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Kindervelos im Test

 
 
 
 

Testergebnisse

Im vorliegenden Test wurden zehn vielverkaufte, in der Schweiz erhältliche Kindervelos mit 20-Zoll Laufrädern getestet und miteinander verglichen. 

  • Die Qualität von Kindervelos hat sich in den letzten Jahren stark verbessert: Naloo, der Sieger des Kindervelotests des Velojournals von 2021, ist immer noch ein gutes Velo, wurde aber gleich von drei Konkurrenten übertroffen. 
  • Am besten abgeschnitten hat im vorliegenden Test das Cube Numove 200 Disc, welches durchs Band überzeugende Resultate liefert. Das leichte Velo ist mit guten Komponenten ausgestattet, war im Praxistest mit den Kindern das mit Abstand beste Velo und erreicht sehr gute Resultate im Bremstest.
  • Mit deutlichem Abstand, aber immer noch mit dem Prädikat «empfehlenswert» findet sich das, mit 130 Franken günstigste Kindervelo am Ende des Klassements. Mit seinem Stahlrahmen ist es ein gutes Stück schwerer als die Konkurrenten und ist mit günstigen Komponenten ausgestattet. Der Erstaufbau ist zudem nicht zu unterschätzen, da unter anderem die Bremsen komplett selbst eingestellt werden müssen.
Bewertung

Marke

Antrieb

Bremsen

Preis (CHF)

Sehr empfehlenswert (77%)

Cube Numove 200 Disc, 20 Zoll Kinderfahrrad

Kette

Scheibenbremse

599

Sehr empfehlenswert (77%)

Woom Go 4

Kette

V-Brake

609

Sehr empfehlenswert (73%)

Scott Contrail

Kette

V-Brake

449

Sehr empfehlenswert (72%)

Naloo Chameleon 20

Kette

V-Brake

549

Sehr empfehlenswert (72%)

EarlyRider Belter 20

Riemen

V-Brake

599

Sehr empfehlenswert (70%)

Flizzi 20 Riemen Kindervelo

Riemen

V-Brake

649

Sehr empfehlenswert (68%)

Rascal Bikes Rascal 20

Riemen

V-Brake

539

Sehr empfehlenswert (64%)

Puky Ls-Pro

Kette

V-Brake

393

Sehr empfehlenswert (61%)

Rockrider Explore 900R

Kette

Scheibenbremse

350

Empfehlenswert (56%)

Stitch Stargirl

Kette

V-Brake

130

Fazit: Ergonomie am wichtigsten

Die Ergonomie eines Kindervelos ist absolut entscheidend dafür, ob und wie gut ein Kind auf einem Velo fahren kann. 

Gewicht
Der wohl wichtigste Faktor bei einem Kindervelo ist das Gewicht. Wiegt ein Velo über 10 kg, ist dies für Kinder viel anstrengender zu fahren und vor allem schwieriger, das Zweirad über ein Hindernis zu heben. Die Unterschiede in der Bewertung durch die Kinder selbst waren in dem Parameter am grössten und waren recht linear zum Fahrzeuggewicht.

Überstandshöhe

Unter der Überstandshöhe versteht man die Höhe des Oberrohrs ab Boden 5 cm vor dem mittig montieren Sattel. Ist diese zu hoch, können Kinder das Velo erst ab einer längeren Beinlänge sinnvoll fahren. Während das Naloo von einem Kind mit einer Innenbeinlänge von 43.5 cm problemlos gefahren werden kann, ist das Oberrohr des Rockriders 5 Zentimeter vor dem Sattel 55 cm ab Boden. Dies führt dazu, dass die Mindestgrösse zum Fahren der jeweiligen Velos beim Naloo ca. 105 cm entspricht, das Rockrider aber erst ab ca. 124 cm gefahren werden kann.

Bremshebel
Sind die Bremshebel zu weit von den Griffen entfernt, können kleine Kinderhände diese nicht erreichen und somit das Velo ebenfalls nicht fahren. Beim Rockrider waren die Bremshebel für ein Kind zu weit entfernt von den Griffen, womit dieses Velo nicht von allen Kindern bewertet werden konnte. Von Vorteil ist es, wenn für das Einstellen der Bremshebelposition eine Stellschraube vorhanden ist und so auch der Bremshebel genau auf die aktuelle Handgrösse des Kindes eingestellt werden kann. Klar am besten wurden die Bremsen des Cube bewertet, gefolgt vom EarlyRider. Am schlechtesten wurden die Bremsen des Stitch und jene des Rockrider bewertet.

