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Crash – Action & Reaction

Interview mit Oliver Hess, Leiter des Unfalltechnischen Dienstes der Stadtpolizei Zürich.

Herr Hess, stellen Sie sich bitte vor.
Mein Name ist Oliver Hess, ich bin 51-jährig und seit 27 Jahren bei der Polizei. Seit bald 5 Jahren bin ich Leiter des Unfalltechnischen Dienstes (UTD) der Stadtpolizei Zürich. Ich geniesse es, in ländlicher Idylle zu wohnen und bei der Arbeit den Puls der "kleinen Weltstadt" Zürich zu spüren. Als Ausgleich spiele ich Trompete bei der Polizeimusik Zürich-Stadt, wo ich auch das Amt des Präsidenten innehabe.

Erzählen Sie uns von Ihrem Werdegang.
Nach einer Lehre als Maschinenmechaniker und anschliessenden Jobs zog es mich mit 24 Jahren zur Polizei. Nach der Absolvierung der Polizeischule in einem Ostschweizer Korps war ich in verschiedenen Situationen wie Verkehrs- und Sicherheitspolizei tätig. Damit verbunden durfte ich diverse Fach- und Führungsausbildungen besuchen. Nach einer Hospitation bei der Staatsanwaltschaft, Abteilung Verkehr, erfolgte dann vor zehn Jahren der Wechsel zur Stadtpolizei Zürich. Nach Jahren an der Front, in der Funktion als Einsatzleiter und nebenamtlicher Ausbildner intern sowie an der Zürcher Polizeischule, wurde mir die heutige überaus spannende Führungsfunktion übertragen. Aktuell absolviere ich zudem einen Studiengang im Bereich Betriebswirtschaft und Polizeiarbeit. 

Unfallsituation

Wann kommt Ihre Abteilung konkret zum Zug?
Der Unfalltechnische Dienst der Stadtpolizei Zürich wird zur Aufnahme, Sicherung sowie Dokumentation des Gesamtspurenbildes bei schweren Unfällen auf dem Gebiet der Stadt Zürich eingesetzt. Dazu zählen Unfälle auf der Strasse, Schiene, Wasser, Baustellen und in Haushalten. Voraussetzung ist, dass eine gewisse Schwere oder Komplexität eines Unfalls oder Ereignisses gegeben sein muss, damit das Ausrücken des UTD erfolgt. Zu unseren Stärken gehört sicherlich die hohe Fachkompetenz im Bereich der Unfallrekonstruktion. Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beherrschen die modernsten Einsatzmittel und sind so in der Lage, auch entsprechende Produkte der Strafverfolgungsbehörde zu liefern. Im Bereich von 3D-Laserscanning leistete der Unfalltechnische Dienst der Stadtpolizei Zürich Pionierarbeit. Wir dürfen auf eine erfolgreiche Einsatzerfahrung von 15 Jahren zurückblicken und sind stolz, damals schon diese innovative Technologie eingeführt zu haben.

Wie erleben Sie und Ihr Team Unfallsituationen?
Die Frage der Belastbarkeit ist ganz zentral, das Verarbeiten von belastenden Ereignissen ist ein Dauerbrenner. Es trifft absolut zu, dass Polizistinnen und Polizisten einer sehr grossen psychischen sowie physischen Belastung ausgesetzt sind. Der UTD rückt jeweils zu zweit aus, was die gegenseitige Betreuung in Ausnahmesituationen begünstigt. Mitarbeitende des UTD erhalten einen Auftrag der Einsatzzentrale, wobei der Unfallhergang der Polizeipatrouille vor Ort zitiert wird. So sind die Ausrückenden in der Lage, sich vorab eine Vorstellung zu machen, was sie erwarten könnte. Mitarbeitende des UTD sind sich schlimme Bilder  gewohnt, dennoch ist die nachträgliche Verarbeitung immens wichtig. Hierzu sind Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen unverzichtbar. Bei Bedarf besteht aber auch die Möglichkeit, interne Psychologinnen und Psychologen beizuziehen.

Welche Hilfsmittel setzt Ihre Abteilung vor Ort ein?
Uns steht wie dem ganzen Korps der Stadtpolizei Zürich modernstes Einsatzmaterial zur Verfügung. Im Thema Fotografie werden die hohen Anforderungen dank Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit entsprechend hoher Fachkompetenz sowie entsprechenden Profikameras vollumfänglich erfüllt. Im Bereich der masslichen Spurensicherung werden einfachste Distanzmessgeräte bis hin zu terrestrischen 3D-Laserscanner eingesetzt. Weiter können wir auf unsere High-Tech-Vermessungsdrohnen mit entsprechender Software zurückgreifen. Mit einem Handscanner werden zudem bei Fahrzeugkabinen Innenaufnahmen in 3D erstellt und mit den Daten des 3D-Laserscanners ergänzt. Die daraus resultierenden Rekonstruktionen führen in Form von professionellen Fotodokumentationen und photogrammetrischen Aufnahmen zu einer perfekten Grundlage für die Urteilsfindung zu Handen der Untersuchungsbehörden.

Unser Kurs "Crash – Action & Reaction" befasst sich mit einem Thema, mit dem sich vorgängig niemand auseinandersetzen möchte. Was erwartet die Teilnehmenden konkret?
Der Kurs soll einerseits Basics erhalten und damit die Teilnehmenden zumindest theoretisch auf den Fall der Fälle vorbereiten. Hierbei wird kurz erläutert, was die Gesetzgebung bei einem Unfallereignis vorschreibt und welche Pflichten Verkehrsteilnehmende haben. Ergänzt wird die Theorie mit interaktivem Mitwirken. Wir werden von A-Z und 1:1 in allen Facetten eine Unfallsituation mit Sachschaden durcharbeiten. Weiter werden moderne Antriebssysteme behandelt, da diese in einer Unfallsituation spezielle Gefahren darstellen können. Auch vorhandene digitale Spuren, wie z.B. die Dashcam werden thematisiert. Zum Schluss erhalten die Teilnehmenden selbstverständlich noch einen kurzen Einblick in die Tätigkeit der Profis.

Gibt es einen "0815-Rat", den Sie unseren Leserinnen und Lesern bereits heute mitgeben möchten?
Ein Unfall, genauer erläutert ein plötzliches Ereignis mit Personen- oder Sachschaden, führt bei Beteiligten oft zu einer Schockreaktion. Versuchen Sie, Ruhe zu bewahren und das erlernte Verhalten Schritt für Schritt durchzugehen. Wichtig ist, dass man sich selber schützt, die Unfallstelle sichert und die Pflicht der Hilfeleistung erfüllt. Ist ein persönliches Alarmieren der Polizei nicht möglich, kann der Anruf auch an anwesende Drittpersonen delegiert werden. 

Crash – Action & Reaction

Melden Sie sich jetzt hier für den Kurs "Crash – Action & Reaction" an!

Oliver Hess
Oliver Hess
Leiter Unfalltechnischer Dienst Stadtpolizei Zürich
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