





Dieter Kläy, Präsident TCS Gruppe Winterthur & Kantonsrat FDP, über die Abstimmung vom 29.11.26
Als führender Verband in allen Mobilitätsfragen tritt der TCS für die freie Wahl des Verkehrsmittels ein. Mit dem kommunalen Richtplan, der am 29. November 2026 in Winterthur zur Abstimmung kommt, wird dieses Ziel in Frage gestellt.
Der Richtplan regelt die räumliche Entwicklung der Stadt. Kern sind sechs Schwerpunkträume und die fünf stadträumlichen Themen Siedlung, Freiraum, Mobilität, Öffentliche Bauten und Anlagen sowie Ver- und Entsorgung.
Mit dem Ziel einer Halbierung des MIV-Anteils von 42 % auf 20 % wird der Fokus auf die Mobilitätswende gelegt. Jede zweite Autofahrt der Winterthurer Bevölkerung soll wegfallen. Gleichzeitig werden wichtige Entlastungsprojekte wie der Heiligbergtunnel oder die Erschliessung Neuhegi-Grüze gestrichen. Es droht mehr Stau und Schleichverkehr.
Neben der Reduktion der MIV-Kapazität nennt der Richtplan Parkplatzabbau, Temporegime und aktives Mobilitätsmanagement als Instrumente. Immerhin sind Güter- und Dienstleistungsverkehr mit Waren nicht in den Modal-Split-Zielen enthalten. Die Gewerbefahrzeuge fahren aber auf dem gleichen Strassennetz, benötigen dieselben Zufahrten und sind auf Lade- und Parkflächen angewiesen.
Ein langfristiger Richtplan sollte Ausweichmöglichkeiten sichern und nicht Kapazitäten verengen. Autos verschwinden nicht, nur weil sie politisch unerwünscht sind. Das angepeilte Mobilitätssystem verknappt Wahlmöglichkeiten systematisch, weshalb der Richtplan abzulehnen ist.
