Vorsicht bei Leitungswasser im Ausland

Zu Hause ist es völlig normal, Wasser aus der Leitung oder vom Brunnen zu trinken. Im Ausland sollte jedoch darauf verzichtet werden.


Schweizer Leitungswasser ist ein streng kontrolliertes und sicheres Lebensmittel. Für die Einhaltung der strengen Grenzwerte wird mit regelmässigen Kontrollen gesorgt. Was hier selbstverständlich ist, kann in anderen Ländern laut Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum (Inselspital Bern), schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben.

Das kommt daher, dass Leitungswasser in vielen Ländern nicht oder nur unzureichend aufbereitet wird. Kontaminierte Quellen, Brunnen, Behälter und marode Leitungssysteme stellen eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit dar.

Hinzu kommt noch eine teilweise extreme Belastung durch Schadstoffe aus Industrie und Landwirtschaft. Oft kann man schon anhand des Geruchs und der Verfärbung erkennen, dass das Wasser nicht zum Trinken geeignet ist. Aber selbst wenn es klar und sauber erscheint, kann es kontaminiert sein.

Abgefüllte Wasserflaschen

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie Leitungswasser im Ausland vermeiden und lieber auf abgefüllte Wasserflaschen zurückgreifen. Denn rund 80 Prozent aller Reiseerkrankungen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf unsauberes Trinkwasser zurückzuführen. 

Das Abkochen gilt als die sicherste Methode zum Abtöten eventueller Keime wie Hepatitis-A-Viren, Amöben und Bakterien. Das Wasser sollte mindestens fünf Minuten lang kochen. Wichtig: Je höher die Lage ist, desto länger sollte dieser Vorgang sein. Denn wegen des niedrigen Luftdrucks in Höhenlagen ist auch der Siedepunkt niedriger als üblich.

Auf Eiswürfel verzichten

In einem Land, in dem die Qualität des Leitungswassers nicht sichergestellt ist, sollten Sie es nicht nur vermeiden, das Wasser zu trinken, sondern auch sonst möglichst nur oberflächlich damit in Berührung kommen. Denn das Zähneputzen oder die Reinigung von Kontaktlinsen oder einer Zahnprothese mit unsauberem Wasser kann ebenfalls zu einer Kontamination führen. 

Deshalb sollten Sie auch zu diesen Zwecken möglichst abgefülltes oder abgekochtes Wasser verwenden. Denken Sie daran, dass das Einfrieren von Wasser keine Keime oder Schadstoffe beseitigt. Ganz im Gegenteil: In einem sonst sauberen, ungefährlichem Getränk kann das Hinzufügen von Eiswürfel aus verunreinigtem Wasser ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Wichtigste Vorsorgemassnahmen

  • kein Leitungswasser im Ausland trinken 
  • Wasser in abgefüllten Wasserflaschen kaufen
  • Leitungswasser vor Gebrauch mindestens fünf Minuten kochen
  • nicht in Kontakt mit Leitungswasser kommen (also nicht die Zähne mit Leitungswasser putzen)
  • Verzicht auf Eiswürfel


Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

Für Anregungen und Inputs, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren: mdtcsch

Inselspital

Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum Inselspital (Universitätsspital Bern), realisiert.

www.insel.ch

Share Funktionen:
durckenE-MailFacebookGoogle +Twitter

Das könnte Sie auch interessieren

Angebote des TCS

Newsletter
Social Media
Neue Produkte & Jubiläen
 
Bitte haben Sie einen Moment Geduld
Wir optimieren gerade unsere Website, und es kann zu längeren Ladezeiten kommen.