Wie gefährlich ist der Sprung ins kalte Wasser ?

Der erfrischende Sprung ins kalte Wasser macht Eindruck, kann aber lebensgefährlich sein.


Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum (Inselspital Bern), erklärt.

Herr Exadaktylos, der erfrischende Sprung ins kalte Wasser macht Eindruck, kann aber lebensgefährlich sein. Warum?
Zuerst sei gesagt, dass der sogenannte «reflektorische Herztod» sehr selten ist. Dieser wird durch eine Reizung des Nervus Vagus ausgelöst. Unwillkürlich kann dieser bei einer starken Reizung, zum Beispiel durch Kälte oder mechanisch (Schlag oder Verschlucken), unseren Herzschlag verlangsamen oder die Atmung kurz anhalten. Wir kennen das ja alle, wenn uns beispielsweise unerwartet der kalte Strahl der Dusche trifft. Gibt es zusätzlich eine vorbestehende Grunderkrankung des Herzens, dann kann es zu schweren Herzrhythmusstörungen oder im schlimmsten Fall zum Herzstillstand kommen. Da schon nach wenigen fehlenden Herzschlägen eine Ohnmacht eintreten kann, ist die Kombination mit Wasser (beim Schwimmen) schnell lebensgefährlich.

Wie geht man denn richtig baden?
Es gibt nicht richtig oder falsch meines Erachtens, nur ein vernünftiges Baden.

Und wie ist das im Hallenbad im Winter?
Das ist körperwarm. Schlimmstenfalls droht hier der Fusspilz.

Ist auch eine kühle Abend- oder Morgendusche gefährlich?

Nein, sondern kann sogar gesund sein. Wechselduschen, insbesondere der Waden und Arme, kennen wir ja schon aus den Zeiten des Herrn Kneipp und stimulieren unser Herz-Kreislauf-System.

Nach dem Essen gleich schwimmen gehen, was sagen Sie dazu?
Das ist deshalb gefährlich, weil sehr viel Blut im Magenraum die Verdauung unterstützt und deshalb im Kopf und in den Muskeln fehlt, und somit unsere Reaktionsfähigkeit bei Problemen im Wasser stark eingeschränkt ist.

Und wie ist es mit Alkohol beim Baden?
Ganz schlechte Idee. Punkt.

Viele liegen nach einem Saunagang beispielsweise in den Schnee oder steigen in eiskaltes Wasser. Ist das gesund?
Es heisst doch so schön: «Gesund ist, was einen nicht umbringt». Ich vermute, unsere Vorväter und Mütter wussten, was gemeint ist. Auch hier gilt: Keine übermütigen Experimente oder Mutproben, wenn man es nicht gewohnt ist oder Herzkreislaufprobleme hat.

Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

Für Anregungen und Inputs, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren:  mdtcsch

Inselspital

Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum Inselspital (Universitätsspital Bern), realisiert.

www.insel.ch

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