Ferienziele für Allergiker

Den Pollen entfliehen - viele Allergiker suchen in den Ferien Erleichterung und Ruhe von der Leidenszeit.


Die Reaktionen auf blühende Bäume im Frühling oder auf saftig grüne Wiesen im Sommer spalten oft die Gemüter. Für die einen gibt es kaum etwas Schöneres und für Allergiker beginnt die Leidenszeit. Ferien mit Erleichterung und Ruhe vor dem Leiden garantieren Ferienziele weit weg von allergieauslösenden Gewächsen.

Allergiefreie Zonen gibt es nicht

Heute sind mehr als 20 000 Auslöser für Allergien bekannt, diese können auch in den Ferien lästig werden. Somit bedarf eine Reise guter Planung – dies, auch wenn komplett allergiefreie Zonen nicht existieren. Man hat gar in der Antarktis Katzenhaare gefunden oder Gräserpollen, welche durch die Arabische Wüste fliegen. Wer seine allergieauslösenden Pollen kennt, ist klar im Vorteil und kann abhängig von deren Blütenzeit sowie landschaftlichen und klimatischen Verhältnissen die Region wählen, in welcher diese Pollen noch nicht, nicht mehr oder gar nie fliegen.

Ab ins Hochgebirge

Ein guter Rat für Pollenallergiker ist ein Ausflug ins Hochgebirge. Die Pollenbelastung ab 2000 Metern Höhe und in alpinen Bereichen ist in der Regel viel geringer und auch kürzer. Die Gräserblüte beispielsweise dauert kaum mehr als zwei Wochen, während sie im Flachland mehrere Monate andauert. Auch Hausstauballergiker profitieren von höheren Lagen. Ab 1500 Metern nimmt nämlich die Zahl der Milben ab, deren eiweisshaltiger Kot bei Allergikern die entsprechende Reizung verursacht. In noch höheren Lagen – genauer ab 1800 Metern – können die kleinen Spinnentiere gar nicht mehr überleben.

Achten Sie auf das ECARF-Siegel

Die gemeinnützige Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) meint es gut mit Allergikern: Sie zertifiziert Gemeinden und Kurorte mit ihrem Siegel, welche sich als Oase der Ruhe und der Allergiefreundlichkeit herausputzen. In diesen Hotels sind Restaurants, Bäckereien und andere Dienstleister auf Allergiker eingestellt. Ebenso wer eine spezielle Diät einhalten muss, ist hier bestens aufgehoben.

Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum Inselspital (Universitätsspital Bern), zum Thema Pollen. 

Herr Exadaktylos, kann man einer Pollenallergie vorbeugen?
Zur Behandlung der klassischen Symptome einer Pollenallergie können vom Hausarzt Nasensprays, Augentropfen oder Antiallergietabletten verschrieben werden. Wirkstoffe aus der Komplementärmedizin werden auch regelmässig eingesetzt. Die beste Vorbeugung ist das Vermeiden von Auslösern. Welche Therapieform am besten geeignet ist, sollte mit dem Hausarzt oder bei schwerem «Heurüme» mit einem Spezialarzt für Allergologie besprochen werden.

Können daraus resultierende allergische Reaktionen lebensgefährlich werden?
Bei Personen welche auch unter anderen Immunsystemproblemen, Allergien oder zum Beispiel unter starkem Asthma leiden, kann ein Pollenallergie-Anfall durchaus schwerwiegend verlaufen. Das ist aber eher selten. Und wenn, dann sollte man auf den Notfall.

Wie lässt sich Heuschnupfen denn kausal behandeln, oder kann man sich gar dagegen impfen lassen?
Eine Impfung gibt es nicht. Allerdings ist eine Desensibilisierungs-Immuntherapie eine Behandlungsmöglichkeit, um die Symptome zu lindern. Dabei werden nach Identifikation der auslösenden Pollenarten den Erregern ähnliche Substanzen in langsam steigender Dosierung unter die Haut des Patienten gespritzt. Alternativ können auch Tropfen oder Tabletten eingenommen werden. Ziel beider Therapien ist es, den Körper an die Pollenerreger zu gewöhnen und eine Immunsystem-Abwehr aufzubauen, um dann bei Kontakt mit Pollen vorbereitet zu sein. Die klassischen Symptome der Pollenallergie sind eine überschiessende Antwort/Abwehr unseres Immunsystems auf einen Pollenüberraschungsangriff. Und es gibt eine Vielzahl weiterer Methoden.

Können auch Babys und Kleinkinder bereits an Heuschnupfen leiden?
Obwohl die Allergie angeboren ist, kommt es in der Regel erst im späteren Kleinkind- oder Vorschulalter zu ersten Pollenallergieanfällen. Aber auch Babys können ab dem ersten Jahr bereits Heuschnupfen bekommen. Das hat etwas mit der Reifung des Immunsystems zu tun.

Sind Menschen mit einer Pollenallergie anfälliger auf Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Asthma?
Es gibt durchaus Zusammenhänge zwischen Pollenallergien und Asthmaerkrankungen. Hier ist der persönliche Hausarzt der richtige Ansprechpartner.


Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

Für Anregungen und Inputs, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren: mdtcsch

Inselspital

Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum Inselspital (Universitätsspital Bern), realisiert.

www.insel.ch

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