Ökozyklus-Check

Sind E-Autos tatsächlich umweltfreundlicher als Autos mit Verbrennungsmotoren? Die Lebenszyklus-Analyse gibt auf diese Fragen eine Antwort.


Emissionen über den Lebenszyklus eines Fahrzeuges: Green NCAP, LCA Lebenszyklusanalyse

Green NCAP misst die Emission von Schadstoffen wie Stickoxid NOx, Kohlenwasserstoffe HC, Kohlenmonoxid CO und Anzahl Russpartikel PN sowie den Energieverbrauch von Fahrzeugen beim Gebrauch unter unterschiedlichen Bedingungen. Am Ziel auch die entstehenden Treibhausgase bei der Energiebereitstellung zu erfassen wird derzeit gearbeitet.
Die LCA Lebenszyklusanalyse vergleicht die weltweit klimawirksamen Treibhausgasemissionen Kohlendioxid CO2, Lachgas N2O und Methan CH4 von Transportsystemen über die gesamte Lebensdauer – von der Herstellung über die Nutzung bis zur Entsorgung. Die giftigen Schadstoffemissionen, welche die Luftqualität einer Region beeinträchtigen, bleiben hingegen unberücksichtigt. Die LCA ist deshalb kein Ersatz für Schadstoffmessungen am Fahrzeug, sondern eine Ergänzung.

Lebenszyklus eines Fahrzeuges
 

Die Lebenszyklus-Analyse beurteilt die gesamte Treibhausgasbilanz eines Fahrzeugs über den gesamten Lebenszyklus

Das Software-Tool wurde von ÖAMTC, FIA und ADAC in Auftrag gegeben und vom TCS seit Beginn begleitet. Damit können verschiedene Antriebstechnologien vom Benziner, Diesler über Hybride bis zum E-Auto miteinander verglichen werden. Es wird dabei augenscheinlich, mit welcher Technologie die Treibhausgasemissionen am besten verringert werden können. In die Analysen fliessen Daten über Kohlendioxid (CO₂), Methan (CH4) und Lachgas (N₂O) ein. Auch die bei der Treibstofferzeugung und Energiebereitstellung entstehenden Klimagase werden berücksichtigt. 

Die Schadstoffemissionen CO, HC, NOx, Partikelmasse PM und Partikelzahl PN bleiben bei der LCA-Betrachtung unbeücksichtigt. Sie ist daher kein Ersatz für PEMS-Messungen oder für das Green-NCAP-Messprogramm sondern vielmehr eine sinnvolle Ergänzung.

Bei der Umsetzung geht es nun darum, die verschiedenen Antriebssysteme bis auf die Fahrzeugkategorien «herunterzubrechen». Bis dato war dies nach Antriebsart, Gewicht, Batteriegrösse, Treibstoff- oder Strommix nicht wirklich länderübergreifend darstellbar. Am Ende wollen wir den Konsumenten eine umfassende Vergleichbarkeit der Antriebssystemen ermöglichen, welche ja nach Land unterschiedlich ausfällt.

Sowohl für den Antrieb mit Verbrennungs- als auch mit Elektromotor sind verschiedene Energiepfade möglich

Grundsätzlich ist die Treibhausgasbilanz umso besser, je weniger Primärenergie für die Treibstofferzeugung und Fahrzeugproduktion aus fossilen Quellen (Kohle, Erdöl, Erdgas) stammt. Der dominierende Parameter ist dabei der Energiebedarf in der Nutzungsphase für den Betrieb der Fahrzeuge. Leichte und kleine Fahrzeuge ermöglichen, nebst einem energieeffizienten Betrieb und treibstoffsparender Fahrweise des Fahrers, auch weniger Ressourceneinsatz bei der Produktion. 

Insbesondere bei batterieelektrischen Fahrzeugen und beim Brennstoffzellenantrieb hat die Lebensdauer von Fahrzeug, Traktionsbatterie und Brennstoffzelle einen nennenswerten Einfluss auf die Ökobilanz des Fahrzeugs.

Bei der Herstellung von Bioenergie-Anteilen sind auch soziale Aspekte zu beachten (Stichwort «Tank statt Teller») sowie ökologische Nachteile auszuschliessen. Biomasse aus Abfall- und Reststoffen und Biokraftstoffe der zweiten oder dritten Generation sind von diesen Risiken weniger betroffen, etwa bei der Kraftstoffproduktion aus Algen. Ökologische Kriterien sind grundsätzlich auch bei der Gewinnung fossiler Energieträger anzulegen.

d
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