Motorrad-Kauftipps

Möchten Sie ein Motorrad kaufen? Vermeiden Sie böse Überraschungen beim Motorrad-Kauf.


Vor dem Kauf ist es wichtig, sich zu überlegen, was für eine Maschine man braucht: Motorrad oder Roller, ein oder zwei Plätze? Motorräder und Roller mit kleinen Rädern sind weniger stabil als solche mit grossen Rädern, andererseits sind sie etwas wendiger. Man sollte verschiedene Marken vergleichen und sich nicht vom Aussehen blenden lassen.

Probefahrt

Unternehmen Sie unbedingt und in jedem Fall eine ausgedehnte Probefahrt, am besten über ein Wochenende mit wechselnden Wetterbedingungen. Fahren Sie mindestens 100 Kilometer; innerorts, über Landstrassen und auf der Autobahn. Schauen Sie vor allem, ob das Motorrad zu Ihnen «passt» und es ihnen «passt». Auch Sportmotorräder sollten so bequem wie möglich sein.

Achten Sie auf folgende Kriterien:

  • Bequeme Sitzposition
  • Gut zugängliche Bedienelemente
  • Einfache Handhabung und die Möglichkeit, mit beiden Beinen beim Stillstand sicher auf dem Boden zu stehen
  • Sicheres, gut beherrschbares Fahrzeugverhalten, abgestimmt auf die eigenen Fähigkeiten und Bedürfnisse
  • Effiziente und gut dosierbare Bremsen mit ABS
  • Nach Möglichkeit weitere Fahrassistenzsysteme wie Traktionskontrolle oder ab 2014 auch in einigen Modellen das MSC, das so genannte «Kurven-ABS». Das Kurven-ABS kann in seiner Sicherheitswirkung durchaus mit dem ESP bei Autos verglichen werden.

Checkliste für den Motorrad-Kauf

  • Elektrik: Zustand des Kabelbaumes kontrollieren. Arbeiten die Batterien, sämtliche Teile des Elektrik-Kreislaufes (Lampen, Sicherungen, Blinker) korrekt?
  • Gabel: Zustand der Gabelbrücken, Stand- und Tauchrohre überprüfen. Sind die Gabelbrücken korrekt festgeklemmt? Die Gabel sollte gleichmässig ohne Knackgeräusche arbeiten. Die Gabelsimmerringe müssen dicht sein.
  • Bremsen: Abnützung der Bremsbeläge checken. Hydrauliköl-Kreisläufe und ihre Anschlussstellen müssen dicht sein. Mit den Fingern über die Bremsscheiben fahren. So können Sie Riefen oder Verformungen erkennen.
  • Lenken: Achtung: Druckstellen bedeuten einen Defekt im Lenkkopflager.
  • Rahmen: Abgesplitterte Farbflächen, zusätzliche Schweissnähte und sichtbare Druckstellen sind Zeichen eines Sturzes oder Unfalls! Rahmennummer anhand des Fahrzeugausweises überprüfen! Die Hinterradschwinge sollte kein seitliches Spiel haben.
  • Fussrasten: Überprüfen, ob die Rastengummis für die angegebene Kilometerzahl nicht zu stark abgenützt sind. Gibt es Sturzspuren?
  • Motor: Allgemeinzustand kontrollieren und nach Öllecks Ausschau halten. Der Zustand der Schrauben zeigt, ob das Triebwerk bereits ein oder mehrere Male geöffnet wurde. Achten Sie auf verdächtige Geräusche (Ventile, Getriebe).
  • Hinterradfederung: Die Federung muss ohne Störungen progressiv eintauchen und wieder nach oben kommen. Auf eventuelle Öllecks achten.
  • Schrauben und Deckel: Bei Sportmotorrädern unbedingt die Fixierungen der Bremszangen, die Verschlüsse von Wasserkühler und Ölkreislauf kontrollieren. Wenn die Teile Quer-Bohrungen aufweisen, deutet dies unmissverständlich auf den Gebrauch des Motorrades auf der Rennstrecke hin.
  • Räder und Felgen: Die exakte Ausrichtung der Räder überprüfen. Versuchen Sie durch das Drehen der Räder Felgenschläge oder defekte Radlager zu entdecken.
  • Kraftübertragung: Zustand der Antriebskette (Spannung, Rollen, O-Ringe und Schloss), Antriebsritzel und hinteren Zahnkranz testen.
  • Auspuffanlage: Rostspuren deuten auf Stürze hin. Blattern im Chrom oder Metall entlarven die Rostbildung. Eine nasse, verlöte Auspufföffnung ist ein Zeichen für eine schlechte Vergaserabstimmung oder für verschlissene Kolbenringe.
  • Reifen: Prüfen Sie die Abnutzung des Profils (Mindesttiefe 2 mm). Ungleichmässige Abnutzung deutet auf einen Gabeldefekt oder eine krumme Schwinge hin.

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