben, an dass sie im Jahr 2025 eine Auslandreise mit mindestens drei Übernachtungen getätigt haben. Das sind zwar etwas weniger als im Vorjahr, aber auf dem ähnlichen Niveau wie vor zwei Jahren.
Gereist wird also nach wie vor gerne, aber politische Instabilität und Kriege beeinflussen das Reisverhalten stark. Zwei Drittel der Umfrage-Teilnehmenden nannten diesen Faktor als entscheidend für ihre Reisepläne. Dadurch gewinnt Europa als bevorzugter Reise-Kontinent an Bedeutung. Insbesondere europäische Länder ausserhalb der Nachbarländer sowie Spanien und Portugal haben an Beliebtheit gewonnen. Nordamerika als Reiseziel hat dagegen an Attraktivität eingebüsst.
Bei der Wahl des bevorzugten Reise-Verkehrsmittels hat sich ein mehrjähriger Trend weiter akzentuiert: Das eigene Auto ist noch für 51 Prozent das bevorzugte Fortbewegungsmittel für Reisen. Beim Reisebarometer 2023 war es noch für 67 Prozent erste Wahl. Mittlerweile liegen Auto, Flugzeug (51 Prozent) und Zug (50 Prozent) praktisch gleichauf. Andere Verkehrsmittel wie Bus, Mietauto, Nachtzug, Camper und Kreuzfahrtschiff sind deutlich weniger gefragt.
Wenn TCS-Mitglieder reisen, unterscheidet sich dies häufig nicht markant vom Rest der Bevölkerung – mit einer Ausnahme. Städtereisen sind bei TCS-Mitgliedern weniger beliebt, dafür setzen sie stärker auf Erlebnis- oder Abenteuerreisen sowie Campingferien.
Auftraggeber: Touring Club Schweiz
Grundgesamtheit
- Bevölkerung: Einwohnerinnen und Einwohner ab 18 Jahren mit Wohnsitz in der Schweiz, die eine der drei Hauptsprachen beherrschen.
- Mitglieder: Mitglieder des TCS Schweiz, die eine der drei Hauptsprachen beherrschen.
Erhebungsart
- Bevölkerung: telefonisch, computergestützt (CATI), Online Panel Polittrends
- Mitglieder: online
Auswahlverfahren
- Bevölkerung: Stichprobenplan nach Gabler/Häder für RDD/Dual Frame / Verwendung der Swiss-Interview-Liste, Zufallsauswahl Panel
- Mitglieder: Zufallsstichprobe aus der Mitgliederdatenbank des TCS
Stichprobengrösse
- Bevölkerung: 1004 (DCH 701, FCH 242, ICH 61)
- Mitglieder: 810 (DCH 426, FCH 302, ICH 82)
Befragungszeitraum
- Bevölkerung: 14. Februar bis 19. März 2026
- Mitglieder: 17. Februar bis 31. März 2026
Stichprobenfehler
- Bevölkerung: 3,1 Prozent
- Mitglieder: 3,4 Prozent
Andere Kontakte
Für allgemeine Informationen ist der Kundendienst unter 058 827 27 27 erreichbar.
Für Pannenhilfe in der Schweiz wählen Sie bitte die Nummer 0800 140 140.
Wenn Sie sich im Ausland befinden und Hilfe benötigen, rufen Sie bitte den ETI-Schutzbrief unter +41 58 827 22 20 an.
