





Autobahn ohne Lobby
Ende Januar hat Bundesrat Rösti über seine Ausbaupläne für Strasse und Schiene informiert. Diese Planung basiert auf dem ETH-Gutachten von Professor Ulrich Weidmann, in dem rund 500 geplante Projekte nach wissenschaftlichen Kriterien untersucht und neu priorisiert wurden.
Die gute Nachricht für den Kanton Zürich ist, dass die Lücke in der Oberlandautobahn mit Realisierungshorizont 2045 geschlossen werden soll.
Auf die eher weniger bekannte Glatttalautobahn soll jedoch verzichtet werden. Sie sollte den Raum Brüttisellen zwischen der Raststätte Baltenswil im Osten und der Verzweigung Zürich-Nord bei Wallisellen im Westen entlasten. Ein weiteres Ziel war die Optimierung der Erreichbarkeit des Flughafens Kloten von Osten her.
Gründe für den Verzicht sind unter anderem die hohen Kosten für die grösstenteils unterirdisch geführte, rund 9 Kilometer lange Autobahn.
Erstaunlich ist die Einschätzung, dass dieser Ausbau zu Überkapazitäten führen könnte. Schon heute ist der Abschnitt der A1 vor dem Glattzentrum in Richtung Westen notorisch überlastet. Und auch vor dem Brüttiseller Kreuz stauen sich die Autos jeden Morgen vom Oberland her kilometerlang.
Wird die Oberlandautobahn durchgängig fertiggestellt fährt der ganze Verkehr aus dem Oberland wegen dem Wegfall des Nadelörs im Aathal ungebremst ans Brüttiseller Kreuz, was noch mehr Druck auf diesen Abschnitt bedeutet.
Die Oberlandautobahn hat einen Verein der sich für die Lückenschliessung stark macht. Für die Glattalautobahn setzt sich niemand ein. Wenn sich das nur nicht eines Tages rächt.
