





Der Touring Club Schweiz hat im Rahmen seines Herbsttests 2026 insgesamt 16 Kindersitze getestet. Sieben Modelle erhalten die Bewertung «sehr empfehlenswert», fünf werden als «empfehlenswert» eingestuft. Zwei Kindersitze weisen jedoch bei den Crashtests gravierende Mängel auf und erhalten die Bewertung «nicht empfehlenswert». Bereits am 6. Oktober hatte der TCS eine Warnung zu diesen beiden Modellen, dem «Britax Römer Baby-Safe Pro + Vario Base 5Z» und dem «Axkid Minikid Core», veröffentlicht. Der Test zeigt zudem erhebliche Risiken bei bestimmten Kindersitzen auf, die über Handelsplattformen ausserhalb Europas gekauft wurden.
Für den aktuellen Test wurden 16 Kindersitze verschiedener Grössenkategorien anhand von fünf Kriterien bewertet: Sicherheit, Bedienung, Ergonomie, Schadstoffgehalt und Umweltbelastung. Die Anforderungen der TCS-Tests gehen über die gesetzlichen Zulassungsvorschriften hinaus, insbesondere bei den Crashtests. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen, auch wenn die Mehrheit der getesteten Sitze eine positive Bewertung erhält.
Von den 16 getesteten Kindersitzen erhalten sieben die Bewertung «sehr empfehlenswert», fünf werden als «empfehlenswert», zwei als «bedingt empfehlenswert» und zwei als «nicht empfehlenswert» eingestuft.
Unter den sieben «sehr empfehlenswerten» Modellen belegt der «Maxi-Cosi Coral Slide Pro + FamilyFix Slide Pro» mit einem Gesamtergebnis von 68 Prozent den ersten Platz, gefolgt vom «Cybex Cloud G3 + Base G3» und dem «Joie i-Gemm 3 + i-Base Encore» mit jeweils 66 Prozent. Der «Cybex Cloud G3» und der «Recaro Toron 1» erreichen 64 Prozent, während der «Cybex Sirona G3 + Base G3» und der «Maxi-Cosi MobiFix Pro» jeweils 60 Prozent erzielen.
Fünf weitere Modelle erhalten die Bewertung «empfehlenswert»: der «Joie i-Gemm 3» (58 Prozent), der «Avova Alera X1» (54 Prozent), der «Maxi-Cosi Coral Slide Pro» (50 Prozent), der «Britax Römer Baby-Safe Pro» (48 Prozent) und der «Lionelo Neal i-Size» (40 Prozent).
Zwei Modelle werden als «bedingt empfehlenswert» eingestuft. Der «Joie i-Provo» (38 Prozent) zeigt Schwächen beim Seitenaufpralltest: Der Kopf des Dummys verlässt den Schutzbereich der Kopfstütze und prallt gegen die Fahrzeugtür. Der «Avionaut Aerofix Smart + IQ Orbit» (34 Prozent) wird hingegen aufgrund des Nachweises von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) im Sitzbezug abgewertet. Die gemessenen Konzentrationen liegen nahe an den europäischen Grenzwerten.
Zwei Modelle erhalten die Bewertung «nicht empfehlenswert». Wie bereits in der Warnung des TCS vom 6. Oktober mitgeteilt, wiesen der «Britax Römer Baby-Safe Pro + Vario Base 5Z» und der «Axkid Minikid Core» bei den Frontalaufpralltests gravierende Mängel auf. Beim ersten Modell öffnete sich das Gurtschloss, wodurch der Dummy aus der Sitzschale geschleudert wurde. Beim zweiten Modell zog sich der Stützfuss vollständig ein und das Gurtschloss wurde aus seiner Verankerung gerissen. Beide Modelle erzielen ein Gesamtergebnis von 0 Prozent.
Im Rahmen des Tests wurden zudem drei Kindersitze untersucht, die über Handelsplattformen mit Sitz ausserhalb Europas gekauft wurden. Die Ergebnisse sind besorgniserregend: Keines der drei Produkte erfüllt die Anforderungen des Verbraucherschutztests.
Die Kindersitze «Kindersitz Auto Tragbar Sicherheitsgurt Polyester», angeboten auf verodie.co, und «Kindersitz | Fünf-Punkt-Gurt | Atmungsaktiv & Verstellbar | Nestride», angeboten auf shopwecro.com, verfügen über keinerlei Zulassung und dürfen daher in der Europäischen Union nicht für den Transport von Kindern im Auto verwendet werden. Dennoch können diese Produkte über die genannten Websites bestellt und nach Europa geliefert werden, obwohl sie keine Zulassung besitzen. Bei den Frontalaufpralltests versagten ihre Rückhaltesysteme, was zu einem sehr hohen Verletzungsrisiko führt. Das dritte Modell, der über AliExpress gekaufte «3-in-1 Kinderwagen aus Kunstleder mit Autositz, faltbar, für Neugeborene, Babys und Kleinkinder, Luxus-Kinderwagen», verfügt zwar über eine Zulassung, weist jedoch beim Seitenaufpralltest erhebliche Schwächen auf: Der Kopf des Dummys prallte gegen die Fahrzeugtür.
Diese Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, vor dem Kauf eines Kindersitzes dessen Zulassung und Qualität zu überprüfen, insbesondere beim Kauf über Onlinehandelsplattformen.
Der TCS empfiehlt Eltern, sich vor dem Kauf über die Testergebnisse zu informieren und gemeinsam mit ihrem Kind und ihrem Fahrzeug ein Fachgeschäft aufzusuchen, um die infrage kommenden Modelle auszuprobieren. Dabei ist es wichtig, die Kompatibilität des Kindersitzes mit dem Fahrzeug zu überprüfen, die Anweisungen des Herstellers zu befolgen und darauf zu achten, dass die Sicherheitsgurte und das Gurtsystem korrekt positioniert und ausreichend straff angezogen sind. Ein geeigneter und korrekt eingebauter Kindersitz ist unerlässlich, um Kinder bei einem Unfall wirksam zu schützen.
Andere Kontakte
Für allgemeine Informationen ist der Kundendienst unter 058 827 27 27 erreichbar.
Für Pannenhilfe in der Schweiz wählen Sie bitte die Nummer 0800 140 140.
Wenn Sie sich im Ausland befinden und Hilfe benötigen, rufen Sie bitte den ETI-Schutzbrief unter +41 58 827 22 20 an.
