Tempo 30 auf Hauptachsen der Stadt Bern: So nicht.
Die Stadt Bern möchte auf weiteren acht Strassenabschnitten Tempo 30 einführen, darunter auch auf Hauptachsen. Diese Pläne stossen bei der TCS Sektion Bern auf wenig Verständnis. Hier lesen Sie unsere Medienmitteilung.
05. März 2026
Die TCS Sektion Bern nimmt die Pläne der Stadt Bern, auf weiteren acht Strassenabschnitten Tempo 30 einzuführen, mit Unverständnis zur Kenntnis. Zwar kann man das Ziel anerkennen, Sicherheit zu verbessern und Lärm zu reduzieren. Doch die vorgesehenen Abschnitte – etwa die Schlossstrasse oder die Ostermundigenstrasse – sind zentrale Hauptachsen des regionalen Basisnetzes und damit klar verkehrsorientierte Strassen.
Aus Sicht der TCS Sektion Bern ist mehr als fraglich, ob auf solchen leistungsorientierten Verbindungen eine flächige Temporeduktion verhältnismässig und tatsächlich wirksam ist. Umso mehr, als auf nationaler Ebene derzeit Bestrebungen laufen, die Hierarchie des Strassennetzes zu sichern und Temporeduktionen auf verkehrsorientierten Strassen klar zu begrenzen. Lars Guggisberg, Nationalrat und Co-Präsident der TCS Sektion Bern erklärt: «Die vom Parlament überwiesene Motion Schilliger verlangt ausdrücklich, dass auf verkehrsorientierten Strassen grundsätzlich Tempo 50 gilt – mit punktuellen Ausnahmen, etwa bei besonderen Gefahrenstellen oder Schulen.»
Der erläuternde Bericht des Bundes zeigt deutlich: Auf verkehrsorientierten Strassen sollen Temporeduktionen künftig nur noch möglich sein, wenn sie gutachterlich begründet, verhältnismässig und nicht durch andere Massnahmen ersetzbar sind (z. B. lärmarme Beläge). Zudem muss zwingend geprüft werden, ob die Strassenhierarchie gewahrt bleibt, damit kein Ausweichverkehr in Wohnquartiere ausgelöst wird.
Vor diesem Hintergrund erscheint der Vorstoss der Stadt Bern, bereits heute umfangreiche Tempo 30 Abschnitte auf Hauptachsen einzuführen, verfrüht sowie politisch wie fachlich zu wenig abgestützt. Die Planung der Stadt Bern soll die laufenden nationalen Vorgaben aktiv berücksichtigen und die vorgesehenen Abschnitte transparent an den absehbaren gesetzlichen Anforderungen messen.
Der TCS unterstützt Massnahmen, die nachweislich zur Verkehrssicherheit beitragen. Doch auf verkehrsorientierten Strassen muss Tempo 30 die gut begründete Ausnahme bleiben – nicht die Regel. Sibylle Plüss-Zürcher, Grossrätin und Co-Präsidentin der TCS Sektion Bern, erwartet deshalb: «Die Stadt Bern soll vor einer definitiven Umsetzung klar darlegen, welchen konkreten Sicherheitsgewinn die einzelnen Abschnitte bringen, wie der Verkehrsfluss gesichert bleibt und wie negative Auswirkungen auf das Basisnetz vermieden werden. Nur so sind Tempo-30-Massnahmen wirksam, verhältnismässig und ausgewogen.»

Bietet immer wieder Grund zur Diskussion: Tempo 30 in der Stadt Bern