Sattel
Der Verstellbereich des Sattels ist mitentscheidend dafür, wie lange ein Kindervelo gefahren werden kann da damit eine höhere Sattelposition eingestellt werden kann. Beim Scott ist der Verstellbereich 17 cm, während dieser beim Rascal nur 10,5 cm entspricht.

Lenker
Wächst ein Kind, sollte nicht nur der Sattel höher eingestellt werden auch der Lenker sollte in der Länge und Höhe einstellbar sein. Das einzige wirklich überzeugendes System hat dabei das Cube, bei welchem die Lenkerposition über einen neigbaren Lenkervorbau sowohl in der Länge als auch in der Höhe verstellbar ist. Beim Woom kann der «BMX-Lenker» gut in der Länge, aber kaum in der Höhe verstellt werden und beim Flizzi werden zwei zusätzlich Lenkervorbau-Einsätze mitgeliefert, welche eine gewisse Verlängerung des Lenkervorbaus ermöglichen. Da der Lenkervorbau beim Flizzi gegen oben drehbar ist, ist auch eine gewisse Anpassung in der Höhe möglich.

Tretlagerhöhe
Je niedriger die Tretlagerhöhe eines Kindervelos, desto einfacher ist dieses zu fahren, da der Schwerpunkt des Fahrzeugs tiefer liegt. Mit 200 mm bzw. 205 mm ist das Tretlager beim Scott und dem Naloo am tiefsten platziert. Jeweils am höchsten verbaut sind die Tretlager beim Rockrider und beim Stitch mit 245 mm bzw. 240 mm.

Kurbellänge
Kurze Kurbellängen sind bei Kindervelos zu bevorzugen, da zu lange Kurbeln für die Gelenke belastend sein können, da sich Knie, Hüfte und Sprunggelenk stärker beugen müssen. Die mit 11 cm besten Kurbellängen finden sich am Woom, während die längsten Kurbeln mit 14.5 cm am Rockrider verbaut sind.

Neigewinkel
Der maximale Neigewinkel ist der Winkel des Velos, bei welchem das Pedal in seiner untersten Position den Boden in der Kurve touchiert. Dieser ergibt sich aus der Höhe des Tretlagers, der Länge der Kurbel sowie der Breite des Pedals. Der grösste Winkel (zur Senkrechten gemessen) wurde beim Rascal mit 37 Grad gemessen. Beim Scott touchiert das Pedal bereits bei einem Winkel von 25 Grad den Boden.

 
 

Die Test-Bikes

Cube Numove 200 Disczoom
Cube Numove 200 Disc
Woom Go 4zoom
Woom Go 4
Scott Contrailzoom
Scott Contrail
Naloo Chameleon 20zoom
Naloo Chameleon 20
EarlyRider Belter 20zoom
EarlyRider Belter 20
Flizzi 20 Riemen Kindervelozoom
Flizzi 20 Riemen Kindervelo
Rascal Bikes Rascal 20zoom
Rascal Bikes Rascal 20
Puky Ls-Prozoom
Puky Ls-Pro
Rockrider Explore 900Rzoom
Rockrider Explore 900R
Stitch Stargirlzoom
Stitch Stargirl

Empfehlungen der TCS-Experten

  • Das Gewicht eines guten 20-Zoll Kindervelos liegt bei ca. 8kg
  • Das Oberrohr sollte möglichst tief sein, damit Kinder mit kurzen Beinen vom Velo absteigen können, ohne sich zu verletzen
  • Bremsgriffe sollten einstellbar und möglichst nahe an den Griffen sein
  • Kurbellängen entsprechen ca. 10% der Körpergrösse des Kindes
  • Lassen Sie ihr Kind in jedem Fall unterschiedliche Velos probefahren
  • Die Beratung beim Fachhändler kann Fehlkäufe verhindern
 
 

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