





Das Abschalten des 3G-Mobilfunks, ab 2026 in Verbindung mit dem bereits 2021/2022 abgeschalteten 2G-Netz hat zur Folge, dass eCall in manchen älteren Fahrzeugmodellen nicht mehr funktioniert. In Fahrzeugen mit 4G- und 5G-Mobilfunk funktioniert eCall weiterhin.
Mit eCall ausgerüstet sein müssen PW und leichte Nutzfahrzeuge, die nach dem 31. März 2018 typengenehmigt bzw. seit dem 1. Januar 2021 erstmals in Verkehr gesetzt wurden. Bereits mehrere Jahre zuvor hatten diverse Autohersteller entweder freiwillig ein eCall-Notrufsystem eingebaut oder ein markenspezifisches System im Angebot, das optional erhältlich war.
Das Ziel dieser von der EU beschlossenen und von der Schweiz übernommenen Massnahme ist, Leben zu retten. Bei einem starken Aufprall, zum Beispiel wenn Airbags auslösen, werden wichtige Angaben wie Zeitpunkt des Unfalls, Standort, Fahrzeugantrieb, Anzahl Insassen (geschlossene Sicherheitsgurten) usw. automatisch an die internationale Notruftelefonnummer 112 übermittelt. Auch eine Sprechverbindung wird aufgebaut. Die Rettungskräfte sind dadurch schneller vor Ort und besser informiert.
Vor allem Modelle, die vor 2018 hergestellt wurden, können von der Abschaltung des 3G-Netzes betroffen sein. Einige Hersteller bieten auf ihrer Website die Möglichkeit, zu überprüfen, ob ein Fahrzeug betroffen ist und ob Updates verfügbar sind, um das eCall-System weiterhin nutzen zu können. Autorisierte Händler und Werkstätten können diese Informationen ebenfalls bereitstellen. Bei einigen älteren Fahrzeugen, für die keine Updates verfügbar sind, wird das Notfallsystem funktionsunfähig und kann nicht mehr genutzt werden.
Auf dem Markt gibt es Sensoren, die im Cockpit verstaut oder im Zigarettenanzünder eingesteckt werden. Diese können Ereignisse aber nicht mit gleicher Zuverlässigkeit erfassen wie ab Werk verbaute Sensoren. Sie laufen vielfach über eine App via Callcenter des Anbieters und teils nur dann, wenn auch das Smartphone mitfährt.
Ja. Wird Hilfe benötigt, obwohl das Fahrzeug nicht schwer beschädigt ist, können Fahrer, Mitfahrer und Helfer mit der SOS-Taste manuell einen Notruf auslösen. Für manuelle Notrufe eignet sich auch eine App. Wichtig ist, dass in der Notrufzentrale rasch, zuverlässig und richtig reagiert wird.
Auf manuelle Notrufe – Pannen, medizinische Probleme – antwortet die der SOS-Taste im Fahrzeug bzw. in der App hinterlegte Telefonzentrale in der entsprechenden Sprache und organisiert bedarfsgerechte Hilfe.
Die eCall-Sensoren wären im Prinzip zur Streckenaufzeichnung oder Gebührenerhebung brauchbar. Das System sendet aber nur nach einem Unfall einen Notruf mit Daten. Es zeichnet keine auf.
Das tun vor allem Multimediasysteme und Komforteinrichtungen, die via Smartphone(-App) aktiviert und bedient werden müssen. Auch digitale Inspektions- und Wartungssysteme verfügen fast immer über Funktionen, die Rückschlüsse auf Nutzung und Einsatzbedingungen zulassen. Der TCS fordert daher Transparenz, fairen Wettbewerb und dass die Datenhoheit beim Autobesitzer liegt.
Im Falle eines Unfalls oder einer Notsituation erreicht man Hilfe unter folgenden Notrufnummern: Polizei 117, Feuerwehr 118, Ambulanz 144 und allgemeiner Notruf 112 (gültig in der gesamten Europäischen Union). Darüber hinaus können TCS-Mitglieder über die TCS-App geolokalisierte Notrufe tätigen, die von überall genutzt werden können, zum Beispiel auch auf der Skipiste oder auf Wandertouren. Die App ist kostenlos und übermittelt bei einem Anruf innerhalb der Schweiz automatisch den Standort. Bei einer Panne oder einem Unfall ist so schnelle Hilfe gewährleistet.
TCS-App
Seit 2012 können Mitglieder mit der TCS-App geolokalisierte Notrufe (Pannen-/ Unfallhilfe) tätigen. Die kostenlose TCS-App kann überall eingesetzt werden, beim Skifahren, auf Wanderungen etc. Innerhalb der Schweiz wird mit dem Notruf automatisch auch der Standort übermittelt.
Rettungskarten
Der TCS empfiehlt auf jeden Fall die Rettungskarte im Auto zu platzieren. Mit deren Angaben kann die Rettungszeit oft verkürzt und der Verunfallte schneller medizinisch versorgt werden.
