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Ersatzwahl Regierungsrat Basel-Landschaft

Am 14. Juni wählt der Kanton Basel-Landschaft einen neuen Regierungsrat. Zur Wahl stehen folgende Kandidaten: Matthias Liechti, SVP und Philipp Schoch, Grüne. Der TCS hat beiden Fragen zu aktuellen Themen und zur Mobilität in der Region gestellt. Im Folgenden finden Sie die Antworten.

Ersatzwahl Regierungsrat 2026 Baselland
 

Fragen an die Regierungskandidaten: Ersatzwahl 2026

Matthias Liechti, SVP

1. Welches sehen Sie als die grösste verkehrliche Herausforderung in unserer Region?
Da gibt es einige. Die mangelnden Kapazitäten an vielen Orten mit entsprechendem Ausweichverkehr, Erschliessungen von Wirtschaftsgebieten wie etwa dem Zubringer Bachgraben aber auch Herausforderungen mit der Infrastruktur wie der A22, N18 oder auch dem Chienbergtunnel in Sissach mit seinem Gipskeuper-Problem.


2. Unterstützen Sie die Schlüsselverkehrsprojekte Zubringer Bachgraben und den Rheintunnel?
Ja. Beim Rheintunnel hat die Bevölkerung das vorgelegte Projekt abgelehnt. Entsprechend müssen die Kritikpunkte aufgenommen und mögliche Lösungen dafür gefunden werden. Dann kann das Projekt nochmals vorgelegt werden. Denn das Stauproblem hat sich mit dem Nein an der Urne nicht gelöst. Beim Bachgrabenzubringer ist die Organisation mit den bikantonalen respektive binationalen Anspruchsgruppen nicht einfach. Und gleichwohl gilt es auch hier, nicht vom Gas zu gehen, sondern das Projekt kontinuierlich zu verfolgen.


3. Welche Schwerpunkte würden Sie in der Zusammenarbeit mit dem Kanton Basel-Stadt legen?
Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe muss wieder die Norm werden. Neben dem erwähnten Zubringer Bachgraben muss endlich auch die Parksituation am UKBB angegangen werden. Als ich vor einiger Zeit mit meiner Tochter wegen einem gebrochenen Bein dorthin musste, blieb mir nichts anderes übrig, als sie vom City-Parking ins Spital zu tragen.


4. Welches sind die wichtigsten Massnahmen gegen den täglichen Stau in unserer Region?
Der Rheintunnel wurde schon erwähnt. Ich könnte mir auch vorstellen, dass man die vorhandenen Spuren von/nach Basel dynamisiert. Von den vorhandenen sechs Spuren könnten z.B. am Morgen deren vier Richtung Basel genutzt werden. Nach dem Morgenverkehr wird auf 3/3 gewechselt und am Abend stehen vier Spuren für den Pendlerverkehr aus Basel raus zur Verfügung. Ich gehe auch davon aus, dass das vernetzte Fahren in Zukunft für weniger Stau sorgen wird, indem es z.B. nicht mehr zu Phantomstau wegen Handorgel-Effekten kommt. Und es hilft, wenn das ÖV-Angebot genügend attraktiv ist. Wir brauchen einen Massnahmenmix. Einzelne Möglichkeiten gegeneinander auszuspielen, bringt uns nicht weiter.


5. Wie wollen Sie dazu beitragen, dass Strassenbauprojekte der Bau- und Umweltschutzdirektion umgesetzt und realisiert werden?
Indem identifiziert wird, was eine Umsetzung bis jetzt blockierte und diese Punkte angegangen werden. Tatsache ist weiter, dass nicht unlimitierte Finanzen für die Realisation zur Verfügung stehen. Entsprechend gilt es zu priorisieren, welche Projekte die grösste Wirkung entfalten können, um dann dort die Mittel einzusetzen.

Philipp Schoch, Grüne

1. Welches sehen Sie als die grösste verkehrliche Herausforderung in unserer Region?
Die Mobilität hat stark zugenommen. Es kommt am Morgen und am Abend oft zu Stau. Das Netz muss verteilter benutzt werden, die verschiedenen Verkehrsträger müssen besser verknüpft werden, Park and Ride muss gefördert werden, alles muss besser aufeinander abgestimmt werden. Der Knoten Basel muss auf allen Verkehrsträgern entlastet werden, sprich nicht jede S Bahn muss über Basel SBB gehen.

2. Unterstützen Sie die Schlüsselverkehrsprojekte Zubringer Bachgraben und den Rheintunnel?
Das Volk hat nein gesagt zum Rheintunnel, bevor dieser wieder zur Sprache kommt, muss alles andere an Massnahmen ausgeschöpft werden. Vielleicht benötigt eine Mobilität in 50 Jahren den Rheintunnel. Beim Zubringer Bachgraben ist die Situation verfahren, da braucht es mindestens Verbesserungen. Gebiete zu entwickeln ohne Verkehrsanbindung ist ein raumplanerischer Fehler, diesen dürfen wir nicht mehr machen.


3. Welche Schwerpunkte würden Sie in der Zusammenarbeit mit dem Kanton Basel-Stadt legen?
Wir sind eine Region! Wir haben viel regionalen Verkehr und wir sind an der wichtigsten Nord-Südachse der Schweiz. Wir stecken viel Geld in Grossplanungen und vergessen manchmal die kleinen Verbesserungsprojekte. Wir müssen die Region als Ganzes denken inkl. Frankreich und Deutschland.

4. Welches sind die wichtigsten Massnahmen gegen den täglichen Stau in unserer Region?
ÖV-Angebote weiter ausbauen, Park and Ride Angebote schaffen, Veloschnellrouten jetzt bauen, Carpooling fördern, Job Ticket fördern, KI Verkehrslenkungs-APP für alle Autofahrende mit Push Funktion usw., packen wir es jetzt an!

5. Wie wollen Sie dazu beitragen, dass Strassenbauprojekte der Bau- und Umweltschutzdirektion umgesetzt und realisiert werden?
Wir haben viel zu lange und zu komplizierte Entscheidungswege. Wir brauchen eine Gruppe aus Parlament, Verbänden und Wirtschaft welche Bauprojekte rasch zu einer Reife bringt, so dass sie möglichst tragfähig bleiben, bis und mit Referendum. Auch in der Verwaltung muss viel mehr KI eingesetzt werden. Wir dürfen nicht weiter verplanen wir müssen jetzt umsetzen.

Wahlempfehlung

Der TCS beider Basel empfiehlt Ihnen die Wahl von unserem TCS Mitglied Matthias Liechti. Er setzt sich für eine vielfältige Mobilität und für eine zukunftsfähige Infrastruktur ein. Die freie Wahl der Verkehrsmittel und gute Anbindungen sind auch dem TCS zentrale Anliegen.

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