Mehrwert bietet der RS aber sehr wohl. Dabei stehen ein paar Millimeter Tieferlegung nicht im Vordergrund, das Plus an Motorpower auch nicht: Die Standardversionen 85 und 85x (Allrad) leisten maximal 210 Kilowatt, beim RS sind es 250 Kilowatt oder, in alter Währung, flotte 340 PS. Wobei rund 2,3 Tonnen Fahrzeuggewicht dafür bürgen, dass nicht gleich der Hut wegfliegt. Was noch fast mehr Freude bereitet als die Längsdynamik, ist das geschmackvoll eingerichtete Interieur mit tastfreundlichem, an Alcantara erinnerndem Kunststoff (Suedia), gut ausgeformten Sportsitzen sowie Nähten an Lenkrad, Armaturenbrett und Sitzen – in Lime Green, korrespondierend zum MambaGrün aussen. Das überzieht den ansonsten auch als RS grundsoliden Familien-SUV mit ein wenig Feenstaub.
Zu den Feinheiten des RS gehört zweifellos das Adaptivfahrwerk, elektronisch in fünfzehn Stufen einstellbar, wobei man bestens mit den über die Fahrmodi vordefinierten Einstellungen und deren grosser Bandbreite von Komfort bis Sport leben kann. Der Elroq RS ist kein Sportwagen, aber er ist ein guter Beleg für die Fortschritte der SUV-Fahrwerksentwicklung. Die Arbeit von Dämpfern und Stabilisatoren ist mittlerweile so fein abgestimmt, dass sich Komfort und Kurvendynamik kaum mehr zu widersprechen scheinen. Einen wichtigen Part spielt beim Elroq RS die Lenkung mit ordentlicher Rückmeldung und passendem Handmoment. Unzufrieden bleibt der sportive Fahrer mit der Bremse. Die Bremsleistung ist, trotz Trommelbremse hinten, okay, das Gefühl im Bremspedal hingegen ist teigig.
Die Basispreise für die Elroq-Varianten liegen zwischen 36 960 (Elroq 60) und 51 710 Franken (Elroq RS). Den Enyaq gibt es zu Ab-Preisen von 51 710 bis 60 910 Franken, der Aufpreis vergleichbarer Modelle beträgt 8500 bis fast 10 000 Franken. Ein grosser Unterschied für siebzehn Zentimeter Fahrzeuglänge, allerdings resultiert ein um rund ein Drittel kleinerer Kofferraum als im Enyaq. Der Elroq ist, eher untypisch für Škoda, in seiner Klasse kein Raumwunder.
Text: Daniel Riesen